Katholische Kirche und Freimaurer

Katholische Kirche und Freimaurer

Die Geschichte zwischen katholischer Kirche und den Freimaurern war von Anbeginn der offiziellen Gründung letzterer 1717 angespannt. Dabei spielten viele Vorurteile, Missverständnisse und persönliche Feindschaften auf beiden Seiten eine Rolle, aber auch konkrete Konfrontation, etwa wenn Freimaurer entgegen ihrer in den Statuten festgelegten Pflichten politisch agierten, besonders während der Französischen Revolution, Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich oder dem Risorgimento in Italien. Auch das oftmals als relativierend wahrgenommene Gottesbild der Freimaurerei wird von der Kirche als unvereinbar mit der christlichen Frohbotschaft erkannt, ebenso die Geheimniskrämerei, die von den Freimaurern noch gepflegt wurde, um attraktiv zu bleiben. Deshalb gilt sicherlich nicht unberechtigt bis heute das Gebot der katholischen Kirche: Ein Katholik verlässt aufgrund einer schweren Sünde die volle Gemeinschaft mit der Kirche, wenn er zugleich Freimaurer ist, kurz: er ist exkommuniziert. Dennoch sollte dieses Urteil nicht davon abhalten, stets aufs Neue die Gründe dafür zu bewerten, den Prozess gegenseitigen Verstehens und Kennenlernens fortzuführen. Weiterlesen

Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Eigentlich eines seltsame Frage, die der Reformator Martin Luther hier stellt. Was ist, wenn Gott bereits und immer schon gnädig ist und es allein an mir liegt, ihn zu „bekommen“? Luther war ohne Zweifel ein großer Gottsucher mit allergrößter Ernsthaftigkeit. Er begann seine Suche immer wieder von seinem Gottesbild aus, das jedoch missgestaltet war. Denn es verkennt den gütigen Vater, den uns sein Sohn Jesus Christus verbindlich geoffenbart hat. Luther hatte zeitlebens eine große Furcht vor dem zornigen Gott. Es begann schon während der Gewitterangst 1505, die Luther ins Kloster trieb, und 1534 deutete er als Lehrer den Psalm 90 immer noch: „Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen“. Eine tiefe Düsternis des Gemüts liegt in diesen Worten. Dem Tod kann niemand entfliehen und die eigene Verderbtheit bleibt stets vor Augen. Dies erfüllt mit lähmendem Grauen und Luther muss nach Glaubensaussagen suchen, die wenigstens ihm persönlich den Weg zum Heil ebnen. Und so stellt er jene Frage, die zum Grundimpuls seiner Existenz wurde: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Weiterlesen

Pfingsten: Katholisch sein im Hl. Geist

Das Christentum ist wahrlich sensationell und faszinierend. Es lobt und preist einen Gott, der einen Namen hat: Elohim, Jahwe, Zebaoth. Es lobt und preist einen Gott, der eine Person ist, ein Du, ein Ich, ein Wir. Diese göttliche Person ist so ehrerbietungswürdig, dass die Juden seinen Namen nicht aussprechen. Sie nennen ihn und schreiben deshalb bewusst falsch. Diese göttliche Person ist geistig zwar letztlich unfassbar, aber dennoch anfassbar (1. Joh 1:1). Dieser unfassbar große Gott ist fassbar geboren in diese Welt hinein als Mensch.

Dieser große Gott ist der Vater aller Menschen, seine Gebote gelten für alle Menschen. Er offenbart sich dem Menschen aus seiner Dreifaltigkeit heraus. Diese Dreifaltigkeit ist die Einheit des Füreinander, wie Hans Urs von Balthasar sie ausdrückt. In ihr ist der Vater die schenkende Liebe, das Ich. Er ist die hingebende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Sohn ist die empfangende Liebe, das Du. Er ist die dankende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Hl. Geist ist die ausführende, die handelnde Liebe, das Wir. Er ist die verbindende, vereinigende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. In der Dreifaltigkeit wird durch ihre göttlichen Personen Beziehung gelebt, mitgeteilt. Gott ist Beziehung und will Beziehung – zu seiner Schöpfung und zu den Menschen. In Jesus Christus erniedrigte er sich hinab zum Menschen, reicht seine Hand. Weiterlesen