Wege zur Eucharistie bei Sünden wider der Ehe

Kardinal Ennio Antonelli ging sehr positiv auf das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus ein. Der Kardinal betont die Unauflöslichkeit der Ehe, nimmt aber ebenso die Anregungen des Papstes auf, überkommene Lehren der Kirche abzulegen oder in die Zeit zu übersetzen. In einem Büchlein (Per vivere l‘ „Amoris laetitia“. Spunti di discernimento pratico), das im Juni 2016 in Mailand erschienen ist, bietet er grundlegende Hilfestellungen zur Umsetzung des päpstlichen Dokuments an, die sowohl im Pastoral als auch für die Gläubigen dienlich sind. Das Büchlein ist inzwischen in der Erzdiözese Florenz, Triest und Moskau als offizielle Richtlinie anerkannt. Es beinhaltet 7 Schritte, mit denen Gläubige, die sich in einer objektiv ungeordneten Situation in ihrer Ehe befinden, ihr Gewissen schulen und zur Eucharistie zugelassen werden können. Weiterlesen

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Aus Amoris laetitia – Tipps für eine gelingende christliche Ehe

Amoris laetitia wird oft missverstanden, viele lesen und interpretieren nur das, was sie lesen wollen. Einige reduzieren das nachsynodale Schreiben auf eine Richtlinie für den Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen in der Kirche. Dabei ist Amoris laetitia ein Geschenk der Kirche an die Ehepartner, damit sie ihre Ehe in einer von Gott ausgehenden Liebe fruchtbar gestalten. Papst Franziskus hielt in einigen geradezu poetischen Textpassagen wunderbare Tipps für eine gelingende christliche Ehe fest. So wird AL auch zu einem wertvollen Begleiter für Ehepaare und all jenen, die ihren verehelichten Brüdern und Schwestern in der Kirche Hilfestellung, Trost, Ermutigung und Rat in ungeordneten Situationen geben wollen. Hier einige Zitate aus AL 224, 226, 227:

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Keine Religion ist terroristisch!

„Das Engagement für die Opfer von Ungerechtigkeit und Gewalt ist nicht etwa ein ausschließliches Gut der katholischen Kirche, sondern es gehört zu vielen religiösen Traditionen, für die Mitleid und Gewaltlosigkeit wesentlich sind und den Weg des Lebens weisen! Das betone ich mit Nachdruck: Keine Religion ist terroristisch!! Die Gewalt ist eine Schändung Gottes. Werden wir nie müde zu wiederholen, dass der Name Gottes die Gewalt nie rechtfertigen kann. Allein der Friede ist heilig. Nur der Friede ist heilig, nicht der Krieg!“

Papst Franziskus (aus der Friedensbotschaft zum 50. Weltfriedenstag 2017 an die Regierenden der Welt)

Der Neujahrstag wurde am 8. Dezember 1967 vom sel. Papst Paul VI. zum Weltfriedenstag erklärt.

Amoris laetitia – zum letzten Mal

Viel wurde über das Schreiben von Papst Franziskus geschrieben, es wurde interpretiert, verworfen und für die eigenen Ziele in Anspruch genommen. Nun ist es um AL ruhiger geworden und die Bischofskonferenzen werden versuchen, das Ihrige in den Vordergrund zu stellen. Mir sind folgende Punkte wichtig: Weiterlesen

Basics: Was ist Sünde?

Es gibt ein großes Hindernis, um lieben zu können: Es ist die Sünde. Doch was ist die Sünde? Heute wird meist vermieden das Wort Sünde zu gebrauchen, weil es auch missbraucht wird. Sünde hat immer mit Schuld zu tun, doch die moderne Pädagogik kennt keine Schuld mehr, sondern nur mehr Schuldgefühle, die wegtherapiert werden können. Sünde wird heute meist dahingehend interpretiert, dass etwas attraktiv, aber verboten ist: Die Schokolade, die man nicht essen soll, weil sie die Figur zerstört oder die überschrittene Höchstgeschwindigkeit auf der Straße, die einen zu einem Verkehrssünder macht, wenn man erwischt wird.

