Mechthild von Magdeburg: Die Wüste hat 12 Dinge

Mechthild von Magdeburg: Die Wüste hat 12 Dinge

Der 15. August ist der Gedenktag der großen deutschen Mystikerin Mechthild von Magdeburg (1208-1294?). Sie war eine Begine, eine Gemeinschaft, in der Frauen caritative Aufgaben erfüllten, sich aber ebenso selbstbewusst in der Kirche zu theologischen Fragen meldeten und gehört wurden. In ihrem Werk „Das fließende Licht der Gottheit“ fasst sie ihre mystische Gottesschau zusammen. „Die Wüste“ ist in der Tradition der Wüstenväter ab dem späten 3. Jahrhundert (Askese-Gebet-Arbeit) ein Motiv einer Geisteshaltung, welche durch Kontemplation und Meditation durch lassen seiner selbst, der Mystiker Meister Eckhart spricht von Gelassenheit, in Wahrheit, in Freiheit und im Frieden ganz Gott in einem sein und wirken kann. Dabei geht es keinesfalls um eine Flucht aus der Welt, sondern um eine Bereitung zu lieben in der Welt nach dem Willen Gottes. Mechthild definiert diese Wüste folgendenermaßen:

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Mystik und Asketentum des hl. Franz von Assisi

Mystik und Asketentum des hl. Franz von Assisi

Entsprechend der Zeit, in der er lebte, war Franz ein romantischer Troubadour. Er war der Troubadour Gottes und will man ihm abstrakte Leidenschaften unterstellen, so waren es dennoch leidenschaftliche Leidenschaften. Es gibt Menschen, die sogar Allegorien und Abstraktionen gegenüber wie Liebende empfinden. So sprach Franziskus die Sprache des Troubadours, wenn er sagt, er habe eine wundervolle und höchst gnadenreiche Dame, die Armut sei.

Es ist nicht wahrheitsgetreu, nennt man Franziskus einfach einen romantischen Vorläufer der Renaissance oder eines Wiederauflebens natürlicher Freuden. Für ihn lag das Geheimnis der Zurückgewinnung natürlicher Freuden darin, sie im Lichte der übernatürlichen Freude zu sehen. Diese Freude schenkt eine Offenheit, die Mitmenschen niemals verachten lässt, weder ihre Meinung noch ihre Bewunderung. Weiterlesen

Fastenzeit – Wüstenzeit

Fastenzeit – Wüstenzeit

40 – Die Zahl der Vorbereitung in der Hl. Schrift.
Auch eine Zeit des Weges mit Gott. Das Volk Israel mit der Stiftshütte in der Wüste, Jesus im Gebet mit seinem Vater bis zur Versuchung. In diesen geistig kargen Zeiten ist also Gott trotzdem immer gegenwärtig beim Menschen – nur der Mensch ist woanders.
Wüstenzeit kann eine Zeit der geistigen Askese sein, eine Reinigung. Sie lässt uns aber auch unseren Leib wieder spüren – inwieweit der Geist über ihn oder der Leib über dem Geist Herr ist. Weiterlesen

Sich selbst annehmen und lieben

Sich selbst annehmen und lieben

Ich bin Ich, nicht vom Wesen, sondern bin mir „gegeben“. Ich habe mich also empfangen (von Gott).

Überhaupt gegeben – Nicht als Menschen einfachhin, sondern als diesen Menschen: diesem Volk zugehörig, dieser Zeit, von diesem Typus und diesen Anlagen. Bis zu jenen letzten Bestimmtheiten, die es überhaupt nur einmal gibt, nämlich in mir; jener letzten Eigenart, die macht, dass ich in allem, was ich tue, mich selbst wiedererkenne, und die sich in meinem Namen ausdrückt.

Ich soll sein wollen, der ich bin; wirklich ich sein wollen, und nur ich. Ich soll mich in mein Selbst stellen, wie es ist, und die Aufgabe übernehmen, die mir dadurch in der Welt zugewiesen wird. Weiterlesen