Als Christ das Leben genießen oder nicht?

Ich lese in der Hl. Schrift: „Liebt nicht die Welt und nicht, was in der Welt ist! Liebt eines die Welt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm“ (1Joh 2:15). Oder in Jak 4:4: „Ihr ehebrecherisch Gesinnten, wißt ihr nicht, daß die Liebe zur Welt Feindin Gottes ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, macht sich zum Feinde Gottes.“ Da stellt sich mir die Frage: Ist es denn Sünde, das Leben zu genießen? Ist es falsch das Leben zu genießen? Muss ich mich erst von der Welt absondern, um heilig zu werden? Viele Christen leben so und betrachten jene Christen, die sich mehr dem Leben, der Welt öffnen bestenfalls als laue Christen, denn sie halten „Freundschaft mit der Welt“.

Dagegen sprechen jedoch andere Aussagen der Hl. Schrift, so etwa in 1Tim 4:4: „Denn alles, was Gott geschaffen, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es unter Danksagung genommen wird;“. Gerade Paulus spricht zu Timotheus, dass Enthaltung an sich keine Tugend ist: „Trinke nicht längerhin Wasser, sondern nimm etwas Wein wegen deines Magens und deiner häufigen Erkrankungen!“ (1Tim 5:23). Paulus mahnt sogar in 1Tim 6:17 an, dass ein Christ reichlich mit und durch Gott die Welt genießen kann: „Den Reichen in dieser Welt schärfe ein, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den trügerischen Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich gewährt zum Genug“. Was nun? Darf ich jetzt als Christ mein Leben genießen oder nicht? Weiterlesen

Christen und Verbitterung

Eine Betrachtung zum Hebräerbrief.

Eine Verbitterung kann ein Leben lang anhalten. Man wurde verletzt oder glaubt verletzt worden zu sein und trägt diese Verwundung mit sich. Der Mensch kann in eine Opfermentalität verfallen, die ihm das Gefühl gibt ständig unrecht behandelt, ausgenützt, missverstanden und nicht geliebt zu werden. Solch verbitterte Menschen schaden sich und ihre Umwelt, ihre Nächsten. Sie vertragen keine berechtigte Kritik an ihrem Verhalten, werden dadurch sogar in ihrer Verbitterung bestätigt, zumal bald auch Mitmenschen sie meiden. Christen haben in Jesus Christus einen Retter aus dieser Misere, doch auch Christen können trotzdem in ihrer Verbitterung verbleiben.

Paulus zeigte im Hebräerbrief auf, was die Ursachen für diese bleibende Verbitterung sind. Er schreibt in Hebr 2:2-3: „Denn wenn schon das durch Engel verkündete Wort verpflichtend war und jede Übertretung und Missachtung gebührende Vergeltung empfing, wie werden dann wir entrinnen, wenn wir nicht achten auf ein so großes Heil, dessen Verkündigung ihren Anfang nahm durch den Herrn und das von jenen, die sie hörten, beglaubigt wurde für uns?“ Das Verharren in der Verbitterung beginnt bei Christen also mit der Missachtung des Wortes Gottes. Wer den Herrn ignoriert, der ignoriert sein Wort und seinen Wunsch für unsere Heilung und Heiligung. Man zweifelt am Wort des Herrn und seinen Verheißungen, man liest nicht mehr in der Hl. Schrift und lässt sich nicht mehr inspirieren, heiligen. Das Wort von der Umkehr, dem ändern der Perspektiven dringt nicht mehr in den Verstand und von dort in das Herz vor. Und so kann die zweite Stufe der Verbitterung eintreten, vor der Paulus warnt (Hebr 3:12-13): Weiterlesen