Doch diese Sicht auf die Sünde führt uns auf die falsche Spur. Die Sünde hat zunächst nichts mit Moral zu tun. Die Sünde greift des Menschen ureigenstes Wesen an: seine Beziehungsfähigkeit. Die Sünde ist die Trennung des Menschen von Gott. Doch was ist schlimm an dieser Trennung von Gott? Diese Trennung hat eine völlig andere Qualität als eine Trennung von alten, unmodischen Kleidern oder den nun ungeliebten Partner: Es ist die Trennung vom Schöpfer des Menschen, die Trennung des Geschöpfs vom Schöpfer und damit die Trennung vom Licht, der Liebe und dem Leben. Somit ist der Mensch tot, eben so wie Adam und Eva nach dem Genuss der verbotenen Frucht dem Leben gestorben sind, ganz wie Gott es ihnen voraussagte: „denn am Tage, da du davon isst, musst du sterben“ (Gen 2:16). Adam und Eva lebten körperlich noch weiter, aber es ist das Leben Gottes, das in ihnen gestorben ist. Paulus weist darauf in Rö 5:12 hin: „Wie daher durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt eintrat und durch die Sünde der Tod, und so auf alle Menschen der Tod überging, weil alle sündigten“. Paulus spricht von der Sünde im Singular und nicht von den Sünden. Er bezieht sich einzig auf die Trennung von Gott.
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Christusorte – Der See Gennesaret

Der See Gennesaret und seine Uferregion waren der Schwerpunkt des öffentlichen Wirkens von Jesus. Die Evangelisten sahen dies als Erfüllung einer alttestamentarischen Weissagung. Jedoch gab es auch irdischere Gründe: Das Seeufer war fruchtbar und zählte damals zu den dicht besiedelten Regionen Galiläas. Die in den Evangelien beschriebenen Scharen von Menschen sind deshalb keineswegs Übertreibungen. Der Name des Sees leitet sich von Gennesar ab, einer fruchtbaren Ebene in der Nähe von Magdala. Im Frühjahr wird die Schönheit der Region besonders deutlich: Ein blumengeschmücktes, grünes Kleid bedeckt die Uferregion und die umgebenden Hügel.
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Eine „neue“ palästinensische Heilige: Marie Alphonsine Danil Ghattas

Papst Franziskus hat am 17. Mai 2015 vier Ordensfrauen heiliggesprochen. Zwei von ihnen stammten aus Palästina: Die Ordensgründerin sowie Mystikerin Marie Alphonsine Danil Ghattas und Mariam Baouardy (über sie berichtete ich bereits ausführlich). Die über 2000 Pilger aus dem hl. Land zu der Feierlichkeit bezeugen die große Bedeutung dieser Palästinenserinnen für die Christen dort. Selbst der muslimische Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas nahm am Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom teil. In einer Privataudienz forderte Papst Franziskus Mahmut Abbas auf: „Sei Du ein Friedensengel“ und schenkte ihm eine Medaille, auf der ein Friedensengel abgebildet ist.

Marie Alphonsine Danil Ghattas wurde am 4. Oktober 1843 im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem geboren. Ihre Eltern waren Palästinenser. Marie besuchte in Jerusalem die katholische Schule, die von den „Schwestern des Hl. Joseph von der Erscheinung“ gegründet wurde. Es zeigte sich schnell ihre große Intelligenz und sie galt als eine der besten Schülerinnen. Noch in jungen Jahren trat sie als erste Schwester mit arabischer Muttersprache in den katholischen Orden der Schwestern des Hl. Josephs ein. Im Jahr 1860 legte sie in der Grabeskirche in Jerusalem ihr Ordensgelübde ab. Weiterlesen