Spurensuche: Sebastia und das Grab Johannes des Täufers

Das heutige Dorf Sebastia liegt außerhalb der ehemaligen römischen Stadt. Inmitten des Dorfes befindet sich die Ruine einer Kathedrale aus der Kreuzfahrerzeit, in der sich ein Heiligtum befindet (arabisch: maqam). Christen wie Moslems verehren hier das Grab Johannes des Täufers, erstere nennen ihn Hanna, letztere Saidna Yahia. Aus christlichen Quellen erfährt man, dass der Täufer in der Nähe der Gebeine der Propheten Elischa und Obadja beigesetzt wurde. Biblische Berichte und der Koran wissen von der Gefangennahme Johannes unter Herodes Antipas. Während seiner Geburtstagsfeier tanzte Salome, die Tochter seiner Gemahlin Herodias, der er versprach ihr alles zu geben, was sie sich wünsche. Sie verlangte den Kopf des Johannes und die Bibel erzählt weiter, dass dessen Jünger ihn beigesetzt haben, aber nicht wo das geschah. Weiterlesen

Werbeanzeigen

Basics: Der Ablass

Das lateinische Wort für Ablass lautet Indulgentia, was soviel wie Nachsicht, Güte, Zärtlichkeit bedeutet. Die Erlösung Jesu Christi findet im Ablass jene Art und Weise, dass sie in und durch die Kirche wirksam wird. Gott erbarmt sich im Ablass unser, damit wir fortschreiten auf dem Weg der Heiligung.

Die katholische Lehre unterscheidet zwischen „Sünde“ und „Sündenstrafe“. Darin liegt das Verständnis des Ablasses, denn während die Sünde sofort vergeben werden kann, bleiben doch die Wirkungen der Sünde, auch nach der Vergebung. Diese Wirkungen bedürfen der Aufarbeitung und diese ist oftmals unangenehm, weshalb hier von „Sündenstrafe“ gesprochen wird. Dabei geht diese Strafe nicht etwa von Gott aus, sondern sie ist eine Folge, die wir uns durch die Sünde selbst zugezogen haben. Diese Folgen können eine Anhänglichkeit, eine schädliche Bindung für den Reiz der Sünde sein. Sie sind durch die Sünde selbst entstanden und sie haftet an uns, auch nach der Vergebung. Weiterlesen

Protestanten und die letzten Dinge

Dieser Beitrag gehört zu einer kleinen Serie über den Protestantismus im Vergleich zur katholischen Kirche. Weitere Beiträge finden sich hier , hier , hier , hier und hier

Protestanten kennen ein immerwährendes Thema: Das nahe Weltende. Bereits Luther rechnete mit der bald bevorstehenden Wiederkunft des Herrn und hielt den Papst deswegen für den vorhergesagten „Antichristen“ der letzten Tage. Auch der Ansturm der Türken auf das christliche Abendland deutete Luther als endzeitliches Strafgericht. Der führende Denker des aufkommenden Pietismus und Vorreiter der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Hl. Schrift Johann Albrecht Bengel (1687 – 1752) errechnete aus der Bibel das Jahr 1836 als Zeitpunkt der Wiederkunft Christi. Immer wieder gab es seither Gruppen, welche aufgrund solcher Berechnungen neue Gemeinschaften gründeten, so z. B. die Adventisten 1844, die neuapostolische Gemeinschaft oder die Zeugen Jehovas, die letztmals 1975 die Schlacht um Harmagedon vorhersagten. Trotz der Fehlberechnungen gelang es diesen Gruppen ihre Anhänger an sich zu binden.

Weiterlesen

Protestanten und Katholiken: Die Rechtfertigungslehre

Zwischen der Kirche und den evangelischen Gemeinschaften ist immer noch ungeklärt, wie die Mitwirkung des Menschen an seiner Erlösung zu verstehen ist. Luther sieht den Menschen durch die Erbsünde von Grund auf verdorben und somit nicht mehr fähig offen das Evangelium anzunehmen, für die katholische Kirche verblieb im Menschen nach dem Sündenfall ein Funken der Sehnsucht nach Gott. Deshalb hat er auch die Möglichkeit einen kleinen Schritt auf Gott zuzugehen. Gott und Mensch können demnach zusammenwirken, damit der Mensch erlöst wird. Gott würdigt auf diese Weise den Menschen. Nach Luther kann der Mensch dazu jedoch nichts beitragen. Augustinus fasste die katholische Rechtfertigungslehre folgendermaßen zusammen: „Gott, der uns ohne uns erschaffen hat, wollte uns nicht ohne uns erlösen“.
Weiterlesen