Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

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Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen

Das Gute im Leid!?

Dies ist kein Versuch die Theodizeefrage zu lösen, aber die menschliche Erfahrung über das Leid kann zumindest zu einer Erkenntnis führen, wo man das Gute im Leid findet. Natürlich soll dabei nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Leid beim Menschen in Leib und Seele tiefe Wunden hinterlässt, aber Leid bewirkt auch: Weiterlesen

Im leiden für Andere ist Rettung

Als unser Herr Jesus Christus seinen Leidensweg bis ans Kreuz begann, gab er dem Leid in seiner Menschlichkeit durch seine Göttlichkeit einen ultimativen Sinn: die Erlösung, die Rettung des Menschen. Im Kreuzestod des Herrn wird auch dem Menschen ein Sinn in dessen Leid geschenkt. Alles, was der Mensch durchleiden kann, hat auch der Herr durchlitten und damit mit Sinn erfüllt.

Diese Sinngebung des Leids konnte aber nur durch den Herrn geschehen, weil er uns zuerst geliebt hat und weil er seinen Vater im Hl. Geist liebt, weil er Gott ist. Die Liebe des Herrn zu uns ließ ihn leiden, damit wir erlöst werden, die Liebe zum Vater ließ ihn gehorsam sein. Dieser Gehorsam war kein sklavischer Gehorsam, es ist ein hören, ein hinhören auf den Willen des Vaters, so wie auch der Mensch darauf hört, was ein geliebter anderer Mensch ihm sagt.

Aus Liebe gehorsam sein, aus Liebe zu Jesus Christus leiden, das können auch wir Menschen. Weiterlesen

Selfie-Journalismus

In einem Artikel eines Nachrichtenmagazins las ich kürzlich einen mit Adjektiven überladenen Bericht, der mehr wie ein Krimiauszug wirkte, als eine seriöse Nachricht. Null Information, nur eine Wolke romanhafter Atmosphäre, die den Rechtsextremisten, um den es ging, was aber in diesem Zusammenhang egal ist, umhüllte. Und mitten drin ein wackerer und tapferer Detektiv: der Verfasser des Artikels.

Zunehmend erkenne ich, dass journalistische Berichte wie Fiktionen verfasst werden und Romane immer öfter persönliche Erfahrungsberichte sind. Hier ist ein Doppeltrend zu beobachten, wenn sowohl journalistische Berichterstattung als auch imaginäre Charaktere an Glaubwürdigkeit verlieren. Stattdessen stellt sich der Verfasser in den Mittelpunkt. Nun werden nicht mehr Fakten von Kriegsschauplätzen berichtet, sondern man erfährt, wie sich der Reporter gerade fühlt, wie er bei Recherchen durch dunkle Korridore wandert oder welche Meinung sein Jüngster vor dem Fernseher am Abend zu Hause zu diesen oder jenen Thema hatte. Dort, wo früher in einer Reportage stand: „Es ist kalt“, erfährt man nun vom Journalisten: „Ich friere“.
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„Allein die Liebe zählt“ (hl. Therese von Lisieux)

Therese_von_LisieuxEs geschieht allzu oft, dass ein Christ, aufgrund der göttlichen Inspiration in seiner Wiedergeburt, beginnt seine Tugendakte und kleinen Opfer zu zählen. Tatsächlich mag dies zu Anfang im geistlichen Leben eine hilfreiche Übung sein, jedoch muss der feine Grad beachtet werden, hinter dem es zu einer Leistungsreligion mutiert. Dies ist ein Angriff des bösen Geistes, der ein Kind Gottes in die fleischliche Haltung zurückversetzt, man müsse etwas leisten, um Gottes Liebe erhalten zu können. Doch die Liebe zählt und rechnet nicht. Vollkommenheit wird nicht durch ein „Konto“ voller Tugendakte und Opfer von Gott gewährt, sondern allein anhand des Grades der Liebe, mit denen sie vollführt wurden.

Liebe kann man nicht auf ein Konto einzahlen. Liebe verlangt sofort verschenkt zu werden. Liebe vermehrt sich, wenn man sie hergibt. Jesus Christus spricht in seiner Bergpredigt in Mt 5:3 von den Seligen, die arm im Geiste und doch im Himmelreich sind. Damit sind auch jene gemeint, die nichts sammelten in ihrem vielleicht langen Leben und deshalb am Ende nichts vorzuweisen haben, denn ihre ganzen Werke bestanden darin die Liebe weiterzugeben und andere Seelen damit zu gewinnen. Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sie sucht den Moment an andere verschenkt zu werden. Weiterlesen