Geben wir Jesus eine Heimat?

Geben wir Jesus eine Heimat?

Und weiter sprach er: »Wahrlich, ich sage euch; Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt. Wahrhaftig, ich sage euch: Viele Witwen gab es in den Tagen des Elias in Israel, als der Himmel verschlossen war für drei Jahre und sechs Monate, und eine große Hungersnot kam über das ganze Land; doch zu keiner von ihnen wurde Elias gesandt, sondern zu einer Witwe nach Sarepta im Gebiet von Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elisäus; doch keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern Naaman, der Syrer«. (Lk 4:24-27)

Fragen uns wir Christen doch mal: Wird Jesus in seiner Heimat, in unserem Herzen, anerkannt?
Sind heutige Witwen, also Arme und Rechtlose, in unserer Mitte denn gut aufgehoben? Damals wurde der Prophet Elias zu einer Heidin, heute könnten manche sagen: zu einem Atheisten, ZJ, Moslem oder etwa Buddhisten gesandt, weil er in seinem Volk keinen Gehorsam gefunden hätte. Weiterlesen

„Allezeit habt ihr die Armen bei Euch“. Betrachtung zu Mt 26:6-16.

Der Kontext darf nicht übersehen werden, um allzu einseitige Auslegung, etwa einer Sozialcharta oder eines Gottesstaats auf Erden, zu vermeiden. Im Kontext verweist das Ereignis darauf hin, dass ehrfürchtiger Glaube und Liebe, wie der Frau, etwas Stürmisches, Überschwängliches, ja Unpraktisches hat. Liebe fragt nicht nach Grenzen. Sie kümmert sich nicht um Gedanken und Worte von Menschen. Hingabe ruft nach Ganzheit. Krämerisches Rechnen und Zählen ist dem Herrn gegenüber unwürdig.

Im Gespräch mit den Jüngern wird der Kleingeist von uns Menschen offenbar. Man misst ihn am eigenen Maßstab und zeigt Unverständnis, wenn das Große nicht in den kleinen Kopf und das kleine Herz passt. So gibt es Menschen, die Nächte durchbeten können, große Summen geben und andere finden es übertrieben. Dabei treibt vielleicht deren Großzügigkeit und Opferbereitschaft nur das Wissen um die eigene Sündhaftigkeit an, die einen selbst noch fehlt. Spießer können die Größe der Liebe nur schwer verstehen. Es ist für sie Verschwendung. So etwa auch die Kathedralen und goldenen Kelche in den Kirchen. Weiterlesen

Update: Die Lage in Aleppo

Nur wenige Menschen sind in der eingekesselten Stadt geblieben, es sind meist jene, die nicht fliehen konnten und jene, die ihnen helfen und dienen. Darunter sind auch die Franziskaner unter Bischof Georges Abou Khazan, Pfarrer Ibrahim al Sabagh, Pater Firas Lutfi und noch einige andere Brüder. Sie leben seit Juni 2016 eigentlich in einer bereits toten Stadt. Diese lässt nur die Liebe noch lebendig bleiben. Weite Teile der einst blühenden Großstadt liegen in Trümmern.  90 % der ausharrenden Familien leben unterhalb der Armutsgrenze, 80 % sind ohne Arbeit. Es fehlt an Wasser und aufgrund der hohen Preise können sich die Menschen nicht mehr ausreichend gut ernähren. Weiterlesen

„Allein die Liebe zählt“ (hl. Therese von Lisieux)

Therese_von_LisieuxEs geschieht allzu oft, dass ein Christ, aufgrund der göttlichen Inspiration in seiner Wiedergeburt, beginnt seine Tugendakte und kleinen Opfer zu zählen. Tatsächlich mag dies zu Anfang im geistlichen Leben eine hilfreiche Übung sein, jedoch muss der feine Grad beachtet werden, hinter dem es zu einer Leistungsreligion mutiert. Dies ist ein Angriff des bösen Geistes, der ein Kind Gottes in die fleischliche Haltung zurückversetzt, man müsse etwas leisten, um Gottes Liebe erhalten zu können. Doch die Liebe zählt und rechnet nicht. Vollkommenheit wird nicht durch ein „Konto“ voller Tugendakte und Opfer von Gott gewährt, sondern allein anhand des Grades der Liebe, mit denen sie vollführt wurden.

