Spurensuche: Wie aus Jebus Jerusalem wurde

Spurensuche: Wie aus Jebus Jerusalem wurde

Jerusalem ist keine Gründung der Israeliten. Erst König David konnte sie um 1000 v. Chr. unter seine Herrschaft bringen. David regierte zuvor nach Sauls Tod etwa siebeneinhalb Jahre von Hebron aus das Südreich Juda. Auch als gesalbter König von ganz Israel blieb er zunächst noch in Hebron. Damals begann er seine Planung das noch Jebus genannte Jerusalem zu seiner neuen Hauptstadt zu machen. Dies vor allem deshalb, weil Jebus quasi in einer neutralen Zone zwischen dem Stammesgebiet von Benjamin im Norden und den judaischen Territorien im Süden lag und keinem jüdischen Stamm gehörte, sondern den Jebusitern.
Weiterlesen

Christusorte – Nazareth

In Betlehem wurde Jesus geboren, aber seine Heimat war Nazareth. Sein Beiname „der Nazarener“ kann auf seine Herkunft und Heimat hinweisen. Als Erwachsener ist Jesus nicht mehr nach Betlehem zurückgekehrt. Nazareth war damals allerdings nur ein kleiner, unbedeutender Ort in Galiläa und wohl nicht sehr anerkannt, wie der Ausspruch von Nathanael in Joh 1:46 bezeugt: „Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?“

Im Alten Testament erfährt man nichts über Nazareth. Auch der jüdische Schriftsteller Josephus Flavius erwähnt es nicht. Aus den synoptischen Evangelien jedoch werden uns zwei Dinge überliefert: Der Ort hatte eine Synagoge, die Jesus am Sabbat besuchte, um aus der Jesaia-Rolle vorzulesen, die sich auf seine Sendung bezog (Lk 4:16-17). Der Standort einer Synagoge in Nazareth lässt dann doch einen etwas größeren Ort vermuten. Und weiter wird überliefert, dass am Rand der Stadt ein Bergabhang lag, über den das zornige Volk Jesus nach seiner Rede hinabstürzen wollte (Lk 4:28-30). Weiterlesen

Der Fischfang im See Gennesaret zur Zeit Jesu

Im Jahre 1986 fand man bei Niedrigwasser am Westufer des Sees Gennesaret im Schlamm nahe des Ufers Reste eines Bootes. Die archäologischen Untersuchungen ergaben, dass es aus der Zeit Jesu stammte. Der Rumpf des Bootes besteht hauptsächlich aus Libanonzeder und Eiche, seine Maße betragen in der Länge ca. 8,8 Meter, Breite ca. 2,5 Meter und Höhe ca. 1,25 Meter. Das Heck war breit, der Bug schmal, Ruder und ein viereckiges Segel bewegten das Boot vorwärts. Am Bug und am Heck gab es ein Deck, wobei hinten der Steuermann stand und die Fischernetze lagen. Der Bereich am Achterdeck war trocken und geschützt, es war wohl jener Platz, an dem Jesus während des Sturms schlief (Mk 4:38).

Jesus benutzte solche Boote auch als Bühne für seine Predigten (Mk 3:9; LK 5:3). Dadurch konnte er sich großen Menschenmengen entziehen, nutzte aber auch die gute Akustik über die Wasseroberfläche hinweg. Dabei setzte sich Jesus ins Boot, ganz der Tradition jüdischer Lehrer folgend. Das Deck im Heck des Bootes war dafür der ideale Platz. Später wurde das Motiv des Bootes und von Fischernetzen in der christlichen Kunst im Kirchenbau auch für Kanzeln verwendet. Weiterlesen