Das Gute im Leid!?

Dies ist kein Versuch die Theodizeefrage zu lösen, aber die menschliche Erfahrung über das Leid kann zumindest zu einer Erkenntnis führen, wo man das Gute im Leid findet. Natürlich soll dabei nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Leid beim Menschen in Leib und Seele tiefe Wunden hinterlässt, aber Leid bewirkt auch:

  • Geduld. Gerade in einer Krankheit, in der das eigene bewusste Handeln wirkungslos wird, muss man feststellen, dass man nicht Herr der Zeit oder anderer Menschen ist. Heilung braucht Zeit, Leid ertragen zu lernen braucht Zeit, die Hilfe anderer Menschen zuzulassen braucht Zeit.
  • Eine Änderung von Prioritäten und Einstellungen. Im Leid wird das Existentielle wichtig. Was einmal selbstverständlich gebraucht wurde, wird zu einem Geschenk. Man entdeckt die Dankbarkeit neu, die Freude an den kleinen Dingen im Leben.
  • Tiefe Beziehungen. Durch das eigene Leid wird der wahre Freund offenbar. Er spendet Trost und wird zur Hilfe. Oberflächliche Beziehungen erhalten eine seelische Tiefe.
  • Weisheit. Nicht menschliche Klugheit, wie sie Job’s Freunde ausübten, gibt dem Leid Sinn, sondern Weisheit vom eigentlichen Sein, Gott, welche das eigene Sein berührt. Diese Weisheit lehrt Demut, Gehorsam, Vertrauen und Liebe. Sie handelt von Gottes Sohn, Jesus Christus, der demütig Mensch wurde, gehorsam dem Vater bis ans Kreuz war, um uns im Leid seine Liebe kundzutun, damit wir in grenzenlosen Vertrauen errettet sind durch seine Auferstehung, die alles Leid in Liebe verwandelt.

Der in der Zeit und in seiner Erkenntnis begrenzte Mensch wird niemals den ganzen Sinn des Leids erkennen können. Es ist immer Gott, der als Erster leidet, wenn eines seiner Geschöpfe leidet. Aber Gottes Wille und Absicht bleibt dem Menschen meist verborgen. Hier beginnt der Glaube, das Vertrauen in einen Gott, der auch im Leid dem Menschen immer besseres schenken will, im Leben, aber auch für die Ewigkeit. Lasst uns deshalb auch daran glauben:

Wir würden genau für das beten, wenn wir das alles wissen würden, was Gott weiß.

Deshalb können wir auch beten: Dein Reich komme, Dein Wille geschehe. Beides gehört zusammen.

 

der emmauspilger

S.D.G.

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