Gott schauen – Gott erkennen

Sobald der Mensch sein Erkennen seinem von Gott gegebenen SEIN hinzufügt, gibt er sich etwas Eigenes hinzu. Das tat er am Baum der Erkenntnis. Hätte er Gott vertraut, bereits sehr gut zu sein, und Gehorsam gewesen, dann wäre auch des Menschen Wille bereits erlöst gewesen. Wenn der Mensch meint, dass Frucht und Kern der Seligkeit in jener Erkenntnis beruht, in der der Geist sich bewusst wird, dass er Gott erkennt, so irrt er.

Mit etwas unvollkommenen kann die Vollkommenheit niemals erkannt werden. Das oberste, worauf die Seligkeit sich begründet, ist jedoch dies, dass sie Gott unverhüllt schaut. Nur dann empfängt sie ihr ganzes SEIN und Leben und schöpft daraus. Eine solche Seele weiß im Grunde nichts von Wissen, Erkenntnis und Liebe, wie ein Fisch nichts vom Wasser weiß, obwohl er darin erst Leben findet. SEIN und Erkennen sind eins aus dem Einen. Dieser Zustand der menschlichen Seligkeit war noch gegeben, als Gott mit dem Menschen im Garten Eden spazieren ging.

Wenn die Seele weiß, dass sie Gott schaut, liebt und erkennt, dann ist dies ein Wieder-Heraustreten aus Gottes SEIN und ein Zurückfallen in geschöpfliche Ordnung. So ist etwa sich weiß zu wissen etwas viel geringeres und äußerlicheres, als weiß zu sein, eine Wand etwas völlig anderes, als ihr Fundament.

Das Leben dient nun dazu zuerst wieder Gott zu erkennen und von ihm zu wissen, dass Gott einem näher ist, als man sich selbst, weil er das SEIN, das Leben und das Erkennen gibt. Gottes Reich ist Gott selber mit seinem ganzen Reichtum. Darum kam der Sohn Gottes auf die Erde ins Fleisch, damit der Mensch wieder erkennt, wer Gott ist. Dieses Erkennen Gottes kann nur im Leben gelingen und dieses Erkennen wird zur Seligkeit, wenn es nicht mehr erkannt wird, wenn der Mensch in Jesus Christus und Jesus Christus im Menschen lebt, wie ein Fisch im Wasser. Das ist die Wiedergeburt im Hl. Geist.

Die erste Frucht der Seele der Erkenntnis Gottes im Sohn ist, sich wieder selbst zu erkennen und all die Dinge, die sie sich zuerst aneignete, etwa die Frucht vom Baum der Erkenntnis, und von denen sie sich nun getrennt hat, damit sie sich in vollkommener Weise in Gott wiederfindet. Denn in ihm herrscht Gleichheit, womit jegliche Erkenntnis der Seele um Zeit und Raum sie von ihm wegführt.

Darum spricht Paulus davon, dass im Reich Gottes in der Ewigkeit nur die Liebe bleiben wird, die Erkenntnis vergehen. Denn die Liebe ist das Wesen Gottes und diese zu schauen ist alles. Jeder Mensch, dem dies nicht genügt, weil er immer noch erkennen will, der sieht nur seinen Mangel gegenüber der Vollkommenheit und dieser allein wird ihn selbst richten.

S.D.G.

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