Ethik – Moral – Recht

Ethik – Moral – Recht

Der englische Philosoph und Vordenker der Aufklärung John Locke (1632-1704) stellt die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Ding- und Werteeigenschaft fest. Gut und schlecht sind Werteausdrücke, Objekt menschlicher Affektzustände. Der eigentliche Handlungstrieb ist das Unbehagen, nicht die Lusterwartung. Dieses Unbehagen kann körperlich, aber auch geistig sein. Es entsteht Gier nach Ehre, Reichtum, Macht, etc. Ob etwas gut, schlecht ist, entscheidet der Bezug auf eine Regel, mit der eine Handlung übereinstimmt oder nicht. Hier ist die Scham wichtig, die Korrektur in der Gesellschaft durch deren Moral. Wille und Begehren können verschiedene Richtungen ausweisen. Das wertende Ego muss mit dem wertenden Alter Ego rechnen und dem wertenden Dritten, dem Nächsten.

Nach Locke soll Moralität und Sittenlehre in ihrer Wechselbeziehung nicht im Individuum, sondern in der Gemeinschaft gestiftet werden. Für ihn gibt es: Weiterlesen

Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen