Protestanten und die letzten Dinge

Dieser Beitrag gehört zu einer kleinen Serie über den Protestantismus im Vergleich zur katholischen Kirche. Weitere Beiträge finden sich hier , hier , hier , hier und hier

Protestanten kennen ein immerwährendes Thema: Das nahe Weltende. Bereits Luther rechnete mit der bald bevorstehenden Wiederkunft des Herrn und hielt den Papst deswegen für den vorhergesagten „Antichristen“ der letzten Tage. Auch der Ansturm der Türken auf das christliche Abendland deutete Luther als endzeitliches Strafgericht. Der führende Denker des aufkommenden Pietismus und Vorreiter der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Hl. Schrift Johann Albrecht Bengel (1687 – 1752) errechnete aus der Bibel das Jahr 1836 als Zeitpunkt der Wiederkunft Christi. Immer wieder gab es seither Gruppen, welche aufgrund solcher Berechnungen neue Gemeinschaften gründeten, so z. B. die Adventisten 1844, die neuapostolische Gemeinschaft oder die Zeugen Jehovas, die letztmals 1975 die Schlacht um Harmagedon vorhersagten. Trotz der Fehlberechnungen gelang es diesen Gruppen ihre Anhänger an sich zu binden.

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Protestanten und die Beichte

Die Beichte war bei den Reformatoren umstritten, weil es für sie zwar einen Auftrag Christi gab, aber keine Materie. Denn als Sakrament erkannten sie nur an, was im Neuen Testament auf Befehl Jesu zu wiederholen ist und ein materielles Zeichen und ein deutendes Wort vorhanden. So kann nach diesem Verständnis allein Taufe und Eucharistie Sakrament sein, denn nur hier spricht Jesus: „Tut dies“. Dennoch galt die Beichte in der ersten Zeit der Reformation bei machen lutherischen Theologen, z. B. Melanchthon, als Sakrament und blieb es bis in das 18. Jahrhundert, wo es vor dem Empfang des Abendmahls vorgeschrieben war. Während der „Aufklärung“ verlor sich die Beichte im Protestantismus völlig. Außer in einigen kleinen Gruppen, gibt es sie nicht mehr. Das Sakrament wurde vergessen, aber nicht abgeschafft. Weiterlesen