Liebe kann man nicht auf ein Konto einzahlen. Liebe verlangt sofort verschenkt zu werden. Liebe vermehrt sich, wenn man sie hergibt. Jesus Christus spricht in seiner Bergpredigt in Mt 5:3 von den Seligen, die arm im Geiste und doch im Himmelreich sind. Damit sind auch jene gemeint, die nichts sammelten in ihrem vielleicht langen Leben und deshalb am Ende nichts vorzuweisen haben, denn ihre ganzen Werke bestanden darin die Liebe weiterzugeben und andere Seelen damit zu gewinnen. Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sie sucht den Moment an andere verschenkt zu werden. Weiterlesen

Kleine Vita von Mariam Baouardy, die hl. Mirjam von Abellin. 1/3

Die palästinensische Heilige, „die kleine Araberin“, wie sie oft liebevoll genannt wird, wurde in Galiläa geboren, in der Ortschaft Abellin (Iblin/Cheffa-Amar). Das Dorf liegt auf derselben Hügelkette wie Nazareth (25 km entfernt). Von Abellin aus kann man auf das Karmelgebiet und bis zum Mittelmeer blicken. Am 26. August ist ihr Heiligenfest, weshalb ich bis dahin eine kleine Vita von ihr in drei Teile veröffentliche.

Die Familie Baouardy stammte aus dem Libanon. Mirjam’s Vater Georg wuchs bereits in Horfesch bei Akko, also in Galiläa auf. Er heiratete seine Frau Mirjam und beide waren arabische Christen, die dem melkitischen Ritus (griechisch-katholisch und mit Rom uniert) angehörten. Georg war Handwerker und Pulvermüller, seine Frau Mirjam eine vorbildliche Gattin und Mutter, beider Frömmigkeit war schlicht und tief. Zwölf Knaben hatte Mirjam bereits das Leben geschenkt, aber alle starben unmittelbar nach der Geburt. Ihre Sehnsucht nach einem Kind ließ das Ehepaar nach Betlehem pilgern, um vor der Krippe des Herrn um ein Kind zu bitten. Dafür wollten sie es als Dankbarkeit Maria weihen und ihm ihren Namen geben. Die Bitte wurde erhört und am 5. Januar 1846 kam Mirjam auf die Welt. Sie wurde zehn Tage darauf in der Georgskirche von Abellin getauft und gleich gefirmt, wie der orientalische Ritus es vorsah. Weiterlesen

Herr, mach mich zum erfolgreichen Versager

Unser Herr Jesus Christus spricht in der Offenbarung zum letzten Mal in der Hl. Schrift zu uns, zu mir. Er diktiert 7 Briefe an 7 Gemeinden, lobt sie, spricht dann jedoch sein „aber“. Außer bei 2 Gemeinden: Es sind Smyrna und Philadelphia. Ich frage mich, was zeichnet diese Gemeinden vor den anderen aus? Ich lese in Offb 2:8-9a, dort spricht der Herr: „Dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: So spricht der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig wurde: Ich weiß um deine Drangsal und deine Armut – doch du bist reich“. Und weiter spricht der Herr in Offb 3:7-8: „Dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: So spricht der Heilige, der Wahrhafte, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand schließt, der schließt, und niemand öffnet: Ich weiß um deine Werke. Siehe, ich gab dir eine Tür, die offen steht, die niemand zu schließen vermag; denn hast du auch nur geringe Kraft, du bewahrtest mein Wort und verleugnetest nicht meinen Namen“.

Die beiden Gemeinden waren in Bedrängnis, in Armut und hatten geringe Kraft. Erkenne ich nicht auch mich darin? Die Welt bedrängt mich mit ihren Götzen und Genüssen, spricht mir schmeichelnde Worte zu, lässt mich immer wieder fallen und arm werden vor Gott, weil meine Kraft zu widerstehen so gering ist. Wie oft ist mir danach mich zu verstecken vor Gott, wie einst Adam im Paradies?

In den 7 Briefen beginnt Jesus immer mit den Worten: „Ich kenne Dich, ich kenne Deine Werke“. Ja, der Herr kennt mich, besser als ich mich je kennen werde und so stellt sich mir die Frage: „Und trotzdem kann er mich lieben? Ich, der immer falle, der sich vor ihm voll Scham versteckt. Bin ich nicht völlig unbrauchbar für ihn?“ Weiterlesen