Leben im Auferstandenen

Jesu Auferweckung von den Toten hat die Grundsituation von Welt und Mensch gewandelt. Durch die Auferweckung des Herrn haben die Mächte des Kosmos, das, worin die Welt Macht erfährt und ist, ihre Gewalt verloren. Das Kreuz hielt ihren Ansturm in politischen und geistigen Mächten aus. Das Kreuz hat diese Mächte entwaffnet: „Er (Jesus) entwaffnete die Mächte und Gewalten, stellte sie öffentlich an den Pranger und triumphierte in ihm (dem Kreuz) über sie“ (Kol 2:15).

Als Gott den Gekreuzigten zu seiner Macht erhöhte, seinen Namen über alle anderen Namen erhob, zerschellte die Eigenmacht der Welt (Eph 1:21). Alles, was nun im eigenen Namen daherkommt oder im Namen der Welt, wird namenlos zerbrochen. Vor keinem Namen, keinem Zauberspruch, braucht der an den Auferstandenen glaubende mehr zittern und sich vor keinem Namen mehr beugen lassen. Gerade die anonymen Mächte und Dämonen sind damit ebenso abgetan. Keine Geistesströmung, kein Zeitgeist, mag er noch so verheerend wirken, ist mehr zu fürchten.

Ihre innerste Macht, von der sie lebt und die sie ausübt, ist zerbrochen durch Jesus Christus: der Tod. Dieser letzte Feind ist besiegt (1Kor 15:25).  „Er (Gottvater) entriß uns der Gewalt der Finsternis und versetzte uns in das Reich des Sohnes seiner Liebe“ (Kol 1:13), „Wenn wir ausharren, werden wir mit ihm auch herrschen; wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen“ (2Tim 2:12). Jesus sitzt zur Rechten Gottes (Ps 110:1), d.h. er herrscht über den Kosmos. Mit dem getöteten Tod ist die Macht der irdischen Mächte eine leere. Jesus spricht: „Nun ist das Gericht über diese Welt; nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden“ (Joh 12:31), „Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr Frieden habt in mir. In der Welt habt ihr Drangsal; doch seid getrost: Ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16:33).

Dieser Sieg des auferstandenen Herrn über die Welt, ihre Mächte und den Tod, bezeugt nun ebenso den Anspruch Christi auf die Welt. Die Welt hat ein Recht, von der Macht zu erfahren, die ihre Macht entmächtigt hat. Alle Menschen, die nur noch die Illusion von Macht haben, können nun in der Gnade an der Macht des Auferstandenen und Erhöhten teilhaben. Die entmachtete Welt wird nicht allein zurückgelassen, der Herr ist weiter für sie da, er ist einmal in die Geschichte eingegangen und wird es weiter tun.

Die Welt wird durch ihre Ohnmacht blind. Deshalb jagt der Herr ihr nach, zerbricht ihre Abwehr, in der sie sich verstärkt selbst behaupten will. So schreibt Paulus: „Denn wir leben zwar im Fleische, doch kämpfen wir nicht nach Art des Fleisches. Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht von fleischlicher Art, sondern mächtig vor Gott zum Niederreißen von Bollwerken. Wir reißen damit alle Vernunftgebilde ein und alles Hochfahrende, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und fangen jeden Gedanken ein zum gehorsamen Dienst an Christus“ (2Kor 10:3-5).

Die Macht von Jesus Christus, des Erhöhten auf Erden, wirkt in der von ihm gegründeten und wachsenden Kirche, seines Leibes,  ja die Kirche wird in der Welt zum Beweis der Auferstehung des Gekreuzigten. Jesus Christus hat alle Himmel, jedes menschliche Verlangen und Bestreben, überstiegen und nimmt es für sich in Anspruch. Seine Überlegenheit wird durch die Gaben an die Apostel in der Welt offenbar, so wie es Paulus schreibt: „Der herabstieg, ist derselbe, der auch hinaufstieg über alle Himmel, damit er alles erfülle. Und er ist es, der »gab«: die einen als Apostel, die andern als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer zur Heranbildung der Heiligen für die Ausübung des Dienstes, für den Aufbau des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß der Gestalt in der Fülle Christi“ (Eph 4:10-13). Ziel ist es, die ganze Welt, den Kosmos, in seinen Leib hineinzuholen, wie es in Eph 2:21-22 beschrieben ist.

Durch die Auferstehung des Herrn erhielt ebenso das menschliche Dasein einen grundsätzlichen Wandel. Dem Menschen ist vom Kreuz herab Vergebung gewährt: „Ihn hat Gott als Fürsten und Heiland erhöht zu seiner Rechten, daß er Israel Bekehrung bringe und Vergebung der Sünden“ (Apg 5:31). Der Auferstandene tritt wieder in die Mahlgemeinschaft seiner Jünger ein. Er ist der neue Anfang und Geborgenheit. Er gibt Versöhnung (Rö 5:10), Rechtfertigung (Apg 13:39) und die Heiligung (1Kor 1:30)

Damit wird dem Menschen das Leben schlechthin aufgetan. Im diesseitigen Leben beginnt mit diesen Gaben verhüllt das endgültige Leben in Ewigkeit. Jesu Totenerweckung und Auferstehung lässt die Herrschaft des Lebens an sich anbrechen. Das gilt für jeden Einzelnen, der in Christus in seinem personalen Herrschaftsraum lebt: „Denn wie in Adam alle sterben, werden in Christus auch alle lebendig gemacht werden“ (1Kor 15:22).

Dasselbe gilt für die ganze Schöpfung. Paulus formuliert von der Auferstehung des Herrn her: „Der Nichtigkeit ist ja die Schöpfung unterworfen – nicht aus sich heraus, sondern nach dem Willen dessen, der sie unterwarf, zugleich mit der Hoffnung, daß auch sie, die Schöpfung, von der Knechtung an die Vergänglichkeit befreit wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.  Denn wir wissen, daß bis zur Stunde die gesamte Schöpfung mit in Seufzen und Wehen liegt“ (Rö 8:20-22). Indem die Kinder Gottes von ihrer Erlöstheit her leben, in der Freiheit der Herrlichkeit, tragen sie die Erlösung in die Schöpfung.

Die Auferstehung des Herrn eröffnet gleichfalls den Weg zum Glauben. Wen der Auferstandene in der Hl. Schrift erschienen ist, der ist zum Glauben gekommen. Der Glaube wird durch sein Erscheinen hervorgerufen. Jesus kann von sich sagen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit“ (Joh 11:25-26). Das Wort des Herrn lässt den Glauben erstehen, das Leben zum Durchbruch kommen, die Hoffnung erheben. Christen sind in Christus bereits durch seine Auferstehung in sein ewiges Leben hineingenommen. Der Tod unterbricht dieses Leben nicht mehr, er wird zur Tür, die der Herr, die Liebe selbst ist. Jesus spricht: „Ich bin die Tür. Wenn einer durch mich hineingeht, wird er Heil erfahren; er wird hineingehen und herausgehen und Weide finden“ (Joh 10:9).

 

der emmauspilger

S.D.G.

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