Wege zur Eucharistie bei Sünden wider der Ehe

Kardinal Ennio Antonelli ging sehr positiv auf das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus ein. Der Kardinal betont die Unauflöslichkeit der Ehe, nimmt aber ebenso die Anregungen des Papstes auf, überkommene Lehren der Kirche abzulegen oder in die Zeit zu übersetzen. In einem Büchlein (Per vivere l‘ „Amoris laetitia“. Spunti di discernimento pratico), das im Juni 2016 in Mailand erschienen ist, bietet er grundlegende Hilfestellungen zur Umsetzung des päpstlichen Dokuments an, die sowohl im Pastoral als auch für die Gläubigen dienlich sind. Das Büchlein ist inzwischen in der Erzdiözese Florenz, Triest und Moskau als offizielle Richtlinie anerkannt. Es beinhaltet 7 Schritte, mit denen Gläubige, die sich in einer objektiv ungeordneten Situation in ihrer Ehe befinden, ihr Gewissen schulen und zur Eucharistie zugelassen werden können.

  1. Die Gültigkeit der vorangegangenen Ehe und die Möglichkeit eines Nichtigkeitsurteils prüfen.
  2. Kirchlich Unverheiratete schließen eine kirchliche Ehe oder eine „sanatio in radice“ für die Zivilehe.
  3. Das Zusammenleben beenden, wenn keine Hindernisse entgegenstehen.
  4. Die sexuelle Enthaltsamkeit halten, wenn keine anderen Lösungen möglich sind.
  5. Im Falle eines unbesiegbaren Irrtums und daher einer Ablehnung der sexuellen Enthaltsamkeit, die als unmöglich, absurd oder wertlos erachtet wird, die mögliche Aufrichtigkeit des Gewissens prüfen. Das geschieht durch Gebet, Nächstenliebe, Teilnahme am Leben der Kirche und Hochachtung ihrer Lehre, Demut und Gehorsam gegenüber Gott. Sich um ein Gebetsleben und ein geistliches Wachstum bemühen, mit dem Ziel, den Willen Gottes für die eigenen Belange zu erkennen und treu zu erfüllen.
  6. Der Priester kann die sakramentale Absolution erteilen und die eucharistische Kommunion gewähren, wenn bei der Vergebung die notwendige Umkehr vom Gläubigen wirklich angenommen wurde. Dabei ist Zurückhaltung zu wahren und ein Skandal zu vermeiden.
  7. Ein Gläubiger kann in einer objektiv ungeordneten Situation nicht ein Recht auf die Sakramente beanspruchen, indem er sich auf seine innere Disposition und auf sein Gewissensurteil beruft.

S.D.G.

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