Christusorte – Nazareth

In Betlehem wurde Jesus geboren, aber seine Heimat war Nazareth. Sein Beiname „der Nazarener“ kann auf seine Herkunft und Heimat hinweisen. Als Erwachsener ist Jesus nicht mehr nach Betlehem zurückgekehrt. Nazareth war damals allerdings nur ein kleiner, unbedeutender Ort in Galiläa und wohl nicht sehr anerkannt, wie der Ausspruch von Nathanael in Joh 1:46 bezeugt: „Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?“

Im Alten Testament erfährt man nichts über Nazareth. Auch der jüdische Schriftsteller Josephus Flavius erwähnt es nicht. Aus den synoptischen Evangelien jedoch werden uns zwei Dinge überliefert: Der Ort hatte eine Synagoge, die Jesus am Sabbat besuchte, um aus der Jesaia-Rolle vorzulesen, die sich auf seine Sendung bezog (Lk 4:16-17). Der Standort einer Synagoge in Nazareth lässt dann doch einen etwas größeren Ort vermuten. Und weiter wird überliefert, dass am Rand der Stadt ein Bergabhang lag, über den das zornige Volk Jesus nach seiner Rede hinabstürzen wollte (Lk 4:28-30). Weiterlesen

Maria im Islam

Im Koran findet sich mehr über die hl. Maria, die Mutter des Herrn, als in der Hl. Schrift. So erstaunt es, dass christliche Theologen und sogenannte aufgeklärte Christen oftmals die Jungfrauschaft Mariens vor, während und nach der Geburt des Herrn als symbolische Aussage ansehen, aber der muslimische Glaube daran wörtlich festhält. Doch ebenso gibt es im Blick auf Maria zwischen Koran und der Hl. Schrift erhebliche Unterschiede, die zu beachten sind. Für Christen liegt die Wahrheit innerhalb dieser Differenzen natürlich auf ihrer Seite, und dies nicht ganz unbegründet, stehen doch gerade die marianischen Aussagen der Hl. Schrift näher an der geschichtlichen Wirklichkeit, als jene im Koran. Dieser entstand ein halbes Jahrtausend nach der Niederschrift des neuen Testaments, in dem besonders das Lukasevangelium Wissen über Maria vermittelt. Dieses und auch die Kindheitsgeschichte Jesu steht unter der Versicherung von Lukas, die er in seinem Vorwort darlegt, er sei allem von Grund auf sorgfältig nachgegangen (Lk 1:2-3). Woher bezieht also der Koran seine vielen Aussagen über Jesus und Maria? Weiterlesen

Die christliche und muslimische Maria

Im Koran wird die Mutter des Propheten Jesus als vollkommenste Frau dargestellt, die je lebte. Diese hohe Achtung vor Maria verbindet in Palästina und dem Libanon Christen und Muslime. Man erfährt im Koran sogar weitaus mehr von Maria, als in der Hl. Schrift. Nur Maria wird im Koran mit ihrem Namen genannt, alle anderen Frauen werden nur als Mutter, Schwester oder Gattin erwähnt. Jesus (Aissa) gilt im Koran nur als Prophet und nicht als Messias.

Zwei ganze Suren im Koran (3 und 19) sind Maria gewidmet. Dort erfährt man von ihrer Geburt, den ersten Lebensjahren und dann von der Verkündigung durch den Engel Gabriel sowie der jungfräulichen Geburt ihres Sohnes. Man erkennt dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Hl. Schrift, doch Maria ist zweifelsohne jene Gestalt, in der sich Islam und Christentum begegnen können. Sie beweist, dass Gott oder Allah in jeden Menschen wirkt und er das göttliche Geheimnis erspüren kann. Weiterlesen