Eine kleine Geschichte des Todes

Eine kleine Geschichte des Todes

Der Tod als Sündenstrafe. Abel zeigt es uns. Der Verbrecher Kain gibt nicht nur auf die Frage von Gott nach dem Verbleib seines Bruders eine zynische Antwort, sondern es wird auch offenbar, dass der Tod ein „Nichtmehrhütenmüssen“ des Bruders ist. Ein frappierender Gegensatz zum Neuen Testament, in dem ewiges Leben durch den Sohn verheißen wurde und das Gebot der Nächstenliebe sich auch auf das Hüten des Bruders bezieht.

Doch hier, im alten Bund, ist der Tod ein furchtbares Alleinsein. Keine Verheißung mildert noch die Verlassenheit. Der Tod bedeutet vor der historischen Auferstehung des Herrn und Gottes Jesus Christus das Ende. Dieses Ende gelangt durch die Tat Kains in ihr schreckliches Licht. Der dem Tod ohne Verheißung verfallene, wird auch vom Bruder und Nächsten fallen gelassen. Weiterlesen

„Allezeit habt ihr die Armen bei Euch“. Betrachtung zu Mt 26:6-16.

Der Kontext darf nicht übersehen werden, um allzu einseitige Auslegung, etwa einer Sozialcharta oder eines Gottesstaats auf Erden, zu vermeiden. Im Kontext verweist das Ereignis darauf hin, dass ehrfürchtiger Glaube und Liebe, wie der Frau, etwas Stürmisches, Überschwängliches, ja Unpraktisches hat. Liebe fragt nicht nach Grenzen. Sie kümmert sich nicht um Gedanken und Worte von Menschen. Hingabe ruft nach Ganzheit. Krämerisches Rechnen und Zählen ist dem Herrn gegenüber unwürdig.

Im Gespräch mit den Jüngern wird der Kleingeist von uns Menschen offenbar. Man misst ihn am eigenen Maßstab und zeigt Unverständnis, wenn das Große nicht in den kleinen Kopf und das kleine Herz passt. So gibt es Menschen, die Nächte durchbeten können, große Summen geben und andere finden es übertrieben. Dabei treibt vielleicht deren Großzügigkeit und Opferbereitschaft nur das Wissen um die eigene Sündhaftigkeit an, die einen selbst noch fehlt. Spießer können die Größe der Liebe nur schwer verstehen. Es ist für sie Verschwendung. So etwa auch die Kathedralen und goldenen Kelche in den Kirchen. Weiterlesen

Das Brot des Lebens in der Hl. Eucharistie

Das Brot des Lebens in der Hl. Eucharistie

Gründonnerstag – Tag des Herrenmahls, der Einsetzung der Hl. Eucharistie:

Jesus sprach zu ihnen: »Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten. Doch ich sagte es euch: Ihr habt mich zwar gesehen, glaubt aber nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und den, der zu mir kommt, werde ich nimmermehr von mir wegstoßen; denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte: »Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist«, und sie sagten: »Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt er nun: Ich bin vom Himmel herabgekommen?« Jesus antwortete ihnen: »Murrt nicht untereinander! Niemand kann zu mir kommen, wenn ihn der Vater, der mich sandte, nicht zieht; ich aber werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn einer von diesem Brote ißt, wird er leben in Ewigkeit, und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.« Da stritten die Juden untereinander und sagten: »Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?«  Jesus aber sprach zu ihnen: »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr nicht Leben in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. Denn mein Fleisch ist eine wahre Speise, und mein Blut ist ein wahrer Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm.

Viele nun von seinen Jüngern, die es hörten, sagten: »Hart ist die Rede, wer kann sie hören?« Jesus wußte bei sich, daß seine Jünger darüber murrten, und sprach zu ihnen: »Daran nehmt ihr Anstoß? Wenn ihr nun den Menschensohn dahin aufsteigen seht, wo er vordem war? Der Geist ist es, der Leben schafft, das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.

Da sprach Jesus zu den Zwölfen: »Wollt nicht auch ihr weggehen?« Simon Petrus antwortete ihm: »Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens! Wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist.« (Joh 6:35-38, 41-43, 51-54, 60-63, 67-69)

Ging es zuerst um das Brot des Lebens, welches zu essen der Glaube ist, lehrt Jesus nun immer eindringlicher den Jüngern, dass er selbst, sein lebendiges Sein, seine Bereitschaft, seine Innerlichkeit zum und im Vater, seine Liebe die lebensspendende Speise ist. Nicht etwa eine abstrakte Philosophie oder eine Lehre in einem Buch, sondern sein Fleisch und sein Blut, sein ganzer Leib. Die Feinfühligkeit der Juden für den einen Gott sagte ihnen, wie ungeheuerlich diese Behauptung ist. Deshalb setzen sie ihn herab: „Der ist doch nur Josephs Sohn aus Nazareth“. So tun es auch heute viele Menschen mit dem Herrn. Weiterlesen

