Spurensuche: Abraham in Nablus, Bet El und Ai

Abraham wird im Hl. Land erstmals in Sichem erwähnt, wo er einen Altar errichtete (Gen 12:6). In den altägyptischen Amarnabriefen (ca. 1390-1340 v. Chr.) und den sogenannten „Ächtungstexten“ (ca. 2300-1750 v. Chr.) wird diese Stadt bereits erwähnt. Sie war später auch Residenzstadt des Nordreichs von Israel. Archäologische Ausgrabungen identifizierten Sichem mit dem heutigen Tell Balata in Nablus.

Der Ort liegt umschlossen von den Bergen Elbal und Garizim und war als Verkehrs- und Handelszentrum von alters her von Bedeutung. Hier traf die wichtige Straße der Ost-West-Verbindung auf das Bergland und Nablus zeigt sich auch heute noch betriebsam und geschäftstüchtig. Das „Knafeh“, eine arabische Süßspeise, ist das Beste des Landes und überall findet man noch die türkischen Hammam-Bäder. Auch der Suk, der Markt in der Altstadt, zeigt sich weitaus vielfältiger und orientalischer, als etwa in Jerusalem. Das Pilgerziel in Nablus ist jedoch der Jakobsbrunnen, der unweit des Tell Balata liegt. Hier hatte einst Jesus mit der Frau aus Samaria gesprochen (Joh 4:1-26) und wurde von den Samaritern auch herzlich aufgenommen (Joh 4:39-41). Viele von ihnen kamen damals zum Glauben. Diese neutestamentliche Begebenheit rückt dabei die Erinnerung an Abraham etwas in den Hintergrund. Weiterlesen

Spurensuche im Hl. Land: Abraham und Lot

Abraham ist Stammvater drei monotheistischer Religionen, sein Grab wird in Hebron verehrt und heißt auf Arabisch El Chalil, „der Freund“, wie er als Freund Gottes auch in Is 41:8 und 2Chr 20:7 benannt wird. In Jerusalem erinnert das Jaffa-Tor Richtung Hebron, das Bab al Chalil, das „Tor des Freundes“, an ihn. Die Moslems nennen Abraham gerne El Chalil er rahman, „der Freund des Erbarmers“.

Östlich von Hebron liegt auf dem Kamm der judäischen Bergkette das Dorf Beni Naim, früher bekannt als Kefar Barucha. Es wird in Gen 18:16 erwähnt: „Die Männer erhoben sich von ihrem Platz und schauten gegen Sodom. Abraham wollte mitgehen, um sie zu verabschieden. Da sagte sich der Herr: Soll ich Abraham verheimlichen, was ich vorhabe?“ Hier war also der Platz, auf dem Abraham mit Gott regelrecht um Sodom zu feilschen beginnt. Die christliche Tradition der Verortung dieser Geschichte in Kefar Barucha verblasste zwar im Laufe der Jahrhunderte, aber moslemische Autoren wussten dann im Mittelalter vom Grab Lots an dieser Stelle. Lot gilt im Islam als Prophet, ein Vorläufer Mohammeds, der das drohende Gericht in Sura 54 im Koran ankündigt. Weiterlesen