Die Suche nach Gott

Eine Suche ohne wissen nach wem oder was soll als Mangel nicht vergötzt werden. Wer zwar mit Transzendenz und Übernatürlichen rechnet, aber kein Ergebnis sucht, mag dies auch darum tun, weil er keine Verantwortung für das und vor jenem tragen will, welches er vielleicht zu finden vermag. So kann die Meinung: „Der Weg ist das Ziel“ im planlosen Suchen, mal hier, mal dort, um sich allein wohler zu fühlen, zum Götzen werden, der das eigentlich Göttliche verdeckt. Damit liegt der Weg im Weg, um das Ziel zu erreichen. All dies ist zu bedenken, wenn die natürliche Spiritualität des Menschen Geschäftsmodelle fördert, die niemals diese Spiritualität befriedigen dürfen, um erfolgreich zu sein. Deshalb bieten sie auch meist nur kurzfristiges Wohlbefinden ohne Verantwortung an, etwa als Wochenendkurs oder  Gymnastik- samt Atemübung und stets mit offenem Ende.

Aber dann: Ein wiedergeborener Christ hat die Suche beendet! Doch dies ist eine Aussage, die demütigt, im positiven Sinn.
Denn nun ist die Suche ein Weg mit Ziel, beides ist Jesus Christus.

Anderseits bedeutet das Ende der Suche nicht, dass man nun volle Gotteserkenntnis und Wahrheit besitzt. Die Suche nach sich in Gott und Gott in sich geht ja weiter auf ewig, aber sie hat nun ihre Bestimmung und Ursache gefunden. Es bleibt keine Selbstsuche mehr nach Wohlbefinden, ein bisschen Spiritualitätsbefriedigung, nach ein wenig Gott und sich, sondern wird zu einem immer mehr erkennen von Gott in sich und Gott in seinem Wesen, der Liebe, dem Urgrund. Denn Gott will sich nicht etwa allein vom Menschen finden lassen, nein, Gott sucht den Menschen auf, wurde selbst in Jesus Christus Mensch, Gott geht dem Menschen sogar nach, weil er nicht verloren gehen soll.

Doch Gott ist auch kein „Stalker“, der einen verfolgt und zwingen will, ihm zu folgen, denn er ist die Liebe. Zuvor muss der Mensch deshalb erkennen, dass er überhaupt auf der Suche sein darf, er muss sich erkennen wollen, damit er zu einer Suche umkehren kann. Eine Suche, die finden will, eine Suche, bei der man Gottes angebotene Hand ergreifen darf, damit sie ihr Ziel findet, das Gott ist.

Dieser Weg kann nur in Verantwortung gegangen werden, die göttlichen Antworten in Wahrheit auf die menschlichen Fragen lassen keine Ausflüchte in Umwege mehr zu. Die Freude mit Gott unterwegs zu sein, macht die Schmerzen ertragbar, die dem Menschen auf dem Weg begegnen, besonders jene, welche wahre, von Gott gegebene Selbsterkenntnis verursachen. Denn ohne Gott würde der Mensch niemals wirklich unterwegs sein, sondern nur um sich selbst kreisen.

Selbsterkenntnis ist eine Selbstsuche, zu der Gott einen aussendet, damit man sich von ihm finden lassen will.

Jer 29:11-14a: „Denn ich weiß wohl, welcher Art meine Gedanken über euch sind‹ – Spruch des Herrn -, ›Gedanken des Heils und nicht des Unheils, um euch eine hoffnungsvolle Zukunft zu gewähren. Ruft ihr mich an und wendet ihr euch betend an mich, so will ich euch erhören. Sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, dann lasse ich mich von euch finden‹

Mt 28:18a;20b: „Da trat Jesus vor sie und sprach zu ihnen:… Seht, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.« 

 

S.D.G

3 Kommentare zu “Die Suche nach Gott

  1. Danke für deinen Kommentar.
    Nicht Alleinsein wollen wird auch die Angst davor sein, ebenso im Selbst nichts zu finden, letztlich die Angst vor dem Tod. Alleinsein scheitert oft im Selbstzweck. Alleinsein muss ein Raum werden, Gott zu finden, einen Gott, der den Tod besiegt hat und damit die Angst davor, der Hoffnung schenkt. Ein Gott, welcher der Weg ist, sich selbst zu finden. Selbsterkenntnis ist Gotteserkenntnis und umgekehrt.
    Menschen, die Gott im Alleinsein treffen wollen, schickt Gott in die Welt. Denn dort ist es nicht gut, wenn der Mensch allein ist. Christsein ist auch, vorbereitet im Gebet mit Gott im Herzen, in die Welt zu gehen, den Nächsten, Gemeinschaft zu suchen, empfangene Liebe weiterzuschenken, damit sie sich vermehrt.

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  2. „Da trat Jesus vor sie und sprach zu ihnen:… Seht, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.” Ein sehr schöner Gedanke.

    Es ist eine spirituelle Urerfahrung der Menschheit, dass zum Gottsuchen das Alleinsein gehört. Wie kann der moderne Mensch Gott finden, wenn er sich selbst nie oder nur sehr selten erlaubt allein zu sein?

    “And this is the life of the Gods, and of Godlike men, a life without love of the world, a flight of the Alone to the Alone.” – Plotinus

    Wir brauchen das Alleinsein 🙂

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