Christusorte – Der Teenager Jesus im Tempel von Jerusalem

In Lk 2:41-47 erzählt uns der Evangelist Lukas, wie der 12-jährige Jesus während einer Pilgerreise nach Jerusalem im Tempel „unter den Lehrern“ sitzt. Die Eltern von Jesus gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem, um eine jüdische Verpflichtung zu erfüllen. Sie besagt, dass ein Jude dreimal im Jahr, zu pesach, zum Wochenfest (shawout) und zum Laubhüttenfest (sukkot), nach Jerusalem zu pilgern hat. Dies gründet biblisch in den drei Texten von Ex 23:14-17, Ex 34:18-23 und Dtn 16:16-17. Allerdings hatten dieses Gebot nur Juden genau zu befolgen, die im Umkreis einer Tagesreise von Jerusalem wohnten. Wer weiter entfernt wohnte, musste nur einmal im Jahr wallfahren. Juden in der Diaspora genügten dem Gebot, wenn sie mindestens einmal im Leben nach Jerusalem pilgerten. Als Galiläer hatten die Eltern von Jesus einmal im Jahr nach Jerusalem zu wallfahren. Sie wählten dafür das Paschafest. Die Mischna (Chagiga 1,1) informiert über die zur Wallfahrt verpflichteten Personen: Es sind ausschließlich die Männer. Weiterlesen

Eine „neue“ palästinensische Heilige: Marie Alphonsine Danil Ghattas

Papst Franziskus hat am 17. Mai 2015 vier Ordensfrauen heiliggesprochen. Zwei von ihnen stammten aus Palästina: Die Ordensgründerin sowie Mystikerin Marie Alphonsine Danil Ghattas und Mariam Baouardy (über sie berichtete ich bereits ausführlich). Die über 2000 Pilger aus dem hl. Land zu der Feierlichkeit bezeugen die große Bedeutung dieser Palästinenserinnen für die Christen dort. Selbst der muslimische Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas nahm am Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom teil. In einer Privataudienz forderte Papst Franziskus Mahmut Abbas auf: „Sei Du ein Friedensengel“ und schenkte ihm eine Medaille, auf der ein Friedensengel abgebildet ist.

Marie Alphonsine Danil Ghattas wurde am 4. Oktober 1843 im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem geboren. Ihre Eltern waren Palästinenser. Marie besuchte in Jerusalem die katholische Schule, die von den „Schwestern des Hl. Joseph von der Erscheinung“ gegründet wurde. Es zeigte sich schnell ihre große Intelligenz und sie galt als eine der besten Schülerinnen. Noch in jungen Jahren trat sie als erste Schwester mit arabischer Muttersprache in den katholischen Orden der Schwestern des Hl. Josephs ein. Im Jahr 1860 legte sie in der Grabeskirche in Jerusalem ihr Ordensgelübde ab. Weiterlesen