Christusorte: Die Grabeskirche in Jerusalem

Am 13. Juni 313 wurde das „Mailänder Edikt“ verkündet, welches das Christentum als „religio licita“ einstufte, als erlaubte Religion, gleichberechtigt neben anderen Religionen. Diese Religionsfreiheit sollte ein Garant für das Wohlergehen des Staates sein, so jedenfalls hofften die römischen Kaiser Licinius und Konstantin. Auch für das Hl. Land war das Mailänder Edikt von Bedeutung, Palästina ist Teil des römischen Weltreichs. Hier wurden Christen bisher vom Staat verfolgt, viele Märtyrer gingen aus dieser Verfolgung hervor. Kaiser Diokletian wütete Anfang des 4. Jahrhunderts besonders grausam gegen Christen auf palästinensischen Boden. Jedoch unterstand das Hl. Land 313 noch nicht Konstantin, sondern seinem Mitkaiser Licinius, der im Osten des Reiches regierte. Als er mit Konstantin in Konflikt geriet, begann Licinius wieder mit Verfolgung und Unterdrückung von Christen. So wurden um das Jahr 320 vierzig christliche Soldaten der Legio Fulminata getötet, weil sie sich den Opfern an heidnischen Gottheiten verweigerten. Weiterlesen

Die Pilgerin Egeria im Hl. Land

Im Mailänder Edikt vom 13. Juni 313 gab Kaiser Konstantin den Menschen seines Machtbereichs das Recht auf freie Religionsausübung. Es war der Beginn der Reisen von Christen nach Osten in das Hl. Land, um die Orte des Lebens von Jesus Christus zu sehen. Die Pilgerin Egeria gehörte zu diesen ersten Reisenden. Im Jahre 1884 wurde ihr Reisebericht in einem Kloster in Arezzo entdeckt. Das bis dahin unbekannte lateinische Itinerar beschreibt die Pilgerfahrt einer frommen, vielleicht adeligen Dame und/oder Klosterschwester aus dem 4. Jahrhundert nach Palästina und Konstantinopel. In dem unvollständig erhaltenen Dokument erfährt man nicht den Namen dieser Pilgerin, allerdings stellt Valerius von Bierzo 395 in einem Brief den Mut einer Pilgerin mit Namen Egeria oder Aetheria heraus, deren Schilderung auffallend mit dem aufgefundenen Itinerarium übereinstimmt, weshalb man beide Berichte als von derselben Person verfasst betrachtete.

Jerusalem war das eigentliche Ziel von Egeria und hier beschreibt sie die Gottesdienste und erzählt von liturgischen Bräuchen, die ihr fremd waren. Ihre Neugier galt mehr den geistigen Dingen, als der weltlichen Kultur. Deshalb gerät sie bei der Prachtentfaltung der Gottesdienste in Jerusalem und dem Kirchenschmuck ins Schwärmen, ohne aber allgemein die Betonung der Äußerlichkeiten zu übertreiben. Besonders angetan war sie von den liturgischen Zeremonien, die unter Cyril (gestorben 386) gefeiert wurden. Weiterlesen

Die christliche und muslimische Maria

Im Koran wird die Mutter des Propheten Jesus als vollkommenste Frau dargestellt, die je lebte. Diese hohe Achtung vor Maria verbindet in Palästina und dem Libanon Christen und Muslime. Man erfährt im Koran sogar weitaus mehr von Maria, als in der Hl. Schrift. Nur Maria wird im Koran mit ihrem Namen genannt, alle anderen Frauen werden nur als Mutter, Schwester oder Gattin erwähnt. Jesus (Aissa) gilt im Koran nur als Prophet und nicht als Messias.

