Klein sein, ein Kind sein

Die hl. Therese von Lisieux schreibt:
Das einzige Mittel, auf dem Wege der Liebe voranzuschreiten, ist dieses: Immer recht klein bleiben. Um sich Jesus nähern zu können, muss man klein sein. Klein sein heißt sein Nichts erkennen, alles von lieben Gott erwarten, sich über seine Fehler nicht allzu sehr betrüben. Klein sein heißt sich keine Verdienste aufspeichern, sich über nichts beunruhigen wollen. Klein sein heißt die Tugenden, die man übt, niemals sich selbst zuschreiben, sondern erkennen, dass sie ein Schatz sind, den Gott in die Hand seines Kindes legt.

So ergänzt sie Angelus Silesius, der schreibt:
Mensch, wirst du nicht ein Kind, so gehst Du nimmer ein, wo Gottes Kinder sind; die Tür ist gar zu klein. Ach könnte nur Dein Herz zu einer Krippe werden, Gott würde noch einmal ein Kind auf dieser Erden.

der emmauspilger
S.D.G.

Christusorte – Betlehem

Betlehem - Geburtsgrotte

Betlehem – Geburtsgrotte

Gerade zur advent- und weihnachtlichen Festzeit rückt Betlehem regelmäßig in das Blickfeld auch gottferner Menschen. Die Krippe des Herrn stand in Betlehem. Aber ist Betlehem überhaupt der Geburtsort Jesu? Diese Frage stellen sich besonders liberale Theologen und Bibelwissenschaftler. Sie betrachten die biblische Erzählung im Matthäus- und Lukasevangelium über Geburt und Kindheit Jesu als „theologische“ und keineswegs als „historische“ Aussage. Jesus war nach ihrer Meinung ein Nazarener, also in Nazareth geboren. Was spricht für und was gegen diese Aussage?

Zuvor muss bedacht werden, dass es sich hier nicht um eine Glaubenswahrheit, sondern um eine historische Frage handelt. Das Glaubensbekenntnis stellt nur fest: „Geboren aus der Jungfrau Maria“. Historische Fragen lassen sich mit Gründen und Gegengründen abwägen, oftmals kommt man dennoch zu keinem endgültigen, absoluten Ergebnis. Diese verbleibenden Fragezeichen verunsichern den frommen Pilger im Hl. Land jedoch nicht. Weiterlesen