Theologie und Pastoral 3.0

Hinsichtlich der Theologie und Pastoral zu Beginn des 3. christlichen Jahrtausends wurde in vielen deutschen Bistümern eine Zentralisierung und Straffung der Seelsorge angedacht oder wird bereits umgesetzt. Sowohl Gläubige als auch Amts- und Würdenträger innerhalb der Kirche vermissen an diesen Konzepten oft die notwendige Ausrichtung auf den Willen Gottes, weil man sich allzu sehr nach weltlichen und organisatorischen Bedürfnissen ausrichtet. Vieles scheint selbst ausgedacht, und im falschen Bewusstsein der „Nabel der Welt“ zu sein, verweigert man sich von dem Guten, das in anderen Nationen bereits umgesetzt wird, lernen zu wollen. Zu dieser Trägheit mag wohl auch die Sicherheit entsprechender Kirchensteuermittel beitragen. Weiterlesen

10 Gründe für den Zölibat

  1. Ein unverheirateter Priester kann seine ehelichen und familiären Probleme nicht bewusst oder unbewusst in Seelsorgegespräche in der Familienberatung einbringen.
  2. Unverheiratete Priester können mehr Zeit für die Gemeinde aufwenden.
  3. Das Zölibat hat einen christologischen Ursprung. Auch Jesus war unverheiratet.
  4. Das Zölibat ist Zeichen des kommenden Königreichs, schon im Leben wird Gott als Wirklichkeit betrachtet und gelebt. Es ist Zeichen der Gottesschau (Mt 22:30-32)
  5. Der unverheiratete Priester kann die Nachfolge Christi besser leben. Er kann sich zuerst Gott selbst widmen und aus der Einheit mit Jesus dann der Kirche dienen.
  6. Zölibat ist große und tiefe Intimität mit Christus.
  7. Verkündigung und Mission kann ohne Angst um das Wohlergehen von Frau und Kinder geschehen.
  8. Paulus und einige Apostel lebten zölibatär.
  9. Ein unverheirateter Priester ist jungen Männern und Frauen Beispiel für Berufungen.
  10. Durch Gottes Berufung wird die Gnade des Zölibats aktiviert.

 

S.D.G.

Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen

Steckbrief: Teresa von Avila, Lehrerin der Mystik

Am 15. Oktober ist der gebotene Gedenktag der hl. Teresa von Avila. Im Jahr 1970 verlieh Papst Paul VI. der großen Lehrerin der Mystik den Titel einer Kirchenlehrerin, und dies als erste Frau. Jedoch für ihre eigene Ordensleitung und den weltlichen Behörden zu ihrer Zeit war sie ein großes Ärgernis. Es war der päpstliche Nuntius Felipe Sega, der sie sogar ein „herumvagabundierendes Weib“ nannte. Heute gilt Teresa von Avila als große Mystikerin und Schriftstellerin des Christentums und Reformerin ihres Ordens. Weiterlesen

Mitarbeiterbefragung des Hl. Geistes

Er stellt uns in jedem Augenblick die Frage: Worum geht es im christlichen Leben? Zu was befähigt der Hl. Geist uns, wenn wir mit und in Jesus Christus wahrlich leben? Gleichzeitig rückt er in der Antwort unser Gottesbild zurecht. Prüfen wir uns also und entscheiden wir uns für jeweils eine Antwort: Ist das christliche Leben

  • ein Geben oder ein Antworten?
  • ein Werden oder ein Sollen?
  • eine Umgestaltung oder eine Selbsterziehung?
  • eine Selbstheiligung oder eine Selbsthingabe?
  • eine Nachahmung Christi oder eine Verähnlichung mit Christus?
  • eine Leistung oder eine Mitarbeit?
  • Werke oder Beziehung?
  • eine Freiheit für oder ein Verzicht auf?
  • Tugendhaftigkeit oder Beziehungsfähigkeit?
  • Jesus Christus als Partner oder Jesus Christus als Vorbild?
  • eine Nachfolge Christi oder eine Teilnahme an Jesus Christus
  • eine Verpflichtung oder eine Berufung?
  • die Person Christi oder das Gesetz Gottes?
  • ein handeln oder das Sein?
  • eine Selbstverleugnung oder eine Selbstverwirklichung in Jesus Christus?
  • ein Streben nach Vollkommenheit oder eine Vereinigung mit Jesus Christus?
  • Wachstum oder Selbstvervollkommnung?
  • eine Verwirklichung von Idealen oder eine Verwirklichung einer Berufung?
  • eine Verhaltensänderung oder eine Änderung des Denkens?
  • ein seinsgemäßes Leben oder ein tugendhaftes Leben?
  • eine Teilhabe an der Heiligkeit Jesu oder ein Streben nach Heiligkeit?
  • eine Begegnung mit dem Herrn oder eine Loslösung vom Sein?
  • eine neue Seinsweise oder eine neue Existenzweise?
  • eine Umwandlung oder eine Besserung?
  • eine Umkehr oder Buße tun?
  • ein halten der Gebote Gottes oder ein Leben in Partnerschaft mit Jesus Christus?
  • ein entwickeln von Anlagen oder der Erwerb von Tugenden?

Es gibt viel zu meditieren über diese Fragen und noch mehr über die Antworten. Keine ist sogleich richtig oder falsch, die Entscheidung deckt aber unsere Beziehung zu Gott auf. Der Hl. Geist wird uns die rechten Antworten geben, wenn wir ihn darum bitten und uns führen. Es ist eine Kirchenlehrerin, die hl. Therese von Lisieux, die uns u. a. durch ihr Buch „Selbstbiographie“ leiten kann, eine rechte Gottesliebe aufzubauen.

der emmauspilger

S.D.G.