Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen

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Steckbrief: Teresa von Avila, Lehrerin der Mystik

Am 15. Oktober ist der gebotene Gedenktag der hl. Teresa von Avila. Im Jahr 1970 verlieh Papst Paul VI. der großen Lehrerin der Mystik den Titel einer Kirchenlehrerin, und dies als erste Frau. Jedoch für ihre eigene Ordensleitung und den weltlichen Behörden zu ihrer Zeit war sie ein großes Ärgernis. Es war der päpstliche Nuntius Felipe Sega, der sie sogar ein „herumvagabundierendes Weib“ nannte. Heute gilt Teresa von Avila als große Mystikerin und Schriftstellerin des Christentums und Reformerin ihres Ordens. Weiterlesen

Wozu Fasten?

Das Fasten ist kein Kalkül, keine Strategie, um Gottes Aufmerksamkeit zu erlangen, diese schenkt er uns ohnehin immerzu. Es ist auch kein Werk, mit dem man sich bei Gott etwas verdienen kann. So wie Jesus wusste, dass er Gottes Sohn war und der Vater an ihm wohlgefallen gefunden hat, dürfen sich auch Christen als geliebte Kinder Gottes wissen, an denen er wohlgefallen hat. Jesus ging nach seiner Taufe mit diesem Bewusstsein als Grundlage in die Wüste zum Fasten und dies soll auch zur Grundlage für Christen werden beim 40-tägigen Fasten. Hier einige Gedanken, wozu fasten gut sein kann: Weiterlesen

Ein Fastenlächeln in der Freude Gottes

In der Bergpredigt mahnt uns der Herr: „Wenn ihr fastet, so schaut nicht finster drein wie die Heuchler; denn diese entstellen ihr Antlitz, damit die Menschen sehen, daß sie fasten“ (Mt 6:16a). Sein Antlitz entstellen bedeutet auch als Ebenbild Gottes dessen Antlitz zu entstellen. Als Kinder Gottes dürfen wir jedoch an der Freude des Herrn teilhaben und diese Freude soll uns Christen stets anzusehen sein, auch, ja gerade in der Fastenzeit. Thomas von Aquin unterscheidet die Freude an Gott von der Freude darüber, dass wir ihn „besitzen und genießen“ dürfen. Doch der ersteren Freude räumt er den Vorrang ein: „So ist denn die Freude keine von der Gottesliebe unterschiedene Tugend, sondern ist Akt oder Wirkung der Gottesliebe“. (1) Es ist also die Gottesliebe, die uns freudig und lächelnd fasten lässt.

Auch ein Heiliger der Ostkirche, Seraphim von Sarow, bestätigt, dass es unsere Gottesliebe ist, welche die Freude Gottes in die Seele einpflanzt. Es ist eine Freude vom Heiligen Geist und im Heiligen Geist, die man wirklich fühlen kann, durch eine Wärme, einen Wohlgeruch und einen tiefen inneren Frieden. „Wenn der Geist Gottes in eine Seele herabsteigt und sie mit Seiner Fülle durchdringt, verspürt sie unaussprechliche Freude, denn Er bringt Freude hervor in allem, was er berührt“. (2) Gerade in der Fastenzeit kann man seine Seele durch Schärfung der Sinne und des Geistes sensibler für die Berührung Gottes gestalten, die Freude hervorruft. Diese Freude in der Berührung durch Gottes Geist lässt uns lächeln.
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Fasten auch mit den Sinnen

Die Fastenzeit war noch nie bloß eine Wellness-Kur, auch wenn sie heute oft so verstanden wird. Sie bezieht sich meist nur auf den Leib und soll durch Verzicht das Idealgewicht oder ein undefiniertes „Wohlbefinden“ wiederherstellen. Das christliche Fastenverständnis bezieht jedoch ebenso Geist und Seele in eine Reinigung mit ein. Es ist eine Vorbereitung auf das größte Fest im Kirchenjahr, die Raum schaffen soll für eine Begegnung mit Gott. Gott ist die Reinheit und sehnt sich nach Gleichem in den Gedanken, Taten und Worten von Menschen. Dieser kann in einem inneren Bedürfnis zur Reinheit überlegter und feinfühliger handeln und bewusster an eine Sache herangehen. Hier einige Gedanken dazu.

Gerade in der ersten Fastenwoche braucht man nicht ein „finsteres“ Gesicht machen (vgl. Mt 6:16ff.). Auch eine äußerliche Vernachlässigung ist unangebracht. Das Fasten ist keine Schaubühne für die Frommen, sondern ihr Übungspfad. In dieser Woche kann man andere und sich selbst bewusster wahrnehmen. Alltägliche Gewohnheiten können durchbrochen werden, Bequemlichkeiten abgelegt. Vielleicht wird dies durch einen Nahrungsverzicht geschehen, durch Einschränkung von ständiger Musikberieselung. Ertrage ich mich dann noch selbst? Kann ich mit mir alleine, meinen Gedanken noch umgehen? Auch eine bewusst schlichte und praktische Kleidung kann angebracht sein und ein interessierter Blick hinter die Fassade einer Kollegin oder eines Kollegen. Weiterlesen

Mein Nabel und das Buch der Richter

Mein Nabel und das Buch der Richter

Die Fastenzeit ist auch eine Zeit, in der man über seine Beziehungen reflektieren kann. Welche Beziehung ist mir wichtig und warum? Nütze ich eine Beziehung aus oder werde ich ausgenützt und macht mir dies etwas aus? Viele Menschen haben niemanden, den sie als Freund bezeichnen können. Warum ist dies so?

Sucht man Freunde, wenn man sie nicht braucht, hat man welche, wenn man sie braucht. Man findet Freunde, wenn man Freund ist. Es ist die Treue, die Freundschaft erhält und beweist, wie Spr 18:24 eindrucksvoll bekundet: „Manche Freunde führen zum Verderben, und mancher liebe Freund ist treuer als ein Bruder“. Die Liebe ist es, die Treue selbstverständlich macht.  Weiterlesen

Fasten = Loslassen + Ergreifen

In der Fastenzeit steht oftmals der Verzicht im Vordergrund. Das Loslassen der Gewohnheit hinterlässt eine Lücke, die ergriffen und gefüllt werden soll, sonst bemächtigt sich ihrer die Gefühle, etwa Frust oder Hunger. Es bietet sich nun aber die gute Möglichkeit das Gewöhnliche durch das Besondere, das Profane durch das Sakrale zu ersetzen. So wie Maria den guten Teil zu Füßen des Herrn gewählt hat (Lk 10:42), kann ich dieselbe Demut aufbringen, mich zu Füßen des Herrn setzen und ihm nahe sein, ihm lauschen.

Indem ich mich selber und meine Wünsche im Alltag zurücknehme, wird man diese Demut vielleicht erringen und das Leben dem Profanen entreißen. Dazu kamen mir einige Gedanken in den Sinn, die dieses Ergreifen des Herrn in der Fastenzeit spürbar, erfahrbar machen können. Weiterlesen