Gedanken zur Scham

Der Mensch wandelte im Paradies mit Gott. Alles war im und beim Guten, denn Gott war gut. Nach dem Sündenfall des Menschen erkannte dieser nicht nur das Böse, sondern ebenso das Gute in sich und den unendlich tiefen Abgrund, der sich nun hin zu Gott auftat. Der Mensch begann zu vergleichen, was ungleich. Die Antwort der Erkenntnis von Gut und Böse an Gott war, sich zu verbergen. Das Gute schämt sich in Gottes Licht, das Böse zieht in die Finsternis. Weiterlesen

Werbeanzeigen
Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

Wie Gott die Schöpfung liebt

Gott hat allein die Welt erschaffen. In ihr ist seine Überfülle und seine Liebe angelegt. So ist die Welt groß und kostbar vor Gott.

Gott hat gewollt, dass die Welt nicht nur ist, sondern dass sie in lebendigem Bewusstsein ersteht. Die Welt als seine Schöpfung soll erkannt sein, nicht nur von Gott, sondern vom Geschöpf selbst. So hat er den Menschen erschaffen und ihm die Fähigkeit gegeben Dinge anzuschauen und ihr Wesen zu verstehen. Sie sollen die Gesetze begreifen, nach denen die Schöpfung gebaut sind und das Geschehen, welches sich aus deren Wirken ergibt. Die Dinge tauchen dadurch im Geist des Menschen auf, sie werden noch einmal geschaffen, nun in der Form der Wahrheit. Und Gott wollte noch mehr: Weiterlesen

Basics: Was ist Sünde?

Es gibt ein großes Hindernis, um lieben zu können: Es ist die Sünde. Doch was ist die Sünde? Heute wird meist vermieden das Wort Sünde zu gebrauchen, weil es auch missbraucht wird. Sünde hat immer mit Schuld zu tun, doch die moderne Pädagogik kennt keine Schuld mehr, sondern nur mehr Schuldgefühle, die wegtherapiert werden können. Sünde wird heute meist dahingehend interpretiert, dass etwas attraktiv, aber verboten ist: Die Schokolade, die man nicht essen soll, weil sie die Figur zerstört oder die überschrittene Höchstgeschwindigkeit auf der Straße, die einen zu einem Verkehrssünder macht, wenn man erwischt wird.

Doch diese Sicht auf die Sünde führt uns auf die falsche Spur. Die Sünde hat zunächst nichts mit Moral zu tun. Die Sünde greift des Menschen ureigenstes Wesen an: seine Beziehungsfähigkeit. Die Sünde ist die Trennung des Menschen von Gott. Doch was ist schlimm an dieser Trennung von Gott? Diese Trennung hat eine völlig andere Qualität als eine Trennung von alten, unmodischen Kleidern oder den nun ungeliebten Partner: Es ist die Trennung vom Schöpfer des Menschen, die Trennung des Geschöpfs vom Schöpfer und damit die Trennung vom Licht, der Liebe und dem Leben. Somit ist der Mensch tot, eben so wie Adam und Eva nach dem Genuss der verbotenen Frucht dem Leben gestorben sind, ganz wie Gott es ihnen voraussagte: „denn am Tage, da du davon isst, musst du sterben“ (Gen 2:16). Adam und Eva lebten körperlich noch weiter, aber es ist das Leben Gottes, das in ihnen gestorben ist. Paulus weist darauf in Rö 5:12 hin: „Wie daher durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt eintrat und durch die Sünde der Tod, und so auf alle Menschen der Tod überging, weil alle sündigten“. Paulus spricht von der Sünde im Singular und nicht von den Sünden. Er bezieht sich einzig auf die Trennung von Gott.
Weiterlesen