Ethik – Moral – Recht

Ethik – Moral – Recht

Der englische Philosoph und Vordenker der Aufklärung John Locke (1632-1704) stellt die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Ding- und Werteeigenschaft fest. Gut und schlecht sind Werteausdrücke, Objekt menschlicher Affektzustände. Der eigentliche Handlungstrieb ist das Unbehagen, nicht die Lusterwartung. Dieses Unbehagen kann körperlich, aber auch geistig sein. Es entsteht Gier nach Ehre, Reichtum, Macht, etc. Ob etwas gut, schlecht ist, entscheidet der Bezug auf eine Regel, mit der eine Handlung übereinstimmt oder nicht. Hier ist die Scham wichtig, die Korrektur in der Gesellschaft durch deren Moral. Wille und Begehren können verschiedene Richtungen ausweisen. Das wertende Ego muss mit dem wertenden Alter Ego rechnen und dem wertenden Dritten, dem Nächsten.

Nach Locke soll Moralität und Sittenlehre in ihrer Wechselbeziehung nicht im Individuum, sondern in der Gemeinschaft gestiftet werden. Für ihn gibt es: Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen

Von der Naturpflicht des Menschen

Es gibt ein Naturrecht, welches das Gewissen zu erfüllen hat. Der hl. Paulus beschreibt es in seinem Brief an die Römer (2:14-15): „Wenn nämlich die Heiden, die ein Gesetz nicht haben, von Natur aus tun, was des Gesetzes ist, so sind sie, obgleich sie ein Gesetz nicht haben, sich selber Gesetz; sie lassen erkennen, dass des Gesetzes Werk eingeschrieben ist in ihre Herzen, wovon ihr Gewissen Zeugnis gibt und die Gedanken, die sich gegenseitig anklagen oder verteidigen“. Es ist sogar eher eine Naturpflicht, die der Mensch durch das Gewissen beleuchtet erhält. Es ist Platons Licht in der Welt, vor dem sich niemand unberührt lassen kann, wohl aber vorüber gehen. Dennoch wird selbst der böseste Mensch für sich Gerechtigkeit fordern, die er aus dem Gewissen anderer zu erhalten verlangt. Der Mensch kann sich nicht selbst aus einem System entlassen, was seiner Natur, seinem Wesen entspricht. Die Freiheit des Menschen bietet hier an zu „sollen müssen dürfen“, denn erst im Licht scheidet sich die Finsternis, wobei nun eine Entscheidung erforderlich wird.
Weiterlesen