Zeit und Ewigkeit

Zeit und Ewigkeit

Ist nicht die Zeit eigentlich etwas völlig Fremdes für den Menschen? Wir leben, altern und sterben wegen und in der Zeit, sie ist verwoben und eingewoben mit uns, aber seltsam: Wir können dennoch mit der Zeit nicht richtig umgehen. Wir verschwenden sie, managen sie, gewinnen und verlieren sie. Manchmal wird unsere Zeit gefressen, wir lassen sie irgendwo liegen, aber so richtig besitzen können wir die Zeit nie. Als gehöre sie gar nicht zu uns. Als ob ein Fisch sich regelmäßig wundern würde, dass er nass ist. Woher kommt das? Weiterlesen

Glauben – so tun als ob

Für die Wüstenväter ist Glauben kein Fürwahrhalten von Dogmen und Glaubenssätzen, sondern in erster Linie so-tun-als-ob. Wenn die Mönche sich ein Wort der Hl. Schrift immer wieder vorsagen, um negativen Gedanken ein positives Schriftwort entgegen zu setzen, so glauben sie, dass dieses Wort Wort Gottes ist, dass es die Wirklichkeit beschreibt, wie sie ist, dass es bewirkt, was es ausdrückt. Wenn etwa ein depressiver Gedanke einfällt, dem entgegnet wird: „Ist also einer in Christus, ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, ein Neues ist geworden.“ (2Kor 5:17), so glaubt man, dass dies auf einen konkret zutrifft, dass man wirklich in Christus neu geworden ist. Man spürt es zwar noch nicht, man weiß es nicht gewiss, man hofft und vertraut, dass es stimmt. In diesem Vertrauen tut man so, als ob es stimmt. Allein, es nützt nichts, dass man sich das Wort Jesu immer wieder vorsagt, man muss auch danach handeln. Man kann nicht warten, bis man in sich eine Kraft verspürt, bis man sicher weiß, dass man aus sich herausgehen kann. Man muss einfach auf das Wort hin tun, was es besagt.
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