Spurensuche: Gaza

Der Gazastreifen liegt im südlichen Palästina am Mittelmeer und hat eine Länge von 40 Kilometer und eine Breite von 10 Kilometer. Er wird von etwa 1,8 Millionen arabischer Palästinenser bewohnt, die Hälfte davon Jugendliche. Er ist damit eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt. Zwei Drittel der Bevölkerung sind Flüchtlinge und ihre Nachkommen, die in den Kriegen von 1948 und 1963 ihre Heimat verlassen mussten. Sie sind auf acht Flüchtlingslager verteilt.

Eine hohe Besiedlungsdichte und das israelische Embargo machen den Gazastreifen zu einem unruhigen Gebiet. Der israelisch-palästinensische Konflikt erschwert die Lebensbedingungen, insbesondere seit die Hamas die Herrschaft in Gaza übernommen hat. Die meisten Menschen verfügen über weniger als zwei Dollar pro Tag, 80% sind auf humanitäre Hilfe internationaler Organisationen angewiesen. Es herrschen Armut und Arbeitslosigkeit, es mangelt an medizinischer Versorgung und es fehlt Trinkwasser. Christen bilden eine Minderheit von etwa 1300 Personen (davon 130 Katholiken) und obwohl sie das gleiche Schicksal mit ihren muslimischen Mitbürgern teilen, werden sie oft wegen ihres Glaubens als Kollaborateure des Westens beschuldigt, benachteiligt und verfolgt. Weiterlesen

Eine „neue“ palästinensische Heilige: Marie Alphonsine Danil Ghattas

Papst Franziskus hat am 17. Mai 2015 vier Ordensfrauen heiliggesprochen. Zwei von ihnen stammten aus Palästina: Die Ordensgründerin sowie Mystikerin Marie Alphonsine Danil Ghattas und Mariam Baouardy (über sie berichtete ich bereits ausführlich). Die über 2000 Pilger aus dem hl. Land zu der Feierlichkeit bezeugen die große Bedeutung dieser Palästinenserinnen für die Christen dort. Selbst der muslimische Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas nahm am Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom teil. In einer Privataudienz forderte Papst Franziskus Mahmut Abbas auf: „Sei Du ein Friedensengel“ und schenkte ihm eine Medaille, auf der ein Friedensengel abgebildet ist.

Marie Alphonsine Danil Ghattas wurde am 4. Oktober 1843 im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem geboren. Ihre Eltern waren Palästinenser. Marie besuchte in Jerusalem die katholische Schule, die von den „Schwestern des Hl. Joseph von der Erscheinung“ gegründet wurde. Es zeigte sich schnell ihre große Intelligenz und sie galt als eine der besten Schülerinnen. Noch in jungen Jahren trat sie als erste Schwester mit arabischer Muttersprache in den katholischen Orden der Schwestern des Hl. Josephs ein. Im Jahr 1860 legte sie in der Grabeskirche in Jerusalem ihr Ordensgelübde ab. Weiterlesen

Bischöfe fordern Menschenwürde als Grundlage für den Frieden

Am 15. Januar 2015 tagte in Jerusalem die Heilig-Land-Koordination der Bischofskonferenzen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land. In ihrer Schlusserklärung betonten sie die Förderung der Menschenwürde im Hl. Land als Grundlage für den Frieden:

„Wir wurden Zeugen der tragischen Konsequenzen des Scheiterns der örtlichen und internationalen Politik bei dem Versuch, den Friedensprozess voranzubringen. Die Menschenwürde ist von Gott gegeben und sie ist absolut. Der bestehende Konflikt verletzt die Würde von Palästinensern und Israelis, aber unser Einsatz für die Armen ruft uns in besonderer Weise dazu auf, das leidende Volk in Gaza zu unterstützen. Vor einem Jahr nannten wir Gaza „ein von Menschen verursachtes Desaster, ein schockierender Skandal, eine Ungerechtigkeit, die nach einer Lösung durch die internationale Gemeinschaft schreit“. Angesichts der schrecklichen Zerstörung, die eine Folge des Krieges im letzten Jahr war, erinnerte unsere Anwesenheit die kleine christliche Gemeinde daran, dass ihre Mitglieder nicht in Vergessenheit geraten sind. Weiterlesen