Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

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Update: Die Franziskaner in Syrien

Nachdem am Weihnachtstag 2015 der Franziskanerpater Dhiya Azziz von syrischen Rebellen entführt wurde, konnte er am 4. Januar wieder befreit werden. Allerdings musste er als Forderung der Rebellen das Land verlassen. In einer Umfrage der Kustodie unter den Brüdern wurde beschlossen, weiterhin in den Dörfern am Orontes zu bleiben, so lange es dort Pfarrkinder gibt (etwa 400 Christen in 3 Dörfern). Es meldete sich auch Bruder Louay Bhsarat freiwillig für den gefährlichen Dienst in Yacoubieh. Die drei Dörfer im Orontestal liegen im Gebiet von „gemäßigten“ Rebellen. Gemäßigt jedoch nur im Vergleich mit dem islamischen Staat. Auch im Rebellengebiet ist es Nicht-Moslems verboten, Besitz zu haben oder religiöse Symbole zu zeigen. Es sind weder Kreuze noch Statuen erlaubt, auch kein Wein für die Messfeier.

Der Kustos der Franziskaner, P. Pizzaballa, begründete den Entschluss im Orontestal präsent zu bleiben folgendermaßen: „Die Kustodie hat nie Orte und ihre Bevölkerung aufgegeben, die die Kirche ihrer Sorge anvertraut hat, auch nicht in Zeiten der Gefahr … Ein Hirte verlässt seine Herde nicht und fragt nicht, ob sie zahlreich sind oder wenige. Für den Hirten sind alle Schafe wichtig und er liebt sie alle gleich … Unsere Dörfer im Orontestal sind die einzige christliche Präsenz in dem Gebiet, das von Rebellen kontrolliert wird. Diese sind zu einer Art Symbol für alle Christen Syriens geworden. Wenn sie in ihren Dörfern bleiben, so geben sie allen anderen ein Zeichen von Stärke und Mut … Wir sind hier im hl. Land für Christus da und für Seine Kirche, und aus keinem anderen Grund … Wenn wir uns von diesen Dörfern zurückziehen, würde das bedeuten, dass wir den Sinn unserer Sendung verfehlten … Ich lade sie alle ein für ihn (Bruder Louay Bhasarat), für seine Pfarrkinder, für alle Brüder, die in Syrien tätig sind und für die gesamte Bevölkerung zu beten.“ Weiterlesen

Welche Sprache(n) spricht Jesus?

Alle Quellen, die über Jesus berichten, sind in griechisch verfasst, müssen deshalb ursprünglich aber nicht in griechisch geschrieben worden sein. Nur wenige Worte Jesu sind im originalen Wortlaut erhalten. So „Abba“ oder „Eli, Eli, lema sabachtani“. Das Hl. Land war zur Zeit Jesu mehrsprachig (siehe Inschrift des Pilatus an Jesu Kreuz). Man sprach aramäisch, hebräisch, griechisch und lateinisch. Die meisten Bewohner sprachen tatsächlich mehrere Sprachen, wenn auch unterschiedlich gut und in verschiedenen Situationen. Es gab verschiedene Bevölkerungsgruppen und Religionen und diese ethnischen und religiösen Unterschiede spiegelten sich auch in der Sprache wider. Der bedeutende Teil der Bevölkerung waren Juden, aber auch jene waren sprachlich nicht einheitlich. Das Hl. Land gehörte damals zum Römischen Reich, die Sprache der herrschenden Klasse, der Verwaltung, war die der Osthälfte des Römischen Reiches: griechisch. Lateinisch war die Sprache des Zentrums, Rom, die vor allem im zentralisierten Militär wichtig war. Als Unruheherd hatte in der Provinz Palästina das Militär und damit Latein einen höheren Stellenwert. Welche Sprache(n) spricht Jesus also? Hier ein kleiner Überblick und vielleicht eine Antwort auf diese Frage:

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Steckbrief: Die Franziskaner in Syrien

Höchstwahrscheinlich erreichten die Franziskaner schon um das Jahr 1230 Damaskus, gleich am Anfang ihrer Präsenz im Hl. Land. Der Hl. Franziskus selbst wird dem Sultan von Damaskus Kind Al-Saleh beim historischen Treffen von Damiette begegnet sein. Dieses Treffen fand 1219/1220 bei dessen Bruder statt, Sultan Kamel Al Ayoubi. Damals begann der freundschaftliche und direkte Kontakt des Ordens mit den muslimischen Herrschern.

Der Richter von Damaskus erteilte 1630 dem Orden die Erlaubnis in ihrer Ordenskirche eine Pfarrei zu gründen und die lateinische Liturgie in den Gottesdiensten zu halten. 1668 wird von einem kleinen Konvent am „Bab Touma“, Tor des Thomas, berichtet, den die Brüder mit einer maronitischen Kirche erbauten, in der auch die maronitische Liturgie erlaubt war. Dafür mussten Steuern und Abgaben an den Stadtgouverneur bezahlt werden. Die Sorge der Brüder galt stets der maronitischen Kirche, später erhielten sie den Auftrag für diese zu dienen. Weiterlesen