Gnade und Werke

Die Gnade darf nicht gegen die Werke und das Wollen dazu ausgespielt werden. Im Gegenteil: Man muss sie aufeinander beziehen und es ist natürlich die richtige Reihenfolge zu beachten. Die Gnade setzt die Natur (den Willen des Menschen) voraus. Doch von der Natur als Natur (Geschöpf) führt kein Weg zur Gnade, ein Geschenk kann man sich nicht selbst und eigenmächtig nehmen, wohl aber von der Gnade zur Natur. Denn nicht die Früchte machen den Baum gut, sondern ein guter Baum bringt gute Früchte.

Gottes Liebe verurteilt den Menschen nicht zur Passivität, sondern sie ermöglicht aus Gnade gerade eine gewisse Mitwirkung des Menschen. Der Mensch darf Verantwortung übernehmen und das nur, weil er entscheiden kann. Der Mensch ist aufgerufen die Gnade anzunehmen. Hier wird diese Verschränkung, der Bezug aufeinander von eigenem Willen, Werke und Gnade eindrücklich beschrieben (Phil 2:12-13 MNT): Weiterlesen

Eine kleine Schule der Kommunikation

In Foren und sozialen Medien verliert sich der Vorteil Face-to-Face, Vertrauen lässt sich weitaus schwieriger aufbauen. Umso wichtiger ist es rechte Kommunikationsformen zu verwenden und auch innerhalb einer Organisation, Gesellschaft und der Kirche unterschiedliche Talente zuzulassen, die sich ergänzen.

Bei einer Kommunikation müssen Adressat und Absender, Ich und Du, übereinkommen ein gleiches Ziel anzustreben:
Eine Debatte hat das Ziel seinen Standpunkt darzulegen. Eine Diskussion hat das Ziel die Gegenseite argumentativ zu überzeugen. Ein Diskurs hat das Ziel einen gemeinsamen Standpunkt zu finden. Ein Dialog hat das Ziel gemeinsam neue Erkenntnisse zu erlangen.

Weiterlesen

Glaube vs. Philosophie

„So kommt der Glaube aus dem Hören; was aber gehört wird, kommt durch das Wort Christi.“ (Rö 10:17, GB). Paulus zeigt damit auf, dass allein das Bibellesen, der Buchstabe des Wortes, nicht zum Glauben und damit zum Heil führt. Das „sola scriptura“ Luthers ist in seiner Verkürzung deshalb eine Sackgasse, die in die unzähligen Spaltungen im Protestantismus führt. In dem Paulus nicht davon spricht, der Glaube käme vom Lesen, wird der grundsätzliche Unterschied zwischen Glauben und bloßer Philosophie offenbar. Der Glaube indes kann durchaus in seinem Innern die philosophische Wahrheitssuche in Bewegung setzen. Das Hören des Wortes Christi bedeutet nicht das Lesen des Wortes, sondern das innere Bewegen desselben im Herzen, wie es Maria tat. Das Wort ist Jesus Christus selbst, Person, wahrer Mensch und wahrer Gott. Somit wird das Hören des Wortes zum hinhören auf eine Person, Jesus Christus, und damit Gott. Der Glaube ist somit kein Nachdenken, wie die Philosophie.

Weiterlesen

Lasst uns Vertrauen kaufen!

Das Kaufverhalten der Konsumenten sowie die Motivation der Produzenten werden gesteuert, das ist bekannt. Nun gibt es eine weitere Abteilung der öffentlichen Manipulation, die man Reputationsmanagement nennt. Einst mussten Schuster und Schreiner mit sorgfältiger Qualität und Beratung einen guten Ruf erwerben, heute jedoch kennt der Markt keine schlechten Produkte mehr, sondern nur schlechte Kommunikation.

Es gilt nun eine Story, wie etwa die Abgasaffäre von VW, nur richtig zu verkaufen. Die Affäre wird als „Reputationskrise“ aufgefasst und gemanagt. Gerade das Internet steht dazu als ausgezeichnetes Terrain zur Verfügung. Dort tobt ein unentwegter Kampf um den unbefleckten Ruf von VW. Professionelle Optimierer verdrängen negative Firmenberichte von den ersten Seiten der Suchmaschinen, bezahlte Lobhudler streuen dafür ihre Fake-Beiträge. Bekanntlich wird diese Methode der Manipulation von Meinungsbildung bereits von Regierungen angewandt. Inner- und außerhalb des Internets wird so Vertrauen zu einem knappen Gut, Information jedoch inflationär behandelt und somit wertlos. Weiterlesen