Spurensuche: Lazarus – Der Mann, der zweimal starb

Seit alters her wird in Betanien ein Lazarusgrab verehrt. Der Ort liegt an der Straße von Jerusalem über den Ölberg hin zur Jordansenke. Heute ist dieser Weg durch eine hohe Mauer versperrt, die Israel von Palästina trennt. So ist es in Betanien ruhig geworden, kaum ein Pilger nimmt die Strapazen eines weiten Umwegs in Kauf. Nur die Franziskaner und einige einheimische Christen pilgern jedes Jahr am Passionssonntag nach Betanien.

Betanien war die Heimat von Marta, Maria und Lazarus. Jesus und seine Jünger hielten sich dort gerne zu Besuch auf. Hier ist auch der Ort, wo Jesus ein spektakuläres Wunder wirkte: Die Auferweckung des toten Lazarus (Joh 11:1-45). Auch die Salbung der Füße Jesu durch Maria mit kostbaren Nardenöl (Joh 12:1-8) fand hier statt. An diese Geschehnisse erinnern heute die Lazaruskirche der Franziskaner und das sich in muslimischen Besitz befindliche Lazarusgrab in unmittelbarer Nähe. Von dieser Kirche schreibt schon Eusebius: „Bis jetzt wird noch die Stelle des Lazarus gezeigt …“.   Weiterlesen

Spurensuche: Das Heiligtum von Johannes dem Täufer in der Wüste

Ain Karem (oder En Kerem) liegt ungefähr acht Kilometer von der Altstadt Jerusalems entfernt. Hierher kommen viele Pilgergruppen, die den Geburtsort von Johannes des Täufers im Dorf und das Heiligtum des Besuchs Mariens bei Elisabeth etwas südlich an einem Berghang besichtigen wollen. Ein weitaus weniger von Pilgern frequentiertes Heiligtum ist „St. Johannes in der Wüste“, arabisch „Ain al Chabis“, übersetzt „die Quelle des Einsiedlers“. Dieser Ort liegt von Ain Karem aus zunächst Richtung Moschav Even Sapir. Dort, am Ende der Hauptstraße, findet man ein Hinweisschild „Franciscan Monastery“.

Dieses Kloster schmiegt sich spektakulär an einem Hang über dem Fluss Sorek. Die beiden Seiten des Tales lassen noch die antiken landwirtschaftlichen Terrassen erkennen. Diese gehen dort, wo keine Bewässerung mehr möglich ist, in Wald über. Im Kloster selbst hört man gleich am Eingang das leise Plätschern eines Brunnens. So mag der Ort eher an eine Oase, als an eine Wüstenei erinnern, in der Johannes der Täufer aufgewachsen ist. Das Lukasevangelium beschreibt folgendes (Lk 3:2): „Das Kind aber wuchs und erstarkte im Geiste. Und es war in der Wüste bis zum Tag, als er vor Israel auftrat“. Die Nähe zum Geburtsort des Johannes, die Abgeschiedenheit, eine Quelle und eine Grotte waren jedoch ausschlaggebend, dass seit Ende des 15. Jahrhunderts hier diese Johannes-Tradition auftritt. Weiterlesen