Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Eigentlich eines seltsame Frage, die der Reformator Martin Luther hier stellt. Was ist, wenn Gott bereits und immer schon gnädig ist und es allein an mir liegt, ihn zu „bekommen“? Luther war ohne Zweifel ein großer Gottsucher mit allergrößter Ernsthaftigkeit. Er begann seine Suche immer wieder von seinem Gottesbild aus, das jedoch missgestaltet war. Denn es verkennt den gütigen Vater, den uns sein Sohn Jesus Christus verbindlich geoffenbart hat. Luther hatte zeitlebens eine große Furcht vor dem zornigen Gott. Es begann schon während der Gewitterangst 1505, die Luther ins Kloster trieb, und 1534 deutete er als Lehrer den Psalm 90 immer noch: „Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen“. Eine tiefe Düsternis des Gemüts liegt in diesen Worten. Dem Tod kann niemand entfliehen und die eigene Verderbtheit bleibt stets vor Augen. Dies erfüllt mit lähmendem Grauen und Luther muss nach Glaubensaussagen suchen, die wenigstens ihm persönlich den Weg zum Heil ebnen. Und so stellt er jene Frage, die zum Grundimpuls seiner Existenz wurde: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Weiterlesen

Die Apotheke der Franziskaner in Jerusalem

Es war das Jahr 1342, als Papst Clemens VI. die Franziskaner damit beauftragte die Heiligen Stätten im Hl. Land zu betreuen. Doch bereits 1335 entstand in Jerusalem das erste Pilgerhospiz, das Einheimischen und Pilgern Gastfreundschaft und Hilfe anbot. Zunächst funktionierte das Hospiz meist sehr gut, jedoch ab Mitte des 15. Jahrhunderts rissen die Pilgerströme aufgrund muslimischer Repressalien immer wieder ab, so dass das Hospiz bald nicht mehr seine Aufgaben erfüllen konnte. Nun waren die Franziskaner darum bemüht für die Nöte der Bevölkerung eine Lösung zu finden. Ihr Kloster Sankt Salvator besaß eine Apotheke und eine Krankenabteilung, welches in einem Haus untergebracht war, das auch für Pilger offen stand. Jeder Bedürftige konnte sich in der Apotheke mit medizinischen Kräutern versorgen. Die mangelnde medizinische Versorgung der Stadtbewohner, egal welcher Religion er angehörte, glichen die Brüder ebenso aus. Weiterlesen

Protestanten und die letzten Dinge

Dieser Beitrag gehört zu einer kleinen Serie über den Protestantismus im Vergleich zur katholischen Kirche. Weitere Beiträge finden sich hier , hier , hier , hier und hier

Protestanten kennen ein immerwährendes Thema: Das nahe Weltende. Bereits Luther rechnete mit der bald bevorstehenden Wiederkunft des Herrn und hielt den Papst deswegen für den vorhergesagten „Antichristen“ der letzten Tage. Auch der Ansturm der Türken auf das christliche Abendland deutete Luther als endzeitliches Strafgericht. Der führende Denker des aufkommenden Pietismus und Vorreiter der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Hl. Schrift Johann Albrecht Bengel (1687 – 1752) errechnete aus der Bibel das Jahr 1836 als Zeitpunkt der Wiederkunft Christi. Immer wieder gab es seither Gruppen, welche aufgrund solcher Berechnungen neue Gemeinschaften gründeten, so z. B. die Adventisten 1844, die neuapostolische Gemeinschaft oder die Zeugen Jehovas, die letztmals 1975 die Schlacht um Harmagedon vorhersagten. Trotz der Fehlberechnungen gelang es diesen Gruppen ihre Anhänger an sich zu binden.

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Protestanten und Katholiken: „Allein die Schrift“ – ein falsches Prinzip?

„Allein die Schrift“ – dies ist ein Haupthindernis in der Verständigung zwischen den Protestanten und den traditionellen Kirchen. Für den Protestantismus ist das Prinzip „Sola scriptura“ schlechthin ein Dogma. Ohne dieses Verständnis führt jedes ökumenisches Gespräch zwangsläufig zu Missverständnissen und früher oder später wird bei theologischen Diskussionen dieses protestantische Denken die Frage aufwerfen: „Wo steht das in der Bibel?“. Wird keine entsprechende Bibelstelle genannt oder widerspricht die Auslegung der Interpretationspraxis seiner Gemeinde, weiß der Protestant, dass der Gesprächspartner unrecht hat. Aufgrund fehlender Schriftbelege  fallen deshalb für einen Protestanten Marien- und Heiligenverehrung, das Papstamt, die Apostolische Sukzession, das Fegefeuer sowie fünf der sieben Sakramente weg. Weiterlesen