Begeisterung ist nicht gleich Glaube

Während er nun beim Paschafest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat. Jesus hingegen vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle und hatte nicht nötig, daß ihm jemand Zeugnis gab über den Menschen; wußte er doch selbst, was im Menschen war. (Joh 2:23-25).

Diese „Gläubigen“ hatten offenbar nicht begriffen, wen sie vor sich hatten. Sie waren zwar erstaunt darüber, was Jesus zu tun vermochte, sie waren sogar begeistert, aber war das wirklich Glaube? Genügte das, damit Jesus sich ihnen anvertraute? Offenbar nicht. Der Herr wusste, dass diese Begeisterung vorübergehen wird, wenn es darum geht, ihm nachzufolgen, sich unter seine Führung zu stellen und zu tun, was er sagt. Dann kommt im Menschen der Stolz auf, dann fehlt schnell die Demut, dann spätestens verfliegt alle Sympathie.

Kann sich Jesus uns anvertrauen? Und wenn er es nicht tut, macht er sich dann nicht eigentlich begehrenswert? Fragen wir Jesus manchmal, warum er sich vor uns verschließt, im Gebet, im Hl. Geist und sich diskret zurückzieht? Verzagen wir, wegen unserer Sünden, hadern wir mit Gott oder fragen wir den Herrn einfach: Bitte sage mir, was stimmt bei mir nicht? Warum schweigst du? Was mache ich verkehrt? Ich möchte, dass du dich mir anvertraust. Zwischen uns beiden soll eine Freundschaft entstehen. Bitte Herr, schweige nicht!

„Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“ (Jak 4:6b)

„Denn so spricht, der da hoch und erhaben ist, »Ewig Thronender« und »Heiliger« ist sein Name: »In der Höhe und als Heiliger throne ich und bin doch bei den Zerschlagenen und Geistgebeugten, um zu erquicken der Gebeugten Geist, um zu beleben der Zerschlagenen Herz.“ (Jes 57:15)

Rechtfertigen wir nicht auch noch unseren Stolz, wissen wir, dass man zugleich so wertvoll ist, dass Gottes Sohn aus Liebe zu einem gestorben ist, aber geben wir ebenso kein stolzes Zeugnis von unserer Frömmigkeit, unserem starken Glauben und dem Gutsein gegenüber Gott ab – Denn der Herr weiß, was im Menschen ist: die Sünde.

Jesus möchte uns an die Hand nehmen, freundlich mit uns reden, uns Trost zusprechen, uns so lieben, wie wir sind, aber uns auch zu einem Menschen machen, der lieben kann, wie er selbst; aber er kann auch von uns erwarten, dass wir aufrichtig, respektvoll und demütig vor ihn hintreten.

Begeistert von Gott sein ist gut – in Demut auf ihn hören, bedeutet ihm vertrauen und zu glauben.

Herr, ich vertraue mich ganz dir an – bitte Herr, mache mich zu einem Menschen, dem du dich anvertraust.

S.D.G.

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