Christusorte – Der Teenager Jesus im Tempel von Jerusalem

In Lk 2:41-47 erzählt uns der Evangelist Lukas, wie der 12-jährige Jesus während einer Pilgerreise nach Jerusalem im Tempel „unter den Lehrern“ sitzt. Die Eltern von Jesus gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem, um eine jüdische Verpflichtung zu erfüllen. Sie besagt, dass ein Jude dreimal im Jahr, zu pesach, zum Wochenfest (shawout) und zum Laubhüttenfest (sukkot), nach Jerusalem zu pilgern hat. Dies gründet biblisch in den drei Texten von Ex 23:14-17, Ex 34:18-23 und Dtn 16:16-17. Allerdings hatten dieses Gebot nur Juden genau zu befolgen, die im Umkreis einer Tagesreise von Jerusalem wohnten. Wer weiter entfernt wohnte, musste nur einmal im Jahr wallfahren. Juden in der Diaspora genügten dem Gebot, wenn sie mindestens einmal im Leben nach Jerusalem pilgerten. Als Galiläer hatten die Eltern von Jesus einmal im Jahr nach Jerusalem zu wallfahren. Sie wählten dafür das Paschafest. Die Mischna (Chagiga 1,1) informiert über die zur Wallfahrt verpflichteten Personen: Es sind ausschließlich die Männer. Weiterlesen

„Sagt Dank bei allem“. Aber warum und wie?

Ich lese in der Hl. Schrift bei Paulus (1Thess 5:18): „Sagt Dank bei allem! Denn das ist Gottes Wille in Christus Jesus für euch.“ Nun gibt es Unglücke, Situationen, Menschen, bei denen sich alles in mir sträubt Gott dafür zu danken. Anderseits spricht Gott in der Hl. Schrift klar davon, dass Dankbarkeit für alles sogar Gottes Wille für mich ist. Und wenn ich das Vaterunser bete: „Dein Wille geschehe“, dann würde ich lügen, wenn ich undankbar bin. Warum und wie soll also diese Dankbarkeit in allem funktionieren? Hier ein paar Gedanken dazu: Weiterlesen

Die Milchgrotte in Betlehem

Südlich vom Zentralplatz in Betlehem aus tritt man in einen kleinen Vorhof und vor eine barockisierte Fassade einer Kirche des Jahres 1935. Sie ist über der Milchgrotte, arabisch Magharet es Sitti Mariam, am Rande eines Ostabhangs gebaut. Hier soll sich die Gottesmutter vor den Gerichtsdienern des Herodes in Sicherheit gebracht haben, wie eine Legende aus dem 6. Jahrhundert erzählt. Diese wurde bald mit Details aus dem Matthäusevangelium ausgeschmückt. So soll hier der Ort gewesen sein, wo Joseph vom Engel im nächtlichen Traum von der Gefahr erfahren hat, die dem göttlichen Kind drohte, und den Auftrag erhalten haben nach Ägypten zu fliehen. Joseph drängte die gerade stillende Maria zur Eile und dabei fielen ein paar Tropfen ihrer Muttermilch auf den Boden. Sogleich färbte dieser sich vom üblichen rot des hiesigen Gesteins in strahlendes weiß. Der Felsen nahm nun heilende Eigenschaften an und vermochte jeden Müttern Milch zu geben, die ihr Kind nicht stillen konnten. Dieser Volksglaube wurde 850 vom Pilger Perdicca aus Ephesus bezeugt. Weiterlesen