Marienmonat Mai: Die Marienblume

Es blüht der Blumen eine
auf ewig grüner Au,
wie diese blühet keine
so weit der Himmel blau.

Wenn ein Betrübter weinet,
getröstet ist sein Schmerz:
Wenn ihm die Blume scheinet
ins leidenvolle Herz.

Und wer vom Feind verwundet
zum Tode niedersinkt,
von ihrem Duft gesundet,
wenn er ihm gläubig trinkt.

Die Blume, die ich meine,
Sie ist euch wohl bekannt,
die fleckenlose, reine
Maria wird genannt.

Maria ist’s, die süße,
die Lilie auserwählt,
die ich von Herzen grüße,
die sich der Geist vermählt.

Maria ist’s, die reine,
die also lieblich blüht,
daß in so lichtem Scheine
der Rosen keine glüht.

Erfreue süße Blüthe,
der Erde finstre Gruft,
erblühe im Gemüthe
mit Deinem Himmelsduft.

Und Heiligkeit und Frieden
verleihe unsrer Brust,
und nach dem Tod hinieden
des Himmels ew’ge Lust.

 

Von Guido Görres (1805-1852)

Spurensuche: Abraham in Mamre bei Hebron

Am Ostrand von Hebron erreicht das judäische Bergland eine Höhe bis zu 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Im Vorort Halhul, eine Glasbläserstadt, passiert man den biblischen Ort Bet Zur. Er ist eine Festung aus der Zeit der Makkabäer und am Straßenrand entdeckt man den Philippusbrunnen, wo der äthiopische Kämmerer getauft wurde (Apg 8:26-40). Heute sieht man von der einst dort stehenden Basilika nur mehr wenige Mauerreste.

In Gen 13:18 erzählt die Hl. Schrift von der Reise Abrams zu den Eichen von Mamre bei Hebron. In Gen 18 beherbergt er dort drei Männer oder Engel. Der Standort dieser Eichen war seit jeher schwer zu lokalisieren. Natürlich sind hier keine typisch deutschen Eichen gemeint, sondern eher ein herausragender, ein großer Baum oder Bäume. Biblische Angaben botanischer Bezeichnungen werden vage, weil oftmals Übersetzungsschwierigkeiten auftreten.
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