Aus Amoris laetitia – Tipps für eine gelingende christliche Ehe

Amoris laetitia wird oft missverstanden, viele lesen und interpretieren nur das, was sie lesen wollen. Einige reduzieren das nachsynodale Schreiben auf eine Richtlinie für den Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen in der Kirche. Dabei ist Amoris laetitia ein Geschenk der Kirche an die Ehepartner, damit sie ihre Ehe in einer von Gott ausgehenden Liebe fruchtbar gestalten. Papst Franziskus hielt in einigen geradezu poetischen Textpassagen wunderbare Tipps für eine gelingende christliche Ehe fest. So wird AL auch zu einem wertvollen Begleiter für Ehepaare und all jenen, die ihren verehelichten Brüdern und Schwestern in der Kirche Hilfestellung, Trost, Ermutigung und Rat in ungeordneten Situationen geben wollen. Hier einige Zitate aus AL 224, 226, 227:

… Die Liebe braucht verfügbare, geschenkte Zeit, die andere Dinge an die zweite Stelle setzt. Es bedarf der Zeit, um miteinander zu sprechen, um sich ohne Eile zu umarmen, um Pläne miteinander zu machen, um einander zuzuhören, einander anzusehen, einander zu würdigen, um die Beziehung zu stärken. Manchmal besteht das Problem im hektischen Rhythmus der Gesellschaft oder in den von den Arbeitsverpflichtungen vorgegebenen Zeiten. Andere Male besteht es darin, dass die gemeinsam verbrachte Zeit keine Qualität hat. Wir teilen nur einen physischen Raum, aber ohne aufeinander zu achten. Die in der Pastoral Tätigen und die Ehegruppen müssten den jungen oder zerbrechlichen Ehen helfen, damit sie lernen, in diesen Momenten einander zu begegnen, einer vor dem anderen innezuhalten und auch Momente des Schweigens miteinander zu teilen, die sie dazu bringen, die Gegenwart des Ehepartners zu empfinden.

Die jungen Ehepaare muss man auch anregen, eine eigene Alltagsroutine zu schaffen, die ein gesundes Gefühl von Stabilität und Halt vermittelt und die man mit einer Reihe von täglichen gemeinsamen Ritualen aufbaut. Es ist gut, den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen und jeden Abend einander zu segnen, auf den anderen zu warten und ihn zu empfangen, wenn er ankommt, manchmal zusammen auszugehen und die häuslichen Aufgaben gemeinsam zu erledigen. Zugleich ist es aber auch gut, die Routine durch das Fest zu unterbrechen, nicht die Fähigkeit zu verlieren, in der Familie zu feiern, sich zu freuen und die schönen Erfahrungen festlich zu begehen. Sie müssen gemeinsam über die Gaben Gottes staunen und gemeinsam die Begeisterung für das Leben nähren. Wenn man zu feiern versteht, erneuert diese Fähigkeit die Energie der Liebe, befreit sie von der Eintönigkeit und erfüllt die Alltagsroutine mit Farbe und Hoffnung.

Wir Hirten müssen die Familien ermutigen, im Glauben zu wachsen. Zu diesem Zweck ist es gut, sie zu häufigem Beichten, zu geistlicher Begleitung und zum Besuch von Einkehrtagen zu animieren. Man soll sie auch dazu anregen, wöchentliche Freiräume für das Gebet in der Familie zu schaffen, denn „die Familie, die vereint betet, bleibt vereint“. Manchmal, wenn wir die Familien besuchen, müssten wir alle Familienmitglieder für einen Moment zusammenrufen, um füreinander zu beten und um die Familie den Händen des Herrn anzuvertrauen. Zugleich ist es angebracht, die Ehegatten einzeln dazu aufzufordern, Gebetsmomente in der Einsamkeit vor Gott zu halten, denn jeder hat seine geheimen Kreuze zu tragen. Warum sollte man Gott nicht erzählen, was das Herz umtreibt, oder von ihm die Kraft erbitten, die eigenen Wunden zu heilen, und das Licht erflehen, das man braucht, um das eigene Versprechen zu halten? Die Synodenväter betonten auch: „Das Wort Gottes ist Quelle des Lebens und der Spiritualität der Familie“. Die betrachtende Lesung der Heiligen Schrift in Gemeinschaft mit der Kirche muss die Familienpastoral innerlich formen und die Mitglieder der Hauskirche bilden. Das Wort Gottes ist nicht nur eine frohe Botschaft für das Privatleben der Menschen, sondern auch ein Urteilskriterium und ein Licht der Unterscheidung der verschiedenen Herausforderungen, mit denen sich die Eheleute und Familien auseinandersetzen.

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