Steckbrief: Teresa von Avila, Lehrerin der Mystik

Am 15. Oktober ist der gebotene Gedenktag der hl. Teresa von Avila. Im Jahr 1970 verlieh Papst Paul VI. der großen Lehrerin der Mystik den Titel einer Kirchenlehrerin, und dies als erste Frau. Jedoch für ihre eigene Ordensleitung und den weltlichen Behörden zu ihrer Zeit war sie ein großes Ärgernis. Es war der päpstliche Nuntius Felipe Sega, der sie sogar ein „herumvagabundierendes Weib“ nannte. Heute gilt Teresa von Avila als große Mystikerin und Schriftstellerin des Christentums und Reformerin ihres Ordens. Weiterlesen

Kleine Vita von Mariam Baouardy, die hl. Mirjam von Abellin. 3/3

Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon

Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon


Am Karmel in Betlehem wurde unter Aufsicht von Sr. Mirjam intensiv weitergebaut. Die Pflicht als Aufseherin war ihr eher unangenehm, zumal sie auch gesundheitliche Probleme bekam. Im Juli 1878 wurde sie immer schwächer und es häuften sich Erstickungsanfälle. Ihr schwollen die Füße an und quälender Husten raubte den Schlaf. Doch im Gehorsam ging sie jeden Morgen zur Baustelle zurück. Vier Tage vor ihrem Tod, am 22. August 1878, vermerkte die Novizenmeisterin, dass Sr. Mirjam ununterbrochen zu leiden hat. Doch sie schleppt sich zur Arbeit, zeigt Opfermut und wünscht die Fertigstellung des Karmels, damit die Schwestern nach ihrem Tod Ruhe und Frieden haben. Sie holt frisches Wasser für die Arbeiter und steigt damit den schweren Pfad empor, wo sie ihre Kräfte verlassen. Dabei stürzte sie über einen Blumenkasten, indem sich jenes Geranium befand, dass 1874 auf ihr Gebet hin wunderbar erblühte. Bei diesem Sturz brach sie mehrfach ihren Unterarm. Den Schmerz ertrug sie mit Seufzern, versicherte, dass sie ihn für den entstehenden Karmel in Betlehem und in Pau tragen wolle. Weiterlesen

Kleine Vita von Mariam Baouardy, die hl. Mirjam von Abellin. 2/3

Mirjam war Laienschwester, weil sie weder lesen noch schreiben konnte und in Abellin oder Alexandria keine Schule besuchte. Am 20. Juli 1869 feierte die Klostergemeinschaft das Fest des Hl. Elias, der eigentliche Patron des Karmeliterordens. Die kleine Araberin verehrte den großen Propheten sehr und nannte sich gerne dessen „kleine Landsmännin“, denn Mar Elia wurde schon in ihrem Heimatdorf Ibellin umfangreich gefeiert. Als die Mitschwestern eine Statue des Propheten an seinem Festtag in das Refektorium brachten, klatsche Sr. Mirjam in die Hände und rief: „Vater Elias, Vater Elias“ und fiel in Ekstase. Die Oberin verlangte nach einiger Zeit wieder Gehorsam und befehligte ihr in den Speisesaal zurückzukehren, was sie auch tat. Der Vorfall war für sie allerdings sehr peinlich. Weiterlesen

Kleine Vita von Mariam Baouardy, die hl. Mirjam von Abellin. 1/3

Die palästinensische Heilige, „die kleine Araberin“, wie sie oft liebevoll genannt wird, wurde in Galiläa geboren, in der Ortschaft Abellin (Iblin/Cheffa-Amar). Das Dorf liegt auf derselben Hügelkette wie Nazareth (25 km entfernt). Von Abellin aus kann man auf das Karmelgebiet und bis zum Mittelmeer blicken. Am 26. August ist ihr Heiligenfest, weshalb ich bis dahin eine kleine Vita von ihr in drei Teile veröffentliche.

