Eine Analyse des „Gutmenschen“

Es gab einmal eine Zeit, in der ein guter Mensch geschätzt wurde, weil er gutes tat. Heute jedoch wird der Begriff Gutmensch eher abschätzig verwendet. Wie konnte das geschehen? Ist gutes in der postmodernen Epoche des Relativismus und Positivismus nicht mehr gut? Schuld daran ist wohl, man muss es wieder aussprechen, der Strukturverlust des christlichen Weltbilds. Der Gutmensch ist heute der äußere Typus der mehrheitlichen Seelenlage vieler Menschen. Wie ist dieser Menschentyp zu definieren? Weiterlesen

Der Bestand der Zeitungsente ist gesichert!

Man darf aufatmen: Die Zeitungsente kann wieder aus der roten Liste der bedrohten Arten gestrichen werden! Sie gedeiht so prächtig, dass sie sogar wieder ihren völkischen Spitznamen erhielt, der seit 1945 fast vergessen war: Lügenpresse. Wikipedia, eine Plattform im Internet, der man sowieso nicht hundertprozentig trauen kann, verbreitet da folgende Information, denn mit dem Wort werde: „umgangssprachlich eine Falschmeldung in der Zeitung bezeichnet“. Es seien „bewusste Fälschungen (sogenannte Tatarenmeldungen) als auch Irrtümer“ gemeint. Was wissen denn die schon.

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Selfie-Journalismus

In einem Artikel eines Nachrichtenmagazins las ich kürzlich einen mit Adjektiven überladenen Bericht, der mehr wie ein Krimiauszug wirkte, als eine seriöse Nachricht. Null Information, nur eine Wolke romanhafter Atmosphäre, die den Rechtsextremisten, um den es ging, was aber in diesem Zusammenhang egal ist, umhüllte. Und mitten drin ein wackerer und tapferer Detektiv: der Verfasser des Artikels.

Zunehmend erkenne ich, dass journalistische Berichte wie Fiktionen verfasst werden und Romane immer öfter persönliche Erfahrungsberichte sind. Hier ist ein Doppeltrend zu beobachten, wenn sowohl journalistische Berichterstattung als auch imaginäre Charaktere an Glaubwürdigkeit verlieren. Stattdessen stellt sich der Verfasser in den Mittelpunkt. Nun werden nicht mehr Fakten von Kriegsschauplätzen berichtet, sondern man erfährt, wie sich der Reporter gerade fühlt, wie er bei Recherchen durch dunkle Korridore wandert oder welche Meinung sein Jüngster vor dem Fernseher am Abend zu Hause zu diesen oder jenen Thema hatte. Dort, wo früher in einer Reportage stand: „Es ist kalt“, erfährt man nun vom Journalisten: „Ich friere“.
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Zum Tag der sozialen Medien: Was die Selbstsexualisierung von jungen Mädchen lehrt

Heute wächst eine Generation auf, in deren Lebenswelt soziale Medien eine große Rolle spielen. Online- und Offline-Realitäten werden oft nicht mehr unterschieden, die Inszenierung des Ich auf Facebook & Co soll mit der Wahrnehmung des Ich durch die Freunde identisch sein. Viele der Selbstdarstellungen wirken dabei wie ein Hilfeschrei nach emotionalen Halt und Beachtung. Gerade für Mädchen wird das Smartphone zur Nabelschnur hin zu ihrer Kuschelgruppe in der Schule. Ihre Selfies wollen durch Kussmund, groß geschminkte Kulleraugen und Dekolleté innerhalb ihrer Clique um Anerkennung und Beachtung werben. Dieses süß-sexy-Image lehnt sich dabei an das nur wenige Klicks entfernte Porno-Angebot des Webs an. Es wird zum Symptom einer Verwahrlosungstendenz, die sich in Ganztagesschulen und emotional belasteten Familienverhältnissen entwickeln, sie spiegeln familiäre Bindungserfahrungen wider.

Allerdings gleiten viele Schulmädchen nicht gleich ins Extreme ab, ihre Selbstunsicherheit wird in symbiotischen Mädchenfreundschaften oder sexualisierte Ich-Entwürfe kompensiert. Besonders junge Mädchen scheinen überall in der Welt mit ihrem Smartphone verwachsen zu sein. So lange sie wach sind, basteln sie an ihrem Social-Media-Auftritt und halten Kontakt zu ihrer Clique oder inszenieren ihre Mädchenfreundschaften. Alles was zählt, ist hübsch auszusehen und beliebt zu sein, eben dazu zu gehören. Dabei weben sie auch an einem Image des verkannten Stars. Pubertät trifft auf moderne Medien, aber erklärt dies alles? Weiterlesen

Was John F. Kennedy uns heute zu sagen hätte

Am 27.04.1961 hielt der amerikanische Präsident John F. Kennedy im Waldorf-Astoria in New York vor „The American Newspaper Publishers Association“ (die wichtigsten Zeitungsverleger des Landes) eine Rede, die sich gegen Geheimgesellschaften richtete, in denen wenige private Hände die Leitwährung der Welt, den Dollar, als Machtmittel missbrauchen. Die Worte des Präsidenten sind heute immer noch erstaunlich aktuell, wenn sie sich gegen einseitige Berichterstattung durch die Medien wenden oder eine Meinungsdiktatur und geheime Abmachungen in der Weltpolitik anprangern, vorbei an den Parlamenten und Bürgern. Manche Historiker, nicht nur Verschwörungstheoretiker, sind der Ansicht, dass diese Rede dem Präsidenten später das Leben kostete. Hier ein Auszug dieser Rede:

„Meine Damen und Herren, Geheimhaltung ist abstoßend in einer freien und offenen Gesellschaft. Als Volk haben wir eine natürliche und historische Abneigung gegen Geheimgesellschaften und Geheimbünde. Die Nachteile einer übermäßigen Geheimhaltung übersteigen die Gefahren, mit denen Geheimhaltung gerechtfertigt wird. Es macht keinen Sinn, einer unfreien Gesellschaft zu begegnen, in dem man ihre Beschränkungen imitiert. Das Überleben unserer Nation hat keinen Wert, wenn unsere freiheitlichen Traditionen nicht ebenfalls fortbestehen. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, dass der Vorwand der Sicherheit missbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen.

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