Zwei ganze Suren im Koran (3 und 19) sind Maria gewidmet. Dort erfährt man von ihrer Geburt, den ersten Lebensjahren und dann von der Verkündigung durch den Engel Gabriel sowie der jungfräulichen Geburt ihres Sohnes. Man erkennt dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Hl. Schrift, doch Maria ist zweifelsohne jene Gestalt, in der sich Islam und Christentum begegnen können. Sie beweist, dass Gott oder Allah in jeden Menschen wirkt und er das göttliche Geheimnis erspüren kann. Weiterlesen

Kleine Vita von Mariam Baouardy, die hl. Mirjam von Abellin. 2/3

Mirjam war Laienschwester, weil sie weder lesen noch schreiben konnte und in Abellin oder Alexandria keine Schule besuchte. Am 20. Juli 1869 feierte die Klostergemeinschaft das Fest des Hl. Elias, der eigentliche Patron des Karmeliterordens. Die kleine Araberin verehrte den großen Propheten sehr und nannte sich gerne dessen „kleine Landsmännin“, denn Mar Elia wurde schon in ihrem Heimatdorf Ibellin umfangreich gefeiert. Als die Mitschwestern eine Statue des Propheten an seinem Festtag in das Refektorium brachten, klatsche Sr. Mirjam in die Hände und rief: „Vater Elias, Vater Elias“ und fiel in Ekstase. Die Oberin verlangte nach einiger Zeit wieder Gehorsam und befehligte ihr in den Speisesaal zurückzukehren, was sie auch tat. Der Vorfall war für sie allerdings sehr peinlich. Weiterlesen

Spurensuche: Konstantinische Bauwerke im Hl. Land

Betlehem – Die Geburtskirche
Die Geburtskirche in Betlehem wurde zwar von Kaiser Konstantin geplant, als Miterbauerinnen werden jedoch zwei Frauen genannt: Helena, die Mutter des Kaisers, und Eutropia, seine Schwiegermutter. Eusebius berichtet über die Innenausstattung der Kirche nur, dass sie mit reichen Weihegeschenken und kostbarem Schmuck versehen war.
Heute zeigt sich die Geburtskirche nicht mehr in jener Gestalt, die ihr Konstantin und Helena durch ihre Architekten gaben. Kaiser Justinian (500-550) unterzog sie bedeutenden Veränderungen. Archäologische Untersuchungen lassen jedoch den ehemaligen konstantinischen Plan erahnen. So entdeckt man bei einem Besuch der Grabeskirche noch die Mosaike der konstantinischen Fußböden. Weiterlesen

Betlehem – Eine Momentaufnahme

Wohnhaus in Betlehem - Von der Mauer auf 3 Seiten umschlossen

Wohnhaus in Betlehem – Von einer Mauer umschlossen

Zwischen Jerusalem und Betlehem befindet sich heute eine 9 Meter hohe Mauer. Von drei Seiten umgibt sie die Geburtsstadt des Herrn. Wachtürme, Soldaten und Checkpoints schotten sie vom jüdischen Staat Israel ab. Betlehem liegt mit seinen 30000 Einwohnern in den palästinensischen Verwaltungsgebieten.

Nach dem Freitagsgebet treffen die palästinensischen Jugendlichen und die israelischen Jugendlichen regelmäßig, bereits ritualisiert zusammen. Die einen mit Pflastersteinen wurfbereit in den Händen, die anderen als wehrpflichtige Soldaten der israelischen Armee. Man ruft sie, indem man Steine an das Eisentor in einem Teil der Mauer wirft. Dahinter stehen die Wasserwerfer und Militärfahrzeuge mit ihrer Besatzung bereit. Das Tor öffnet sich und sie kommen, durch einen Steinhagel begrüßt. Die Wasserwerfer sprühen mit Chemikalien versetztes Wasser. Wird man davon getroffen, stinkt man einige Tage bestialisch. Dies soll abschrecken, nützt aber auch den nächtlichen Kommandos israelischer Soldaten, die dem Geruch folgend in die Häuser der Palästinenser eindringen und die überführten Demonstranten verhaften. Weiterlesen