Protestanten und die letzten Dinge

Dieser Beitrag gehört zu einer kleinen Serie über den Protestantismus im Vergleich zur katholischen Kirche. Weitere Beiträge finden sich hier , hier , hier , hier und hier

Protestanten kennen ein immerwährendes Thema: Das nahe Weltende. Bereits Luther rechnete mit der bald bevorstehenden Wiederkunft des Herrn und hielt den Papst deswegen für den vorhergesagten „Antichristen“ der letzten Tage. Auch der Ansturm der Türken auf das christliche Abendland deutete Luther als endzeitliches Strafgericht. Der führende Denker des aufkommenden Pietismus und Vorreiter der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Hl. Schrift Johann Albrecht Bengel (1687 – 1752) errechnete aus der Bibel das Jahr 1836 als Zeitpunkt der Wiederkunft Christi. Immer wieder gab es seither Gruppen, welche aufgrund solcher Berechnungen neue Gemeinschaften gründeten, so z. B. die Adventisten 1844, die neuapostolische Gemeinschaft oder die Zeugen Jehovas, die letztmals 1975 die Schlacht um Harmagedon vorhersagten. Trotz der Fehlberechnungen gelang es diesen Gruppen ihre Anhänger an sich zu binden.

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Das Abendmahl bei den Protestanten

Man muss sich erst wieder bewusst werden, dass zwischen den Reformierten (die Nachfolger von Zwingli und Calvin) und den Lutheranern ein Unterschied in der Haltung zum Abendmahl besteht. Bei den Reformierten ist es ein Gedächtnismahl, bei dem Christus nicht anders anwesend ist, als überall sonst im Leben. Sowohl die Aussagen Jesu als auch seine Handlungen sind dabei nur symbolisch zu verstehen. Bei dem Nachvollzug dieser Symbole gedenkt der Gläubige an das Leiden und Sterben des Herrn, bekundet seine Bereitschaft zur Nachfolge und empfängt dadurch Segen. Der Ungläubige hingegen bekommt nur einen Schluck Wein und eine Oblate.

Bei den Lutheranern jedoch ist Christus während der Kommunion in Brot und Wein sehr wohl leibhaftig gegenwärtig in der Realpräsenz. Dies gilt ebenso für die Ungläubigen, denen es aber nicht zum Heil, aber zum Gericht gereicht. Der katholische Begriff der Transsubstantiation, der Wesensverwandlung, wird jedoch von den Lutheranern abgelehnt. Sie sprechen von der Konsubstantiation, d. h. Brot und Wein verwandeln sich nicht in Leib und Blut Christi, sondern die leibliche Gegenwart Christi tritt auf geheimnisvolle Weise zur natürlichen Gestalt der Elemente hinzu. Diese Gegenwart endet mit der Kommunion. Alle Reste von Brot und Wein sind somit wieder gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein. Diese Lehre stammt allerdings nicht von Luther selbst, er hatte noch den Glauben an die bleibende Gegenwart Christi. Erst seine Nachfolger gaben diesen Glauben auf.  Weiterlesen

Die Früchte des Hl. Messopfers

Der katholische Schriftsteller und Kapuzinerpater Martin von Cochem (1634-1712) fasste unter anderem in seinem Werk „Erklärung des Heiligen Meßopfers: ein Unterrichts- und Betrachtungsbuch für die Gläubigen der Kirche Gottes“ zahlreiche Gnaden und Wohltaten Gottes zusammen, die unsichtbar für den Menschen bei einer Heiligen Messe geschehen. Hier ein kleiner Auszug davon:

Der himmlische Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er ihm die Ehre gebe, die Adam und alle Sünder ihm verweigert hatten. Auch deines Heiles wegen sandte er seinen Sohn in die Welt und lässt ihn noch täglich auf den Altären gegenwärtig werden.

Zu deinem Heile verwandelt der Heilige Geist Brot und Wein in den wahren Leib und in das wahre Blut Jesu Christi. Weiterlesen

Therese von Lisieux: Weiheakt an die barmherzige Liebe

Mein Gott! Glückselige Dreifaltigkeit, ich verlange danach, dich zu lieben und dahin zu wirken, dass du geliebt wirst…

Ich verlange danach, deinen Willen restlos zu erfüllen und zu der Herrlichkeit zu gelangen, die du mir in deinem Reich bereitet hast, mit einem Wort: Ich verlange danach, heilig zu werden; aber ich fühle meine Ohnmacht und ich bitte dich, mein Gott, sei Du selbst meine Heiligkeit. Weiterlesen

Basics: Was ist Sünde?

