Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen

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„Allezeit habt ihr die Armen bei Euch“. Betrachtung zu Mt 26:6-16.

Der Kontext darf nicht übersehen werden, um allzu einseitige Auslegung, etwa einer Sozialcharta oder eines Gottesstaats auf Erden, zu vermeiden. Im Kontext verweist das Ereignis darauf hin, dass ehrfürchtiger Glaube und Liebe, wie der Frau, etwas Stürmisches, Überschwängliches, ja Unpraktisches hat. Liebe fragt nicht nach Grenzen. Sie kümmert sich nicht um Gedanken und Worte von Menschen. Hingabe ruft nach Ganzheit. Krämerisches Rechnen und Zählen ist dem Herrn gegenüber unwürdig.

Im Gespräch mit den Jüngern wird der Kleingeist von uns Menschen offenbar. Man misst ihn am eigenen Maßstab und zeigt Unverständnis, wenn das Große nicht in den kleinen Kopf und das kleine Herz passt. So gibt es Menschen, die Nächte durchbeten können, große Summen geben und andere finden es übertrieben. Dabei treibt vielleicht deren Großzügigkeit und Opferbereitschaft nur das Wissen um die eigene Sündhaftigkeit an, die einen selbst noch fehlt. Spießer können die Größe der Liebe nur schwer verstehen. Es ist für sie Verschwendung. So etwa auch die Kathedralen und goldenen Kelche in den Kirchen. Weiterlesen

Yoga und Zen vs. christliche Spiritualität

Mystik, Ritual, Kult, das sind Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die heute im Westen trotz der Säkularisierung der Welt immer mehr geschätzt werden. Allerdings meint man damit mehr östliche Spiritualität, eigene christliche Wurzeln sind verpönt und aus dem kritischen Rationalismus der Moderne entwickelt sich immer mehr ein abergläubischer Irrationalismus der Postmoderne. Deshalb ist es wichtig den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was außerchristlich an „religiösem“, „transzendentalem“, „mystischem“ und „spirituellem“ läuft und dem, was das Christentum unter Spiritualität versteht. Dies vor allen deswegen, weil auch im innerkirchlichen Bereich immer mehr eine Vermischung stattfindet, man denke nur an die zahlreichen Yoga- und Zen-Kurse in katholischen Bildungseinrichtungen.
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Franz von Sales – Ein Leben im Heute

„Die Vergangenheit gehört dem göttlichen Erbarmen, die Zukunft der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert ist das Heute. Und dieses Heute gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens.“

Bernhard von Clairvaux – Der erste Mystiker des Abendlands

Der Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux lebte von 1090 bis 1153 und gilt als der Vater der abendländischen Mystik. Der Aufstieg hin zu Gott gelingt für ihn in mehreren Schritten und Einsichten.

  1. Nicht der Verstand und die Vernunft, sondern die Demut ist Ausgangspunkt, um Gott erkennen zu können. Nur die Demut kann das Ich zum Schweigen bringen. Das Ich ist es nämlich, das Vorstellungen von Gott produziert, so dass Gott nicht wirken kann. Die Demut ist es jedoch, in der das Du Gottes hörbar wird. In der Philosophie spricht der Mensch mit Gott, in der Mystik spricht Gott zum Menschen.
  1. Die Erkenntnis der Wahrheit ist an die Liebe zu Gott gebunden. Nur die Liebe öffnet durch die Hingabe an Gott die Augen. So kann es zu einer inneren vertrauten, persönlichen Begegnung mit Gott kommen, Gott kann den Menschen im Herzen erfassen. Er ist ein Du, kein Es, er ist erfahrbar. Es folgt die Ekstase, die Verbindung mit Gott.
  1. Die Ekstase bedeutet das Heraustreten der Seele aus dem Menschen zur geistigen Vereinigung mit Gott. Sie ist geheimnisvoll, eben mystisch, denn Gott allein besucht, erfasst, entzündet die Seele. Keine Technik ermöglicht den Aufstieg hin zu Gott, es gilt sich einzig für Gott bereit zu halten, damit er herab kommt. Der Mensch ist dafür geschaffen nach dem Absoluten zu streben. Nur dort erlangt er Erfüllung, nicht im Endlichen. Die Begegnung mit Gott hebt Raum und Zeit auf.

Der hl. Bernhard hält demnach als Fazit folgende Voraussetzungen fest, um in eine Vereinigung mit Gott genommen zu werden, damit die Begegnung mit dem Du Gottes erfolgt:

  1. Demut
  2. Schweigen
  3. Liebe
  4. Hingabe

 

der emmauspilger

S.D.G.

Mitarbeiterbefragung des Hl. Geistes

Er stellt uns in jedem Augenblick die Frage: Worum geht es im christlichen Leben? Zu was befähigt der Hl. Geist uns, wenn wir mit und in Jesus Christus wahrlich leben? Gleichzeitig rückt er in der Antwort unser Gottesbild zurecht. Prüfen wir uns also und entscheiden wir uns für jeweils eine Antwort: Ist das christliche Leben

  • ein Geben oder ein Antworten?
  • ein Werden oder ein Sollen?
  • eine Umgestaltung oder eine Selbsterziehung?
  • eine Selbstheiligung oder eine Selbsthingabe?
  • eine Nachahmung Christi oder eine Verähnlichung mit Christus?
  • eine Leistung oder eine Mitarbeit?
  • Werke oder Beziehung?
  • eine Freiheit für oder ein Verzicht auf?
  • Tugendhaftigkeit oder Beziehungsfähigkeit?
  • Jesus Christus als Partner oder Jesus Christus als Vorbild?
  • eine Nachfolge Christi oder eine Teilnahme an Jesus Christus
  • eine Verpflichtung oder eine Berufung?
  • die Person Christi oder das Gesetz Gottes?
  • ein handeln oder das Sein?
  • eine Selbstverleugnung oder eine Selbstverwirklichung in Jesus Christus?
  • ein Streben nach Vollkommenheit oder eine Vereinigung mit Jesus Christus?
  • Wachstum oder Selbstvervollkommnung?
  • eine Verwirklichung von Idealen oder eine Verwirklichung einer Berufung?
  • eine Verhaltensänderung oder eine Änderung des Denkens?
  • ein seinsgemäßes Leben oder ein tugendhaftes Leben?
  • eine Teilhabe an der Heiligkeit Jesu oder ein Streben nach Heiligkeit?
  • eine Begegnung mit dem Herrn oder eine Loslösung vom Sein?
  • eine neue Seinsweise oder eine neue Existenzweise?
  • eine Umwandlung oder eine Besserung?
  • eine Umkehr oder Buße tun?
  • ein halten der Gebote Gottes oder ein Leben in Partnerschaft mit Jesus Christus?
  • ein entwickeln von Anlagen oder der Erwerb von Tugenden?

Es gibt viel zu meditieren über diese Fragen und noch mehr über die Antworten. Keine ist sogleich richtig oder falsch, die Entscheidung deckt aber unsere Beziehung zu Gott auf. Der Hl. Geist wird uns die rechten Antworten geben, wenn wir ihn darum bitten und uns führen. Es ist eine Kirchenlehrerin, die hl. Therese von Lisieux, die uns u. a. durch ihr Buch „Selbstbiographie“ leiten kann, eine rechte Gottesliebe aufzubauen.

der emmauspilger

S.D.G.