Die Apotheke der Franziskaner in Jerusalem

Es war das Jahr 1342, als Papst Clemens VI. die Franziskaner damit beauftragte die Heiligen Stätten im Hl. Land zu betreuen. Doch bereits 1335 entstand in Jerusalem das erste Pilgerhospiz, das Einheimischen und Pilgern Gastfreundschaft und Hilfe anbot. Zunächst funktionierte das Hospiz meist sehr gut, jedoch ab Mitte des 15. Jahrhunderts rissen die Pilgerströme aufgrund muslimischer Repressalien immer wieder ab, so dass das Hospiz bald nicht mehr seine Aufgaben erfüllen konnte. Nun waren die Franziskaner darum bemüht für die Nöte der Bevölkerung eine Lösung zu finden. Ihr Kloster Sankt Salvator besaß eine Apotheke und eine Krankenabteilung, welches in einem Haus untergebracht war, das auch für Pilger offen stand. Jeder Bedürftige konnte sich in der Apotheke mit medizinischen Kräutern versorgen. Die mangelnde medizinische Versorgung der Stadtbewohner, egal welcher Religion er angehörte, glichen die Brüder ebenso aus. Weiterlesen

Update: Die Franziskaner in Syrien

Nachdem am Weihnachtstag 2015 der Franziskanerpater Dhiya Azziz von syrischen Rebellen entführt wurde, konnte er am 4. Januar wieder befreit werden. Allerdings musste er als Forderung der Rebellen das Land verlassen. In einer Umfrage der Kustodie unter den Brüdern wurde beschlossen, weiterhin in den Dörfern am Orontes zu bleiben, so lange es dort Pfarrkinder gibt (etwa 400 Christen in 3 Dörfern). Es meldete sich auch Bruder Louay Bhsarat freiwillig für den gefährlichen Dienst in Yacoubieh. Die drei Dörfer im Orontestal liegen im Gebiet von „gemäßigten“ Rebellen. Gemäßigt jedoch nur im Vergleich mit dem islamischen Staat. Auch im Rebellengebiet ist es Nicht-Moslems verboten, Besitz zu haben oder religiöse Symbole zu zeigen. Es sind weder Kreuze noch Statuen erlaubt, auch kein Wein für die Messfeier.

Der Kustos der Franziskaner, P. Pizzaballa, begründete den Entschluss im Orontestal präsent zu bleiben folgendermaßen: „Die Kustodie hat nie Orte und ihre Bevölkerung aufgegeben, die die Kirche ihrer Sorge anvertraut hat, auch nicht in Zeiten der Gefahr … Ein Hirte verlässt seine Herde nicht und fragt nicht, ob sie zahlreich sind oder wenige. Für den Hirten sind alle Schafe wichtig und er liebt sie alle gleich … Unsere Dörfer im Orontestal sind die einzige christliche Präsenz in dem Gebiet, das von Rebellen kontrolliert wird. Diese sind zu einer Art Symbol für alle Christen Syriens geworden. Wenn sie in ihren Dörfern bleiben, so geben sie allen anderen ein Zeichen von Stärke und Mut … Wir sind hier im hl. Land für Christus da und für Seine Kirche, und aus keinem anderen Grund … Wenn wir uns von diesen Dörfern zurückziehen, würde das bedeuten, dass wir den Sinn unserer Sendung verfehlten … Ich lade sie alle ein für ihn (Bruder Louay Bhasarat), für seine Pfarrkinder, für alle Brüder, die in Syrien tätig sind und für die gesamte Bevölkerung zu beten.“ Weiterlesen

Steckbrief: Die Franziskaner in Syrien

Höchstwahrscheinlich erreichten die Franziskaner schon um das Jahr 1230 Damaskus, gleich am Anfang ihrer Präsenz im Hl. Land. Der Hl. Franziskus selbst wird dem Sultan von Damaskus Kind Al-Saleh beim historischen Treffen von Damiette begegnet sein. Dieses Treffen fand 1219/1220 bei dessen Bruder statt, Sultan Kamel Al Ayoubi. Damals begann der freundschaftliche und direkte Kontakt des Ordens mit den muslimischen Herrschern.

Der Richter von Damaskus erteilte 1630 dem Orden die Erlaubnis in ihrer Ordenskirche eine Pfarrei zu gründen und die lateinische Liturgie in den Gottesdiensten zu halten. 1668 wird von einem kleinen Konvent am „Bab Touma“, Tor des Thomas, berichtet, den die Brüder mit einer maronitischen Kirche erbauten, in der auch die maronitische Liturgie erlaubt war. Dafür mussten Steuern und Abgaben an den Stadtgouverneur bezahlt werden. Die Sorge der Brüder galt stets der maronitischen Kirche, später erhielten sie den Auftrag für diese zu dienen. Weiterlesen