Es gibt ein großes Hindernis, um lieben zu können: Es ist die Sünde. Doch was ist die Sünde? Heute wird meist vermieden das Wort Sünde zu gebrauchen, weil es auch missbraucht wird. Sünde hat immer mit Schuld zu tun, doch die moderne Pädagogik kennt keine Schuld mehr, sondern nur mehr Schuldgefühle, die wegtherapiert werden können. Sünde wird heute meist dahingehend interpretiert, dass etwas attraktiv, aber verboten ist: Die Schokolade, die man nicht essen soll, weil sie die Figur zerstört oder die überschrittene Höchstgeschwindigkeit auf der Straße, die einen zu einem Verkehrssünder macht, wenn man erwischt wird.

Doch diese Sicht auf die Sünde führt uns auf die falsche Spur. Die Sünde hat zunächst nichts mit Moral zu tun. Die Sünde greift des Menschen ureigenstes Wesen an: seine Beziehungsfähigkeit. Die Sünde ist die Trennung des Menschen von Gott. Doch was ist schlimm an dieser Trennung von Gott? Diese Trennung hat eine völlig andere Qualität als eine Trennung von alten, unmodischen Kleidern oder den nun ungeliebten Partner: Es ist die Trennung vom Schöpfer des Menschen, die Trennung des Geschöpfs vom Schöpfer und damit die Trennung vom Licht, der Liebe und dem Leben. Somit ist der Mensch tot, eben so wie Adam und Eva nach dem Genuss der verbotenen Frucht dem Leben gestorben sind, ganz wie Gott es ihnen voraussagte: „denn am Tage, da du davon isst, musst du sterben“ (Gen 2:16). Adam und Eva lebten körperlich noch weiter, aber es ist das Leben Gottes, das in ihnen gestorben ist. Paulus weist darauf in Rö 5:12 hin: „Wie daher durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt eintrat und durch die Sünde der Tod, und so auf alle Menschen der Tod überging, weil alle sündigten“. Paulus spricht von der Sünde im Singular und nicht von den Sünden. Er bezieht sich einzig auf die Trennung von Gott.
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Fasten auch mit den Sinnen

Die Fastenzeit war noch nie bloß eine Wellness-Kur, auch wenn sie heute oft so verstanden wird. Sie bezieht sich meist nur auf den Leib und soll durch Verzicht das Idealgewicht oder ein undefiniertes „Wohlbefinden“ wiederherstellen. Das christliche Fastenverständnis bezieht jedoch ebenso Geist und Seele in eine Reinigung mit ein. Es ist eine Vorbereitung auf das größte Fest im Kirchenjahr, die Raum schaffen soll für eine Begegnung mit Gott. Gott ist die Reinheit und sehnt sich nach Gleichem in den Gedanken, Taten und Worten von Menschen. Dieser kann in einem inneren Bedürfnis zur Reinheit überlegter und feinfühliger handeln und bewusster an eine Sache herangehen. Hier einige Gedanken dazu.

Gerade in der ersten Fastenwoche braucht man nicht ein „finsteres“ Gesicht machen (vgl. Mt 6:16ff.). Auch eine äußerliche Vernachlässigung ist unangebracht. Das Fasten ist keine Schaubühne für die Frommen, sondern ihr Übungspfad. In dieser Woche kann man andere und sich selbst bewusster wahrnehmen. Alltägliche Gewohnheiten können durchbrochen werden, Bequemlichkeiten abgelegt. Vielleicht wird dies durch einen Nahrungsverzicht geschehen, durch Einschränkung von ständiger Musikberieselung. Ertrage ich mich dann noch selbst? Kann ich mit mir alleine, meinen Gedanken noch umgehen? Auch eine bewusst schlichte und praktische Kleidung kann angebracht sein und ein interessierter Blick hinter die Fassade einer Kollegin oder eines Kollegen. Weiterlesen

Unsere Bürgerrechte im Himmel

Die Gedanken in meinem vorigen Beitrag beinhalteten die angeblichen irdischen Rechte, die wir meinen fordern zu können. In der Hl. Schrift wird uns in Phil 3:20 von Paulus das Bürgerrecht im Himmel versprochen, wenn wir an den Herrn Jesus Christus glauben. Dieses Bürgerrecht gibt Christen eine neue Würde und ist eine Realität, die sie in Anspruch nehmen dürfen. So wie man denkt, so lebt man, das Denken bestimmt die Haltung eines Menschen. Zwar behält ein Christ seine alte sündige Natur, die immer wieder durchbrechen wird, aber durch sein Bürgerrecht im Himmel erhielt er auch durch Christus, der nun in ihm wohnt, die Kraft, die Würde und den Glauben nicht mehr von der alten Natur versklavt werden zu müssen. Was sollte nun die Haltung eines Christen bestimmen, was sind die neuen Bürgerrechte im Himmel und was unterscheidet sie vom alten Leben? Ich entdeckte 19 Punkte in der Hl. Schrift, es werden aber sicherlich mehr sein:

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