Geben wir Jesus eine Heimat?

Und weiter sprach er: »Wahrlich, ich sage euch; Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt. Wahrhaftig, ich sage euch: Viele Witwen gab es in den Tagen des Elias in Israel, als der Himmel verschlossen war für drei Jahre und sechs Monate, und eine große Hungersnot kam über das ganze Land; doch zu keiner von ihnen wurde Elias gesandt, sondern zu einer Witwe nach Sarepta im Gebiet von Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elisäus; doch keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern Naaman, der Syrer«. (Lk 4:24-27)

Fragen uns wir Christen doch mal: Wird Jesus in seiner Heimat, in unserem Herzen, anerkannt?
Sind heutige Witwen, also Arme und Rechtlose, in unserer Mitte denn gut aufgehoben? Damals wurde der Prophet Elias zu einer Heidin, heute könnten manche sagen: zu einem Atheisten, ZJ, Moslem oder etwa Buddhisten gesandt, weil er in seinem Volk keinen Gehorsam gefunden hätte.
Wenn heute Menschen am Rand der Gesellschaft (im Bibeltext: Aussätzige), von dieser Gesellschaft – schlimmer: vielleicht auch noch von Christen – ausgegrenzt werden, dann wird Gott selbst seine Engel und Propheten oder andere zu den Kranken senden, um sie zu heilen, weil sein Volk versagt hat.
Und Gott wird zuvor nicht erst mit Fragen den rechten Glauben der Kranken erkunden, sie mit Bibelversen und mit Selbstgerechtigkeit attackieren, sondern gibt Barmherzigkeit, indem er schenkt, was jeder braucht, wie bei Naaman.

Damals, wie heute, braucht sich kein Gläubiger darüber wundern, wenn er geistig krank bleibt: weil er seine Erlösung durch den Herrn nicht angenommen hat, weil er sich in Selbstgerechtigkeit genüsslich suhlt, weil er sich voll Hochmut erhebt über jene, die „seinen“ Herrn nicht haben. Darum wurde Elias und Elisäus zu den Heiden gesandt: Weil das Volk Gottes sie nicht gehört hätte, weil das Volk Gottes satt war, selbstgefällig, lethargisch, unmissionarisch, überheblich.

Also noch einmal die Frage: Geben wir Jesus in unseren Herzen wirklich eine Heimat, erkennen wir ihn dort als unseren Herrn tatsächlich an?
Wenn ja, dürfen Christen diese Worte des Herrn ganz persönlich auch auf sich beziehen, denn sie sind Glieder seines Leibes auf Erden (Lk 4:18-19; 21b):

»Der Geist des Herrn ist auf mir, denn er hat mich gesalbt; Armen frohe Botschaft zu bringen, sandte er mich, Gefangenen Befreiung zu künden und Blinden das Augenlicht, Gequälte zu entlassen in Freiheit und auszurufen ein Gnadenjahr des Herrn«. Heute hat sich diese Schrift erfüllt vor euren Ohren.«
Und man beachte: Heute hat sich das Schriftwort erfüllt. Denn jeder Mensch, jeder Christ kann in jedem Augenblick und stets aufs Neue, wenn er wieder in Sünde gefallen ist, umkehren, kann beginnen das Schriftwort mit seinem Leben zu füllen, wenn er es zuvor nicht getan hat.

Christen, habt Mut euch auf Andersgläubige und Atheisten einzulassen: Jeder Mensch hat göttliche Weisheit in sich, weil jeder Mensch eine geliebte Schöpfung Gottes ist. Sucht diese Weisheit, indem ihr barmherzig seid. Sucht die Liebe Gottes im Anderen und wenn ihr sie nicht findet, trägt ihr diese Liebe dorthin, damit ihr sie findet.
Christen brauchen in der Liebe keine Angst vor Heiden und anderen Religionen haben: Christen sind doch erlöst durch den Herrn, sein Geist ruht auf ihnen, sie sind gesalbt und gesegnet von ihm (eben Christen).

Darum sind Christen für die Armen da, welche die frohe Botschaft, das Evangelium, brauchen, um sie damit reich zu machen und ihre Bedürftigkeit zu stillen.
Darum sind Christen für die Gefangenen da, für die in Sünden verstrickte, in Familienbande und Heidenangst gefangene.
Darum sind Christen für die Blinden da: damit sie die Schönheit der Welt erkennen können, damit sie ihre Sehnsucht in Gott erfüllt bekommen.
Darum sind Christen für die Zerschlagenen da: damit sie die Freiheit in Christus finden, die Ängstlichen und Enttäuschten ermutigen, das geschenkte Leben bejahen.
All das ist möglich, weil Gott sein Gnadenjahr ausgerufen hat, um zu retten, und nicht zu richten.
Schenken wir Christen auch jenen dieses Gnadenjahr, die es nicht kennen, durch unser Leben, unsere Barmherzigkeit.

S.D.G.

der emmauspilger

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