Die Familie Baouardy stammte aus dem Libanon. Mirjam’s Vater Georg wuchs bereits in Horfesch bei Akko, also in Galiläa auf. Er heiratete seine Frau Mirjam und beide waren arabische Christen, die dem melkitischen Ritus (griechisch-katholisch und mit Rom uniert) angehörten. Georg war Handwerker und Pulvermüller, seine Frau Mirjam eine vorbildliche Gattin und Mutter, beider Frömmigkeit war schlicht und tief. Zwölf Knaben hatte Mirjam bereits das Leben geschenkt, aber alle starben unmittelbar nach der Geburt. Ihre Sehnsucht nach einem Kind ließ das Ehepaar nach Betlehem pilgern, um vor der Krippe des Herrn um ein Kind zu bitten. Dafür wollten sie es als Dankbarkeit Maria weihen und ihm ihren Namen geben. Die Bitte wurde erhört und am 5. Januar 1846 kam Mirjam auf die Welt. Sie wurde zehn Tage darauf in der Georgskirche von Abellin getauft und gleich gefirmt, wie der orientalische Ritus es vorsah. Weiterlesen

Spurensuche: Konstantinische Bauwerke im Hl. Land

Betlehem – Die Geburtskirche
Die Geburtskirche in Betlehem wurde zwar von Kaiser Konstantin geplant, als Miterbauerinnen werden jedoch zwei Frauen genannt: Helena, die Mutter des Kaisers, und Eutropia, seine Schwiegermutter. Eusebius berichtet über die Innenausstattung der Kirche nur, dass sie mit reichen Weihegeschenken und kostbarem Schmuck versehen war.
Heute zeigt sich die Geburtskirche nicht mehr in jener Gestalt, die ihr Konstantin und Helena durch ihre Architekten gaben. Kaiser Justinian (500-550) unterzog sie bedeutenden Veränderungen. Archäologische Untersuchungen lassen jedoch den ehemaligen konstantinischen Plan erahnen. So entdeckt man bei einem Besuch der Grabeskirche noch die Mosaike der konstantinischen Fußböden. Weiterlesen

Mariam Baouardy, „Die neue Heilige“

Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon

Quelle: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon

Mirjam von Abellin, Mariam Baouardy, ist „die Neue“ unter den Heiligen. Die kleine Araberin, wie sie manchmal auch genannt wird, ist eine palästinensische Heilige. Sie wurde 1846 in Abellin geboren, einem kleinen Ort in der Nähe von Nazareth, und starb in Betlehem. Die christlich-arabischen Eltern verlor Mariam sehr früh uns so wuchs sie als Waise bei Verwandten auf, die sie zu einer Hochzeit zwingen wollten. Doch Mariam stellte sich gegen diese Zwangsverheiratung, sie wollte Ordensfrau werden. Bei einem Zwischenfall wurde sie so schwer verletzt, dass sie eigentlich hätte sterben müssen, doch die Gottesmutter Maria heilte sie auf wunderbare Weise. Weiterlesen

Bischöfe fordern Menschenwürde als Grundlage für den Frieden

Am 15. Januar 2015 tagte in Jerusalem die Heilig-Land-Koordination der Bischofskonferenzen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land. In ihrer Schlusserklärung betonten sie die Förderung der Menschenwürde im Hl. Land als Grundlage für den Frieden:

„Wir wurden Zeugen der tragischen Konsequenzen des Scheiterns der örtlichen und internationalen Politik bei dem Versuch, den Friedensprozess voranzubringen. Die Menschenwürde ist von Gott gegeben und sie ist absolut. Der bestehende Konflikt verletzt die Würde von Palästinensern und Israelis, aber unser Einsatz für die Armen ruft uns in besonderer Weise dazu auf, das leidende Volk in Gaza zu unterstützen. Vor einem Jahr nannten wir Gaza „ein von Menschen verursachtes Desaster, ein schockierender Skandal, eine Ungerechtigkeit, die nach einer Lösung durch die internationale Gemeinschaft schreit“. Angesichts der schrecklichen Zerstörung, die eine Folge des Krieges im letzten Jahr war, erinnerte unsere Anwesenheit die kleine christliche Gemeinde daran, dass ihre Mitglieder nicht in Vergessenheit geraten sind. Weiterlesen