Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

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Christusorte: Die Grabeskirche in Jerusalem

Am 13. Juni 313 wurde das „Mailänder Edikt“ verkündet, welches das Christentum als „religio licita“ einstufte, als erlaubte Religion, gleichberechtigt neben anderen Religionen. Diese Religionsfreiheit sollte ein Garant für das Wohlergehen des Staates sein, so jedenfalls hofften die römischen Kaiser Licinius und Konstantin. Auch für das Hl. Land war das Mailänder Edikt von Bedeutung, Palästina ist Teil des römischen Weltreichs. Hier wurden Christen bisher vom Staat verfolgt, viele Märtyrer gingen aus dieser Verfolgung hervor. Kaiser Diokletian wütete Anfang des 4. Jahrhunderts besonders grausam gegen Christen auf palästinensischen Boden. Jedoch unterstand das Hl. Land 313 noch nicht Konstantin, sondern seinem Mitkaiser Licinius, der im Osten des Reiches regierte. Als er mit Konstantin in Konflikt geriet, begann Licinius wieder mit Verfolgung und Unterdrückung von Christen. So wurden um das Jahr 320 vierzig christliche Soldaten der Legio Fulminata getötet, weil sie sich den Opfern an heidnischen Gottheiten verweigerten. Weiterlesen

Christusorte – Nazareth

In Betlehem wurde Jesus geboren, aber seine Heimat war Nazareth. Sein Beiname „der Nazarener“ kann auf seine Herkunft und Heimat hinweisen. Als Erwachsener ist Jesus nicht mehr nach Betlehem zurückgekehrt. Nazareth war damals allerdings nur ein kleiner, unbedeutender Ort in Galiläa und wohl nicht sehr anerkannt, wie der Ausspruch von Nathanael in Joh 1:46 bezeugt: „Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?“

Im Alten Testament erfährt man nichts über Nazareth. Auch der jüdische Schriftsteller Josephus Flavius erwähnt es nicht. Aus den synoptischen Evangelien jedoch werden uns zwei Dinge überliefert: Der Ort hatte eine Synagoge, die Jesus am Sabbat besuchte, um aus der Jesaia-Rolle vorzulesen, die sich auf seine Sendung bezog (Lk 4:16-17). Der Standort einer Synagoge in Nazareth lässt dann doch einen etwas größeren Ort vermuten. Und weiter wird überliefert, dass am Rand der Stadt ein Bergabhang lag, über den das zornige Volk Jesus nach seiner Rede hinabstürzen wollte (Lk 4:28-30). Weiterlesen

Spurensuche: Konstantinische Bauwerke im Hl. Land

Betlehem – Die Geburtskirche
Die Geburtskirche in Betlehem wurde zwar von Kaiser Konstantin geplant, als Miterbauerinnen werden jedoch zwei Frauen genannt: Helena, die Mutter des Kaisers, und Eutropia, seine Schwiegermutter. Eusebius berichtet über die Innenausstattung der Kirche nur, dass sie mit reichen Weihegeschenken und kostbarem Schmuck versehen war.
Heute zeigt sich die Geburtskirche nicht mehr in jener Gestalt, die ihr Konstantin und Helena durch ihre Architekten gaben. Kaiser Justinian (500-550) unterzog sie bedeutenden Veränderungen. Archäologische Untersuchungen lassen jedoch den ehemaligen konstantinischen Plan erahnen. So entdeckt man bei einem Besuch der Grabeskirche noch die Mosaike der konstantinischen Fußböden. Weiterlesen

Christusorte – Betlehem

Betlehem - Geburtsgrotte

Betlehem – Geburtsgrotte

Gerade zur advent- und weihnachtlichen Festzeit rückt Betlehem regelmäßig in das Blickfeld auch gottferner Menschen. Die Krippe des Herrn stand in Betlehem. Aber ist Betlehem überhaupt der Geburtsort Jesu? Diese Frage stellen sich besonders liberale Theologen und Bibelwissenschaftler. Sie betrachten die biblische Erzählung im Matthäus- und Lukasevangelium über Geburt und Kindheit Jesu als „theologische“ und keineswegs als „historische“ Aussage. Jesus war nach ihrer Meinung ein Nazarener, also in Nazareth geboren. Was spricht für und was gegen diese Aussage?

Zuvor muss bedacht werden, dass es sich hier nicht um eine Glaubenswahrheit, sondern um eine historische Frage handelt. Das Glaubensbekenntnis stellt nur fest: „Geboren aus der Jungfrau Maria“. Historische Fragen lassen sich mit Gründen und Gegengründen abwägen, oftmals kommt man dennoch zu keinem endgültigen, absoluten Ergebnis. Diese verbleibenden Fragezeichen verunsichern den frommen Pilger im Hl. Land jedoch nicht. Weiterlesen