Christi Himmelfahrt – und jetzt? Vom dreifachen Advent

Mit der Geburt des Herrn Jesus Christus, seiner Menschwerdung, erfahren wir das Heil. Diese Erfahrung ist nicht etwas, was sich in der Vergangenheit zugetragen, es ist eine Erfahrung des „Heute“, der Gegenwart, des neuen Augenblicks. Das Kommen des Herrn kennen wir in zweifacher Form: Als erstes in der Ankunft in Demut, als kleines Kind in der Krippe, welches unser Retter ist, der in Schwachheit verschied und durch seine lebendige Himmelfahrt als Auferstandener siegte sowie als zweites in der Wiederkunft des Königs und Richters Jesus Christus in Herrlichkeit am Ende aller Zeiten. Und in der Zeit dazwischen? Sind wir Christen nach der Himmelfahrt des Herrn denn verlassen, nur auf „stand-by“? Bernhard von Clairvaux spricht hier von einer weiteren Ankunft Jesu. Er nennt sie den „mittleren Advent“, es ist die „Gottesgeburt im Menschen“.

Dieses mittlere Kommen des Herrn, der „mittlere Advent“, ist keine Erfindung des hl. Bernhard. Es wird bestätigt durch Jesu Wort in Joh 14:23: „Jesus antwortete ihm: »Wenn einer mich liebt, wird er mein Wort bewahren, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen …“. Es ist eine wunderbare Verheißung: der Vater und der Sohn nehmen im „heute“ in uns Menschen Wohnung, weil wir die göttliche Liebe in uns tragen, eine Liebe, die uns zuvor geschenkt ist. Weiterlesen