Österliche Gedanken über die Freude

Österliche Gedanken über die Freude

Das Wesen der Freude ist eine konstruktive Gefühlsbewegung, die dem Kern des Menschen, den positiven und kreativen Tiefenschichten seiner Seele entstammt. Jesus Christus fordert die Menschen aufgrund der von ihm erwirkten Erlösung auf, sich jeden Tag zu freuen und zu tanzen (Lk 6:23). Denn die menschliche Seele sehnt sich nach Freude. Freude bringt Vollbringen, bringt innere Bereicherung zum Ausdruck.

Man darf diese Freude nicht mit andere aus dem Alltag herausgehobene, von ihr abgesetzte Gefühle und Stimmungen verwechseln:

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Ideologieprojekt: staatliche Erziehungsanstalten?

Betrachtet man Ideologien aus historischer und philosophischer Sicht, geht es immer darum den Kampf um die Kindererziehung zu gewinnen. Staat, Gesellschaft, Zukunft findet nur mit und durch Kinder statt. Mittel, um Kinder in ideologisch geprägte, meist staatliche Ausbildungsstätten unterzubringen, waren früher einen politischen oder juristischen Druck auszuüben. Heute wird eine Freiwilligkeit für die Eltern manipuliert, ihre Kinder selbst, alternativlos, dorthin zu schicken. „Zum Wohl der Kinder“, als ob liebende Eltern nicht genauso gut erziehen könnten, als unterbezahlte Kinderbetreuer. „Zur Selbstverwirklichung der Elternteile“, als ob Kinder daran hindern würden. „Aus finanziellen Gründen“, denn hat man ein Wirtschaftssystem erst einmal so gestaltet, dass beide Elternteile arbeiten müssen, um mit ihren Kindern leben zu können, ist es eine „Wohltat“, wenn man sie (bald?) kostenlos in staatliche KiTas und Ganztagesschulen senden darf.

Welche Ideologie zeichnet sich hier ab? Verfolgen wir einige Spuren:

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Die Liebe als Kindheit

„Wie Mann und Frau so wächst auch das Kind vom Andern her mit sich zusammen, wandert es durch das elterliche Du in die Landschaft seines Daseins hinein. Es achtet sich, weil es geachtet wird; es nimmt sich an, weil es angenommen ist; es baut sein Leben auf, weil es aufgebaut wird; es gewinnt Ortschaft in der Welt, weil der Ort ihm im Raum des Wohnens, der Wiege und des Hauses vorweg bereitet ist; es beginnt sich leibhaftig zu begreifen, weil es immer schon getragen, „ausgetragen“, von den leiblichen Sinnen der mütterlichen Liebe ergriffen und begriffen, umhegt, umsorgt worden ist. (…) Seine Zukunft erschließt sich ihm aus der Herzmitte des Du-Wir von Vater und Mutter. Es kommt zur Sprache, weil es angesprochen wird. Die Eltern öffnen ihm die Welt, die sich dem Kind nur insoweit auftut, als sie ihm durch die Gegenwart der Freiheit des Du aufgetan ist. Im Licht des Du beginnt die Welt zu reden. Das Wort des Andern entdeckt dem Kind die Worthaftigkeit der Welt. Weil es geliebt wird, vermag es zu lieben.“

„Das spielende Kind enthüllt die Wahrheit, dass sich das Sein nicht im Verursachen erschöpft, dass es primär nicht das Hervorbringen einer Wirkung, eines Werkens anzielt, sondern ein sich selbst genügender (=freier!) Reichtum ist.“

 

Ferdinand Ulrich: „Der Mensch als Anfang: Zur philosophischen Anthropologie der Kindheit“, S. 69f./137.

