Christusorte: Die Zinne des Tempels

Aus dem Matthäus- und Lukasevangelium (Mt 4:5-7, Lk 4:9-12) erfahren wir die Geschichte von der Versuchung Jesu. Der Text beschreibt eine spirituelle Reise Jesu mit dem Teufel. Christen aus früherer Zeit suchten jedoch einen Aspekt der Geschichte, die Tempelzinne, geografisch zu verorten und als real anzunehmen. Zu Beginn der Pilgerreisen in das Hl. Land und Jerusalem entstand das Verlangen Geschehnisse aus dem Leben des Herrn an konkreten Orten festzumachen, so auch dieser Teil der Versuchungsgeschichte, bei der Jesus vom Teufel auf die Zinne des Tempels geführt wurde.

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Spurensuche: Wie aus Jebus Jerusalem wurde

Spurensuche: Wie aus Jebus Jerusalem wurde

Jerusalem ist keine Gründung der Israeliten. Erst König David konnte sie um 1000 v. Chr. unter seine Herrschaft bringen. David regierte zuvor nach Sauls Tod etwa siebeneinhalb Jahre von Hebron aus das Südreich Juda. Auch als gesalbter König von ganz Israel blieb er zunächst noch in Hebron. Damals begann er seine Planung das noch Jebus genannte Jerusalem zu seiner neuen Hauptstadt zu machen. Dies vor allem deshalb, weil Jebus quasi in einer neutralen Zone zwischen dem Stammesgebiet von Benjamin im Norden und den judaischen Territorien im Süden lag und keinem jüdischen Stamm gehörte, sondern den Jebusitern.
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Spurensuche – Abraham in Jerusalem und Beerscheba

Im 22. Kapitel der Genesis wird das „Opfer Abrahams“ erwähnt. Der Ort des Opfers wird nicht erwähnt, nur dass Abraham in das Land Morija gehen soll (Gen 22:2). Die jüdische Tradition identifiziert den Tempelberg in Jerusalem als Ort des Opfers. Es soll jener Felsen gewesen sein, der sich heute inmitten des Felsendomes befindet. In 2Chr 3 errichtet Salomo den Tempel in Jerusalem auf diesen Berg Morija.

Der Felsen im Felsendom hat eine unregelmäßige Oberfläche und ragt 1,25 bis 2 Meter über das Fußbodenniveau hinaus. Zahlreiche Bearbeitungsspuren prägen ihn. Der Block hat eine Gesamtlänge von 15 Metern und eine Breite von 12 Metern. Die muslimischen Gläubigen umrunden den Stein und steigen oftmals in einen Gebetsraum hinab, der unter dem Felsen liegt. In diesem höhlenartigen Raum wird man in die Zeit des jüdischen Tempels zurückversetzt. In der Decke befindet sich eine 80 cm große Öffnung, die sich wie eine Röhre durch den Fels zieht. Eine zweite Öffnung hat einen Abfluss am Boden.
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