Sorgt Euch nicht!

Der näher betrachtete Abschnitt in der Hl. Schrift lautet:

„Macht euch nicht Sorge und sagt nicht: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns bekleiden? Denn nach all dem trachten die Heiden. Es weiß ja euer Vater im Himmel, daß ihr all dessen bedürft. Suchet zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden. Macht euch daher nicht Sorge für den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jedem Tag genügt seine Plage.“  (Mt 6:31-34)

Jesus geht es in diesem Abschnitt und der gesamten Bergpredigt um die Gesinnung, auf der wir unsere Ethik aufbauen und handeln. Jesus will hier einem Christen nicht sagen, er muss nicht arbeiten, rechnen, disponieren und Fürsorge für die Zukunft treffen. Jesus verspricht niemals ein sorgenfreies Leben ohne Leid, aber Frieden in Sorge und Leid. Deshalb bedeuten die Worte des Herrn zunächst nicht ein äußeres Tun, sondern ein Wandel der Gesinnung. In der Arbeit, die wir tun, kann ein gläubiger Christ auf die Hilfe Gottes vertrauen. Nicht die Sorge als solches verurteilt der Herr, sondern ein ängstliches Besorgtsein. Dazu drei vielleicht hilfreiche Gedanken in der Sorge und im Umgang mit der Sorge:

  1. Der Glaube nimmt Christen die Angst. Er steht bei der Arbeit und in der Sorge niemals allein. Der himmlische Vater wird helfen. Die Sorge um das tägliche Brot und die Verantwortung für sein Leben (und/oder die Familie) nimmt ein Christ aus Gottes Hand entgegen, löst sie an Gottes Hand und legt sie immer wieder in Gottes Hand zurück. So führt Sorge und Verantwortung nicht von Gott weg, sondern zu ihm hin. Man weiß zwar nicht, was die Zukunft bringt, aber man weiß, dass auch in der Zukunft die Hilfe Gottes zur Verfügung steht.
  2. Ein gläubiger Christ weiß, dass alles Irdische nicht das Letzte ist. So muss er nicht verzweifelt um das Irdische kämpfen. Denn das entscheidende seelische und ewige Leben liegt in den Händen des Vaters. Nur Nihilismus weckt Verzweiflung. Wer überzeugt ist, das Leben führt ins Nichts, wird sich verzweifelt an seine kurze Lebensstrecke klammern. Glaubensarme Zeiten sind immer angstvolle Zeiten, man blicke nur in die Zeitungen von heute.
  3. Im Wort Christi „Suchet zuerst das Reich Gottes“ liegt Beruhigung. Denn das Reich Gottes wird nicht zuerst durch unsere Mühen und Sorgen gebaut und entfaltet, sondern durch Gott selbst. Ja, selbst das Suchen nach dem Reich Gottes braucht nicht mit Angst und Bangen, ängstlicher Skrupulosität und nervöser Torschlusspanik erfolgen. Wer nämlich richtig sucht, hat im Grunde schon gefunden. Denn die Suche nach Gott wird durch Gottesliebe im Herzen verursacht und man gehört schon zum Reich Gottes. Die Suche ist also nichts, was beunruhigt oder beängstigend ist.

Etwas anderes sollte uns aber im positiven Sinn beunruhigen: Die Forderung des Herrn unsere Werteskala zu ändern. Sie lautet: Befasst euch nicht zuerst mit dem Irdischen und dann, soweit noch Zeit und Kraft übrig ist, mit dem Überirdischen. Es gibt kein Auch-Christentum, Alters-Christentum oder Feierabend-und Sonntags-Christentum. Gott will uns ganz, um uns ganz in seine Liebe nehmen zu können. Jesus Christus ist der Lehrer des Umlernens, damit wir dem Himmel treu bleiben.

S.D.G.

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