Der islamische Wallfahrtsort Nebi Musa

An der Straße von Jerusalem Richtung Totes Meer weist ein Schild kurz vor der Abbiegung nach Jericho auf Nebi Musa hin. Nach ein paar hundert Metern trifft man mitten in der judäischen Wüste auf eine prächtige Karawanserei. Grüne und weiße Kuppeln bekrönen sie, ein ausgedehntes Friedhofsgelände umgibt sie. „Nebi“ oder auch „Nabi“ bedeutet im Arabischen „Prophet“ und „Musa“ ist der Name für Moses. Der große Komplex ist fast quadratisch und in der Mitte befindet sich eine Moschee. Davon etwas abgesondert erblickt man einen sechs Meter langen und zwei Meter hohen Kenotaph. Im Hof der Karawanserei sind Zisternen, Toiletten und Waschräume, wichtig für moslemische Gläubige. Die rings um die Moschee angeordneten zweistöckigen Gebäude sind Pilgerunterkünfte, die einfachen Räume sind offen, mit Steinbänken als Betten versehen und bieten Kühlung in der heißen Wüstenluft. Weiterlesen

Welche Sprache(n) spricht Jesus?

Alle Quellen, die über Jesus berichten, sind in griechisch verfasst, müssen deshalb ursprünglich aber nicht in griechisch geschrieben worden sein. Nur wenige Worte Jesu sind im originalen Wortlaut erhalten. So „Abba“ oder „Eli, Eli, lema sabachtani“. Das Hl. Land war zur Zeit Jesu mehrsprachig (siehe Inschrift des Pilatus an Jesu Kreuz). Man sprach aramäisch, hebräisch, griechisch und lateinisch. Die meisten Bewohner sprachen tatsächlich mehrere Sprachen, wenn auch unterschiedlich gut und in verschiedenen Situationen. Es gab verschiedene Bevölkerungsgruppen und Religionen und diese ethnischen und religiösen Unterschiede spiegelten sich auch in der Sprache wider. Der bedeutende Teil der Bevölkerung waren Juden, aber auch jene waren sprachlich nicht einheitlich. Das Hl. Land gehörte damals zum Römischen Reich, die Sprache der herrschenden Klasse, der Verwaltung, war die der Osthälfte des Römischen Reiches: griechisch. Lateinisch war die Sprache des Zentrums, Rom, die vor allem im zentralisierten Militär wichtig war. Als Unruheherd hatte in der Provinz Palästina das Militär und damit Latein einen höheren Stellenwert. Welche Sprache(n) spricht Jesus also? Hier ein kleiner Überblick und vielleicht eine Antwort auf diese Frage:

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Spurensuche: Abraham in Hebron

Hebron liegt auf 900 Höhenmetern in einem Tal des judäischen Berglands und ist Handels- und Verkehrszentrum der Region. Militante national-religiöse Siedler lassen Hebron zu einem politischen Brennpunkt werden. Die arabischen Bewohner mussten wegen dieser Siedler 1000 Wohnungen und 1800 Geschäfte in der Innenstadt verlassen. Straßensperren, Zäune, Mauern und Wachttürme prägen das Stadtbild.

Auf dem Tell Rumejda, nordwestlich des Zentrums, liegen die ältesten Siedlungsspuren von Hebron, die man in die frühe Bronzezeit, ca. 3300 bis 2300 v. Chr. datieren kann. Einst thronte hier eine Stadt auf Kalksteinfelsen, die eine sechs Meter breite Mauer umgab. Doch sie wurde aufgegeben und in der Eisenzeit, ca. 1200 bis 1000 v. Chr., kam es zu einer ersten Blütezeit der Stadt, die sich auf 3 Hektar erweiterte. Archäologische Funde identifizieren sie als das „alte Hebron“. Dort findet man auch einen Brunnen, der das lebensnotwendige Wasser für die Stadt bereitstellte und als „Abrahamsbrunnen“ bezeichnet wird. Weiterlesen

Betlehem – Eine Momentaufnahme

Wohnhaus in Betlehem - Von der Mauer auf 3 Seiten umschlossen

Wohnhaus in Betlehem – Von einer Mauer umschlossen

Zwischen Jerusalem und Betlehem befindet sich heute eine 9 Meter hohe Mauer. Von drei Seiten umgibt sie die Geburtsstadt des Herrn. Wachtürme, Soldaten und Checkpoints schotten sie vom jüdischen Staat Israel ab. Betlehem liegt mit seinen 30000 Einwohnern in den palästinensischen Verwaltungsgebieten.

Nach dem Freitagsgebet treffen die palästinensischen Jugendlichen und die israelischen Jugendlichen regelmäßig, bereits ritualisiert zusammen. Die einen mit Pflastersteinen wurfbereit in den Händen, die anderen als wehrpflichtige Soldaten der israelischen Armee. Man ruft sie, indem man Steine an das Eisentor in einem Teil der Mauer wirft. Dahinter stehen die Wasserwerfer und Militärfahrzeuge mit ihrer Besatzung bereit. Das Tor öffnet sich und sie kommen, durch einen Steinhagel begrüßt. Die Wasserwerfer sprühen mit Chemikalien versetztes Wasser. Wird man davon getroffen, stinkt man einige Tage bestialisch. Dies soll abschrecken, nützt aber auch den nächtlichen Kommandos israelischer Soldaten, die dem Geruch folgend in die Häuser der Palästinenser eindringen und die überführten Demonstranten verhaften. Weiterlesen