Theologie und Pastoral 3.0

Hinsichtlich der Theologie und Pastoral zu Beginn des 3. christlichen Jahrtausends wurde in vielen deutschen Bistümern eine Zentralisierung und Straffung der Seelsorge angedacht oder wird bereits umgesetzt. Sowohl Gläubige als auch Amts- und Würdenträger innerhalb der Kirche vermissen an diesen Konzepten oft die notwendige Ausrichtung auf den Willen Gottes, weil man sich allzu sehr nach weltlichen und organisatorischen Bedürfnissen ausrichtet. Vieles scheint selbst ausgedacht, und im falschen Bewusstsein der „Nabel der Welt“ zu sein, verweigert man sich von dem Guten, das in anderen Nationen bereits umgesetzt wird, lernen zu wollen. Zu dieser Trägheit mag wohl auch die Sicherheit entsprechender Kirchensteuermittel beitragen. Weiterlesen

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Buddha light vs. christliche Mystik

Seit das westliche Christentum ihren mystischen Kern schwächt, wenden sich spirituell Interessierte heute zunehmend an östliche Religionen. Zwischen Buddhismus und Hinduismus gibt es wichtige Parallelen. Aus ihnen schöpfen populäre „Light-Varianten“, wie sie auch Arthur Schopenhauer (1788-1860) favorisierte. Ihre Popularität erlangen sie auch dadurch, dass sie den allgemeinen Zeitgeist bedienen, den Positivismus und den Relativismus.

Von was spricht nun überwiegend dieser „Vulgär-Buddhismus“? Weiterlesen

Wie lebt der Mensch am Ende des 21. Jahrhunderts?

Es ist noch nicht lange her, als das Smartphone begann das Leben der Menschheit grundlegend zu ändern, durch ein „outsourcing“ des Gehirns. Ob die Erfindung des Rades ähnlich plötzlich und umwälzend war? Jedenfalls beginnt nun eine virtuelle Welt mit der Wirklichkeit zu konkurrieren und vermengt sich mit ihr. Welche Trends und Möglichkeiten werden daraus entstehen, wie und mit welchen Wertvorstellungen wird der Mensch des ausgehenden 21. Jahrhunderts leben? Hier meine 5 Megatrends:

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Steckbrief: Johannes Duns Scotus

Steckbrief: Johannes Duns Scotus

Am 8. November ist der gebotene katholische Gedenktag für Johannes Duns Scotus. Der Schotte wurde 1270 geboren und war Franziskaner. Er studierte in Oxford und kam 1307 nach Köln, wo er ein Jahr später starb. Er kam zu der Erkenntnis, dass Philosophie und Theologie sich mit zwei völlig unterschiedlichen Bereichen beschäftigen. Die Philosophie betrachtet die natürlichen Bereiche, die Theologie die übernatürlichen Bereiche. Mit wissenschaftlichen Methoden kann deshalb in der Theologie nicht gearbeitet werden. Man kann sogar behaupten, dass die Theologie keine Wissenschaft ist. Damit verloren für Johannes die Philosophie und die Theologie ihre Bindung, die im gesamten Mittelalter Bestand hatte. Weiterlesen

Amoris laetitia und das Gesetz der Gradualität

Betrachten wir eine Ideologie als Bestreben, die Logik einer Idee aufrecht zu halten, die keinen Bezug zur Realität besitzt. Gerne wird heute die Kirche als ideologisch bezeichnet, weil sie sich anscheinend der Realität, eigentlich ist damit der Zeitgeist gemeint, nicht zu stellen vermag. Für die Gegner der Kirche ist es deshalb wichtig, die Wahrnehmung der Menschen auf die Realität zu verändern, sie zu bestimmen. Dabei geht es auch um die Deutungshoheit über Definitionen. Hinsichtlich des Familienbegriffs wird darum eine pansexualisierte Kultur vermittelt, welche angeblich die Wirklichkeit abbildet. Aber ist es tatsächlich Wirklichkeit, dass

  • Sex nichts mit der Zeugung von Kindern zu tun hat?
  • zwei Männer, zwei Frauen, ebenso mehrere Männer und mehrere Frauen, auch gemischt, „heiraten“ können, weil die Grundlage einer Ehe allein die gegenseitige Zuneigung ist?
  • jeder, der sich wünscht ein Kind zu haben auch das Recht auf ein Kind hat, weil Wünsche als Grundlage der Rechte angesehen werden?

Die Kirche jedoch vermittelt, dass sich Sexualität auf die Zeugung hin ordnet, damit der Mensch in der Berufung zur Liebe über sich hinausgehen kann, weshalb auch nur zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts tatsächlich Heirat möglich machen. Liebe wird nicht einer menschlich schwankenden Gefühlswelt unterstellt, sondern der Tatsache, dass man zuerst geliebt ist – von Gott. Somit kann sich die Liebe, indem sie sich ihrem Ursprung zuwendet, über die Eigenliebe empor entwickeln. Ebenso lehrt die Kirche, dass die höchste Frucht der ehelichen Liebe zwar das Kind ist, es aber Geschenk bleibt und kein Recht ist, denn als Person kann sich deren Sein nicht auf die Funktion einer Wunscherfüllung anderer beschränken. Weiterlesen