Zum Tag der sozialen Medien: Was die Selbstsexualisierung von jungen Mädchen lehrt

Heute wächst eine Generation auf, in deren Lebenswelt soziale Medien eine große Rolle spielen. Online- und Offline-Realitäten werden oft nicht mehr unterschieden, die Inszenierung des Ich auf Facebook & Co soll mit der Wahrnehmung des Ich durch die Freunde identisch sein. Viele der Selbstdarstellungen wirken dabei wie ein Hilfeschrei nach emotionalen Halt und Beachtung. Gerade für Mädchen wird das Smartphone zur Nabelschnur hin zu ihrer Kuschelgruppe in der Schule. Ihre Selfies wollen durch Kussmund, groß geschminkte Kulleraugen und Dekolleté innerhalb ihrer Clique um Anerkennung und Beachtung werben. Dieses süß-sexy-Image lehnt sich dabei an das nur wenige Klicks entfernte Porno-Angebot des Webs an. Es wird zum Symptom einer Verwahrlosungstendenz, die sich in Ganztagesschulen und emotional belasteten Familienverhältnissen entwickeln, sie spiegeln familiäre Bindungserfahrungen wider.

Allerdings gleiten viele Schulmädchen nicht gleich ins Extreme ab, ihre Selbstunsicherheit wird in symbiotischen Mädchenfreundschaften oder sexualisierte Ich-Entwürfe kompensiert. Besonders junge Mädchen scheinen überall in der Welt mit ihrem Smartphone verwachsen zu sein. So lange sie wach sind, basteln sie an ihrem Social-Media-Auftritt und halten Kontakt zu ihrer Clique oder inszenieren ihre Mädchenfreundschaften. Alles was zählt, ist hübsch auszusehen und beliebt zu sein, eben dazu zu gehören. Dabei weben sie auch an einem Image des verkannten Stars. Pubertät trifft auf moderne Medien, aber erklärt dies alles? Weiterlesen

Amoris laetitia – zum letzten Mal

Viel wurde über das Schreiben von Papst Franziskus geschrieben, es wurde interpretiert, verworfen und für die eigenen Ziele in Anspruch genommen. Nun ist es um AL ruhiger geworden und die Bischofskonferenzen werden versuchen, das Ihrige in den Vordergrund zu stellen. Mir sind folgende Punkte wichtig: Weiterlesen

Der all-inclusive-Staat

Wenn Kleinkinder heute eine ganztägige Betreuung in einer KiTa erleben, dann verinnerlichen sie das Gefühl der Abschiebung. Und dort, wo die meisten Betreuungsplätze sind, dort sind die niedrigsten Geburtenzahlen zu verzeichnen. Ein vorsorgender Staat wird eine Betreuungsagentur für Kindheit und Jugend. Aber auch für das Alter: Einst abgeschobene Kleinkinder erleben die Abschiebung als gängiges Muster familiären Lebens und leiten eine Verstaatlichung des Alters ein, indem sie auch ihre Eltern in die Altenheime abschieben.

So wird das Seniorenasyl im Gefolge der Krippenpolitik des Staates zur Regel werden. Ganztägig arbeitende Kinder fallen als Ansprechpartner und Pfleger für ihre alternden Eltern aus. In den Altenheimen und Pflegestationen sitzen schon jetzt isolierte, einsame und hilflose ältere Menschen, um die sich kein Familienangehöriger mehr kümmert. Selbst die Sprache der Pfleger aus fremden Ländern verstehen sie nicht mehr. Die Babyboom-Generation wird 2030 in diese Pflegestationen drängen und einen Pflegenotstand hervorrufen, den der Staat finanziell nicht mehr beheben kann.

Die Familie droht heute Beute des Staates zu werden. In den Häusern der Familien wird nur mehr geschlafen, dann schwärmen die Angehörigen aus zu ihren Betreuungs- und Arbeitsplätzen. Der Staat lässt uns freiwillig in seine Abhängigkeit gleiten, weil er uns das füreinander-da-sein abnimmt. Die Familie ist die Wurzel einer Gesellschaft, die Ehe von Mann und Frau samt Kinderwunsch deren fruchtbarer Boden. Doch schon vom Kindergarten an wird heute eine neue Generation geformt, welche die Natur des Menschen nicht mehr anerkennen soll, weil sie seine Freiheit einschränkt. Biologische Wahrheiten und geschlechtsspezifische Unterschiede haben nicht mehr zu gelten und so tief verunsichert nimmt man dem Menschen seine Würde, weil er frei definierbar wird. Wenn einmal alles obsolet wird, was Menschsein ist, dann hat der Staat, jede Ideologie leichtes Spiel. Denn nur aus toten Bäumen kann man Bretter schneiden und daraus bauen und formen, was man will.