Menschenführung nach der Natan-Methode

In der Hl. Schrift wird uns in 2Sam 12:1-7a folgender Text überliefert, aus dem man eine Methode lernen kann, Menschen, auch im Betrieb oder der Familie, hin zum besseren zu führen:

Der Herr entsandte Natan zu David. Dieser ging hin und verkündete ihm: »Zwei Männer waren in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte Schafe und Rinder in großer Menge. Der Arme hatte nichts als ein einziges Lamm, das er gekauft und aufgezogen hatte. Bei ihm und seinen Kindern wuchs es heran. Es aß von seinen Bissen, trank aus seinem Becher und schlief auf seinem Schoße. Es war ihm wie eine Tochter. Da bekam eines Tages der Reiche Besuch. Es tat ihm leid, von seinen eigenen Schafen oder Rindern eines zu nehmen und es dem Wanderer, der zu ihm gekommen war, zu bereiten. So nahm er das Lamm des armen Mannes und richtete es für seinen Gast zu.« David geriet in heftigen Zorn über jenen Mann und sagte zu Natan: »So wahr der Herr lebt! Der Mann, der das getan hat, ist ein Kind des Todes! Das Lamm soll er vierfach erstatten zur Vergeltung dafür, daß er dieses getan und kein Mitleid empfunden hat.« Da sprach Natan zu David: »Du bist der Mann!

Nicht immer und bei jedem Menschen ist es angebracht, ihn sofort auf einen Fehler, den er hat oder gemacht, aufmerksam zu machen. Manchmal ist es hilfreich, ihm in einem vertraulichen Gespräch den Fehler so darzustellen, als wäre er von jemand anderen begangen und man lässt ihn quasi selbst darüber urteilen und sein Richter sein. Dabei lernt man nicht nur einen Perspektivenwechsel, um den Fehler erkennen zu können, sondern man findet selbst den Weg, ihn fürderhin zu vermeiden oder ihn als „Stachel im Fleisch“ als Leitplanke der Demut zu akzeptieren.

Dabei hat aber weiterhin zu gelten: Jeder Mensch hat Fehler, macht Fehler, er ist aber kein Fehler. Deshalb muss immer die Liebe der Motor sein, sich und andere hin zum besseren zu korrigieren. In der Gewissheit, selbst niemals fehlerfrei sein zu können, fällt es zudem leichter dem Anderen zu verzeihen, bereit zu sein, stets von Neuem beginnen zu wollen. Man beachte in dem biblischen Text auch, dass es der Herr war, der Natan sandte. Nicht jeder hat die Berufung von Gott, Andere auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. So hilft das Gebet und die Unterscheidung der Geister einen richtigen Zeitpunkt zu erkennen, um im Auftrag Gottes gut und fruchtbar handeln zu können.

 

S.D.G.

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