Spurensuche: Machärus – wo Salome tanzte

Spurensuche: Machärus – wo Salome tanzte

Die Ungarische Akademie der Künste führt seit 2008 unter Leitung von Gyözö Vörös archäologische Ausgrabungen auf Machärus durch. Sie ist eine königlich-herodianische Burg oberhalb des Toten Meeres in Jordanien. Der jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet in seinen „Jüdischen Altertümern“, dass dies der Ort ist, wo Johannes der Täufer enthauptet wurde (18. Buch 5.Kap., 119). Hierher pilgern seit dem 19 Jahrhundert deshalb bis heute zahlreiche christliche und muslimische Pilger, denn wiederentdeckt wurde die Festung auf der Bergspitze erst 1807 vom Forschungsreisenden Ulrich Jasper Seetzen, nachdem sie bereits Mitte des 1. Jahrhunderts verlassen und vergessen wurde.

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Die hebräische Mischna

Die hebräische Mischna

Der Talmud, eine mehrbändige Sammlung der nachbiblischen religiösen Gesetzgebung der Juden, besteht aus zwei Textsammlungen: Der hebräische Mischna und der aramäische Gemara. Die Gemara enthält die Diskussionen und Erklärungen der späteren jüdischen Gelehrten der Mischna, den Amoräern. Der Talmud löst die Tora als Gegenstand traditionellen jüdischen Lernens ab, ganz nach dem Weisheitsspruch: „Die Schrift ist endlich, aber die Auslegung ist unendlich“. Für Christen ist jedoch die Mischna interessant, weil sie neben der Sammlung religiöser Texte auch wertvolle Informationen über Leben und Glauben des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu und der frühen Kirche beinhaltet.

In Bezug auf die Mischna sind die Soferim die ältesten Traditionsvermittler. Der sofer (Schreiber, Plural soferim) ist im AT ursprünglich ein schriftkundiger Beamter, ein Gelehrter und Kenner des Gesetzes. In der hellenistischen Zeit wandte sich ein Teil der höheren Priesterschaft der griechischen Kultur zu und Traditionen wurden vernachlässigt. Die Soferim stellten sich dabei dieser Entwicklung entgegen. Sie wurden zu den Hütern der Tora und lösten die Priester ab, womit sie sich folgerichtig auch zu Lehrern des Volkes etablierten und das religiöse Leben kontrollierten. Während der Zeit des NT war diese Entwicklung schon abgeschlossen. Hier werden die Führer des Volkes bereits als grammateis (Schriftgelehrte) bezeichnet, es entspricht dem hebräischen soferim. Flavius Josephus nennt sie „Ausleger des Gesetzes“ (Ant XVII 6.2; XVIII 3.5). In der Mischna jedoch wird der Ausdruck sofer nur für Gelehrte und Autoritäten der früheren Zeit benützt.
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