Christusorte: Die Grabeskirche in Jerusalem

Am 13. Juni 313 wurde das „Mailänder Edikt“ verkündet, welches das Christentum als „religio licita“ einstufte, als erlaubte Religion, gleichberechtigt neben anderen Religionen. Diese Religionsfreiheit sollte ein Garant für das Wohlergehen des Staates sein, so jedenfalls hofften die römischen Kaiser Licinius und Konstantin. Auch für das Hl. Land war das Mailänder Edikt von Bedeutung, Palästina ist Teil des römischen Weltreichs. Hier wurden Christen bisher vom Staat verfolgt, viele Märtyrer gingen aus dieser Verfolgung hervor. Kaiser Diokletian wütete Anfang des 4. Jahrhunderts besonders grausam gegen Christen auf palästinensischen Boden. Jedoch unterstand das Hl. Land 313 noch nicht Konstantin, sondern seinem Mitkaiser Licinius, der im Osten des Reiches regierte. Als er mit Konstantin in Konflikt geriet, begann Licinius wieder mit Verfolgung und Unterdrückung von Christen. So wurden um das Jahr 320 vierzig christliche Soldaten der Legio Fulminata getötet, weil sie sich den Opfern an heidnischen Gottheiten verweigerten. Weiterlesen

Spurensuche: Wie aus Jebus Jerusalem wurde

Spurensuche: Wie aus Jebus Jerusalem wurde

Jerusalem ist keine Gründung der Israeliten. Erst König David konnte sie um 1000 v. Chr. unter seine Herrschaft bringen. David regierte zuvor nach Sauls Tod etwa siebeneinhalb Jahre von Hebron aus das Südreich Juda. Auch als gesalbter König von ganz Israel blieb er zunächst noch in Hebron. Damals begann er seine Planung das noch Jebus genannte Jerusalem zu seiner neuen Hauptstadt zu machen. Dies vor allem deshalb, weil Jebus quasi in einer neutralen Zone zwischen dem Stammesgebiet von Benjamin im Norden und den judaischen Territorien im Süden lag und keinem jüdischen Stamm gehörte, sondern den Jebusitern.
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Spurensuche – Abraham in Jerusalem und Beerscheba

Im 22. Kapitel der Genesis wird das „Opfer Abrahams“ erwähnt. Der Ort des Opfers wird nicht erwähnt, nur dass Abraham in das Land Morija gehen soll (Gen 22:2). Die jüdische Tradition identifiziert den Tempelberg in Jerusalem als Ort des Opfers. Es soll jener Felsen gewesen sein, der sich heute inmitten des Felsendomes befindet. In 2Chr 3 errichtet Salomo den Tempel in Jerusalem auf diesen Berg Morija.

Der Felsen im Felsendom hat eine unregelmäßige Oberfläche und ragt 1,25 bis 2 Meter über das Fußbodenniveau hinaus. Zahlreiche Bearbeitungsspuren prägen ihn. Der Block hat eine Gesamtlänge von 15 Metern und eine Breite von 12 Metern. Die muslimischen Gläubigen umrunden den Stein und steigen oftmals in einen Gebetsraum hinab, der unter dem Felsen liegt. In diesem höhlenartigen Raum wird man in die Zeit des jüdischen Tempels zurückversetzt. In der Decke befindet sich eine 80 cm große Öffnung, die sich wie eine Röhre durch den Fels zieht. Eine zweite Öffnung hat einen Abfluss am Boden.
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Spurensuche: Abraham in Mamre bei Hebron

Am Ostrand von Hebron erreicht das judäische Bergland eine Höhe bis zu 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Im Vorort Halhul, eine Glasbläserstadt, passiert man den biblischen Ort Bet Zur. Er ist eine Festung aus der Zeit der Makkabäer und am Straßenrand entdeckt man den Philippusbrunnen, wo der äthiopische Kämmerer getauft wurde (Apg 8:26-40). Heute sieht man von der einst dort stehenden Basilika nur mehr wenige Mauerreste.

In Gen 13:18 erzählt die Hl. Schrift von der Reise Abrams zu den Eichen von Mamre bei Hebron. In Gen 18 beherbergt er dort drei Männer oder Engel. Der Standort dieser Eichen war seit jeher schwer zu lokalisieren. Natürlich sind hier keine typisch deutschen Eichen gemeint, sondern eher ein herausragender, ein großer Baum oder Bäume. Biblische Angaben botanischer Bezeichnungen werden vage, weil oftmals Übersetzungsschwierigkeiten auftreten.
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Spurensuche: Abraham in Hebron

Hebron liegt auf 900 Höhenmetern in einem Tal des judäischen Berglands und ist Handels- und Verkehrszentrum der Region. Militante national-religiöse Siedler lassen Hebron zu einem politischen Brennpunkt werden. Die arabischen Bewohner mussten wegen dieser Siedler 1000 Wohnungen und 1800 Geschäfte in der Innenstadt verlassen. Straßensperren, Zäune, Mauern und Wachttürme prägen das Stadtbild.

Auf dem Tell Rumejda, nordwestlich des Zentrums, liegen die ältesten Siedlungsspuren von Hebron, die man in die frühe Bronzezeit, ca. 3300 bis 2300 v. Chr. datieren kann. Einst thronte hier eine Stadt auf Kalksteinfelsen, die eine sechs Meter breite Mauer umgab. Doch sie wurde aufgegeben und in der Eisenzeit, ca. 1200 bis 1000 v. Chr., kam es zu einer ersten Blütezeit der Stadt, die sich auf 3 Hektar erweiterte. Archäologische Funde identifizieren sie als das „alte Hebron“. Dort findet man auch einen Brunnen, der das lebensnotwendige Wasser für die Stadt bereitstellte und als „Abrahamsbrunnen“ bezeichnet wird. Weiterlesen

Spurensuche im Hl. Land: Abraham und Lot

Abraham ist Stammvater drei monotheistischer Religionen, sein Grab wird in Hebron verehrt und heißt auf Arabisch El Chalil, „der Freund“, wie er als Freund Gottes auch in Is 41:8 und 2Chr 20:7 benannt wird. In Jerusalem erinnert das Jaffa-Tor Richtung Hebron, das Bab al Chalil, das „Tor des Freundes“, an ihn. Die Moslems nennen Abraham gerne El Chalil er rahman, „der Freund des Erbarmers“.

Östlich von Hebron liegt auf dem Kamm der judäischen Bergkette das Dorf Beni Naim, früher bekannt als Kefar Barucha. Es wird in Gen 18:16 erwähnt: „Die Männer erhoben sich von ihrem Platz und schauten gegen Sodom. Abraham wollte mitgehen, um sie zu verabschieden. Da sagte sich der Herr: Soll ich Abraham verheimlichen, was ich vorhabe?“ Hier war also der Platz, auf dem Abraham mit Gott regelrecht um Sodom zu feilschen beginnt. Die christliche Tradition der Verortung dieser Geschichte in Kefar Barucha verblasste zwar im Laufe der Jahrhunderte, aber moslemische Autoren wussten dann im Mittelalter vom Grab Lots an dieser Stelle. Lot gilt im Islam als Prophet, ein Vorläufer Mohammeds, der das drohende Gericht in Sura 54 im Koran ankündigt. Weiterlesen